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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
1689561912
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-101785
Document type:
Monograph
Author:
Below, Georg von http://d-nb.info/gnd/118658085
Title:
Probleme der Wirtschaftsgeschichte
Edition:
2., photomechanisch gedr. und durch ein ausführliches Vorw. erg. Aufl
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Mohr
Year of publication:
1926
Scope:
XXIV, 710 S
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VIII. Der Untergang der mittelalterlichen Stadtwirtschaft (über den Begriff der Territorialwirtschaft)
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

1. Zur Philosophie des Erfindens. 
361 
möglich die neue Wahrheit in wissenschaftlicher Form festzulegen. Hier haben wir 
den weltvergessenen Gelehrten, wie er im Buche steht! Seine Wissenschaft- 
l i ch e n Forschungen über die von ihm entdeckten Gesetze des Hebels hinderten ihn 
jedoch nicht, dieselben beim Bau von Palästen, beim Stapellauf von Riesenschiffen^ 
bei der Verteidigung seiner Vaterstadt in der mannigfachsten Weise zur Anwendung 
zu bringen. Seine hydraulischen Studien führten zur Erfindung der Wasserschnecke, 
die in Bergwerken und in der Landwirtschaft jahrhundertelang zum Heben des 
Wassers Verwendung fand und es noch heute tut, ja, es finden sich bei ihm die 
ersten Spuren eines Schießpulvers und der Benutzung des Wasserdampfs zur Er 
zeugung von Bewegung, wenn auch in den beiden letzterwähnten Fällen von einer 
förmlichen Erfindung nicht entfernt die Rede sein kann. Hier sehen wir einen Geist an 
der Arbeit, der mit vollem Bewußtsein auf allen Gebieten der Körperwelt nach neuen 
Mitteln sucht, den widerstrebenden Stoff in den Dienst der Menschheit zu zwingen, 
und diese Mittel in der scharfsinnigsten Weise zu zergliedern und ihren Zusammenhang 
in allgemeinen Gesetzen festzustellen weiß. Aber auch bei ihm ist der Gedankenblitz 
der Schöpfer und das Nachdenken, das Ausführen und Anwenden der Erhalter und 
Weiterbildner des so Geschaffenen. 
Langsam und in mühevoller Weise arbeitete sich die Menschheit wieder empor 
aus der Vernichtung der klassischen Kulturwelt, die so viel mehr, als uns gewöhnlich 
zum Bewußtsein kommt, auf dem praktischen Boden des Lebens stand. Die allge 
meine Not tritt uns in diesen Jahrhunderten in mannigfacher und grosser Weise ent 
gegen. Von durchgreifenden Erfindungen, ihr zu steuern, hören und sehen wir wenig, 
denn die Not machte auch in jenen Zeiten nicht erfinderisch. Erst gegen Ende des 
Mittelalters bemerken wir ein lebhafteres Wiedererwachen von geistigen Kräften und 
Fähigkeiten, die sich auf dem Gebiet des Erfindens geltend machten. Ein Freiburger 
Mönch, der in seiner Klosterküche nach alchimistischen Präparaten sucht, mußte der 
Welt das Mittel in die Hand geben, das nach kurzer Zeit einer ganzen Geschichts 
periode ein Ende machte. Ein Mann des Friedens erfindet die auf Jahrhunderte 
fürchterlichste Kriegswaffe der Menschheit. So wenig bindet sich das Weben und 
Wollen des Geistes, der durch die Welt geht, an äußerliche Schranken, an zünftiges 
Wissen und Können, an die Schulweisheit des Augenblicks. Zufall! lautet natürlich 
die bequeme Erklärung aller unbequemen Tatsachen. 
Wir wollen nicht wiederholen, was auch in diesem Fall vom Zufall zu denken 
ist. Zu einer andern Beobachtung gilt uns das berührte weltgeschichtliche Ereignis 
Veranlassung: wie Erfindungen von höchster Bedeutung kaum je einem bestimmten 
Zeitpunkt, einer bestimmten Person zugeschrieben werden können. Ein anderer 
Mönch, Roger Bacon, hatte schon hundert Jahre zuvor eine Art Pulver erfunden. 
Das griechische Feuer, ein Gemenge wie Pulver, aus Kohle, Schwefel und Salpeter, 
war im Mittelalter wohlbekannt. Die Chinesen besaßen Pulver lange vor dieser 
Zeit. Ähnliches zeigt die Geschichte aller größeren Erfindungen. Ihr Auftreten läßt 
sich an vier, fünf und mehr Stellen oft gleichzeitig, oft auch um Jahrhunderte getrennt 
beobachten. Zur eigentlich lebensfähigen Erfindung wird der Gedanke erst, wenn 
er zwei andere Stufen durchlaufen hat: die erfolgreiche Verkörperung und feine 
Einführung in die reale Welt. 
Größer, weltbezwingender noch als die Erfindung des Schießpulvers war die 
der Vuchdruckerkunst; größer auch als der einfache Mönch zu Freiburg waren ihre 
Erfinder. Auch dieser Gedanke hatte seine Vorläufer. Bücher wurden mit Hilfe von 
geschnitzten Holzplatten hergestellt, die gefärbt auf Papier oder Pergament gedrückt 
wurden, ein Verfahren, das seinerseits eine unschwer zu erfindende Erweiterung der 
uralten Sitte war, den Namenszug an einem Siegelring einem zu unterzeichnenden 
Schriftstück aufzudrücken. Die Platte in einzelne Buchstaben zu zerschneiden und diese
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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