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Agrarkrisis und landwirtschaftliche Betriebsorganisation

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Bibliographic data

fullscreen: Agrarkrisis und landwirtschaftliche Betriebsorganisation

Monograph

Identifikator:
1691008664
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-102409
Document type:
Monograph
Author:
Aereboe, Friedrich http://d-nb.info/gnd/118647172
Title:
Agrarkrisis und landwirtschaftliche Betriebsorganisation
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Parey
Year of publication:
1926
Scope:
28 S.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Agrarkrisis und landwirtschaftliche Betriebsorganisation
  • Title page

Full text

1 
zeugung nach auf die Dauer unhaltbar, wenn es nicht durch einen gebildeten, 
die Produktionsmöglichkeiten mit übersehenden Betriebsrat beweglich gemacht 
wird. Ich kann hier leider auf diese wichtigen und interessanten Lohn- 
probleme nicht näher eingehen. Ich wollte Ihnen kurz andeuten, wie sehr 
die Frage der Konkurrenzfähigkeit unserer Industrie auch mit inneren 
Problemen zusammenhängt, die sich noch völlig in Fluß befinden. Von 
ihrer Lösung hängt aber die Kaufkraft unserer städtischen Bevölkerung in 
hohem Maße mit ab und damit auch die Frage der Gesundung der deutschen 
Landwirtschaft. 
Ähnlich so sieht es mit den Fragen des Geld- und Kreditwesens aus. 
Statt einer Besserung unserer Geld- und Kreditverhältniste sind dieselben 
in diesem Jahre immer schlimmer geworden. Noch im März d. J. stand 
beispielsweise der Kurs der schlesischen landwirtschaftlichen achtprozentigen 
Goldpfandbriefe auf 84%, ihres Nennwertes. Im Oktober waren sie bis 
auf 63%, gefallen. Die zehnprozentigen gleichartigen Papiere standen im 
März 92%,, im Oktober 77%). Die zehnprozentigen landschaftlichen 
Pfandbriefe der Provinz Sachsen standen zu den gleichen Daten 91"/, 
bezw. 79 9%. 
Solange aber der Kurs der Grundhypotheken der deutschen Landwirt- 
schaft so niedrig steht und so sinkt, können die landwirtschaftlichen Kredit- 
anstalten das Beleihungsgeschäft unmöglich forcieren, denn sie würden 
andernfalls zufolge Uberangebot den Kurs der Pfandbriefe noch mehr 
drücken, so daß der Landwirt beim Verkauf der Pfandbriefe für ein Spott- 
geld eine ungeheure Schuldenlast auf sich laden würde. Er fährt dann 
immer noch besser beim Wechselkredit, den er leichter wieder abdecken kann. 
Diese Verhältnisse aber drücken erschreckend auf die Güterpreise. Wir 
haben heute genau die umgekehrte Sachlage wie nach dem siebenjährigen Kriege. 
Damals sank der Zinsfuß der Landhypotheken infolge der Gründung der land- 
schaftlichen Kreditinstitute und infolge der starken Nachfrage nach land- 
schaftlichen Pfandbriefen seitens einer sparsamen Stadtbevölkerung schnell, 
zugleich aber stiegen die Güterpreise. Mit den steigenden Güterpreisen aber stieg 
wiederum die zulässige Beleihungsgrenze des Landgutes. Die steigende Kauf- 
kraft des Volkes und sein wachsender Sparsinn bedeuteten Absatz für die 
Pfandbriefe zu guten Kursen bei sinkenden Zinsen. Heute bewirken die Geld- 
knappheit und die hohen Zinssätze zuerst ein Sinken der Kurse der Grund- 
hypotheken und dann der Landgüterpreise. Mit dem Absinken der letzteren 
aber sinkt wiederum die Kreditwürdigkeit der Landwirtschaft. Es ist genau 
derselbe unglückliche Cirkulus vitiosus wie bei den Aktien. Der Geldmangel 
drückt diese Kurse. Der Kursschwund der Aktien aber drückt wiederum 
auf die Kreditwürdigkeit aller Aktienbesitzer, welche Aktien lombardieren 
müssen. 
EJ.
	        

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Agrarkrisis Und Landwirtschaftliche Betriebsorganisation. Parey, 1926.
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