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Die Entwickelung der Fabrikindustrie im lateinischen Amerika

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwickelung der Fabrikindustrie im lateinischen Amerika

Monograph

Identifikator:
1728770173
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-105075
Document type:
Monograph
Author:
Gemmingen, Max http://d-nb.info/gnd/101562608
Title:
Die Entwickelung der Fabrikindustrie im lateinischen Amerika
Place of publication:
Halle a. S.
Publisher:
Gebauer-Schwetschke
Year of publication:
1910
Scope:
197 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Geschichtliche Verhältnisse
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwickelung der Fabrikindustrie im lateinischen Amerika
  • Title page
  • Contents
  • I. Geographische Verhältnisse
  • II. Geschichtliche Verhältnisse
  • III. Ethnologische Verhältnisse
  • IV. Wirtschaftliche Entwicklung
  • V. Finanzwirtschaft
  • VI. Industrie
  • Schluß
  • Anlage. Darstellung einzelner Länder
  • Inhaltsverzeichnis: Darstellung einzelner Länder

Full text

Geschichtliche Verhältnisse. 
lateinisch-amerikanische Reich, als es sich am Anfang des 
vorigen Jahrhunderts von seinen durch falsche Anwendung 
des Merkantilismus und die Übertreibung der Monopole zu- 
grunde gehenden Mutterländern loßriß, wirtschaftlich kaum 
höher stand als näch der Zeit der Eroberung durch die 
Spanier und Portugiesen, während an seinen Grenzen die 
auf der gleichfalls fehlerhaften und engherzigen, aber doch 
viel kräftigeren englischen Kolonialpolitik entstandenen Ver- 
einigten Staaten von Nordamerika damals schon alle Keime 
für einen großen ‚wirtschaftlichen Aufschwung in sich trugen. 
Diesen Vorsprung des nördlichen Nachbars konnte der süd- 
liche Teil des Kontinents, von allen anderen Verhältnissen 
abgesehen, rein aus zeitlichen Gründen nicht mehr einholen. 
Auf die Einzelheiten dieses Vorgehens einzugehen, ist 
nicht Aufgabe dieser Betrachtung. Es genügt, darauf hinzu- 
weisen, daß die. Staatenbildung in verschiedener Weise er- 
folgte, indem das ehemals portugiesische Brasilien zunächst 
ein Kaiserreich und erst 1889 Republik wurde, während die 
spanischen Vizekönigreiche und Generalkapitanate sich so- 
fort in eine große Zahl von Republiken auflösten. Nach 
der Befreiung von den Mutterländern befanden sich diese 
plötzlich selbständig gewordenen Gebiete in einer eigentüm- 
lichen Lage. Zunächst nahmen sie schon insofern unter 
dem übrigen Kolonialbesitz der Erde eine außerordentliche 
Stellung ein, als alle sonstigen Kolonien, wenn sie einmal 
in den Besitz einer europäischen Macht gekommen waren, 
vielleicht den Besitzer wechselten, niemals aber wieder ihre 
Selbständigkeit erlangten. Den lateinischen Ländern Amerikas 
gelang dies, und damit traten plötzlich Anforderungen an sie 
heran, zu deren Erfüllung den durch die bisherige Mißwirt- 
schaft erschöpften und ohne irgendwelche Vorbildung ge- 
bliebenen Staaten alle Vorbedingungen fehlten. 
Wenn von wiedererlangter Selbständigkeit die Rede ist, 
so darf dies nicht in dem Sinne verstanden werden, als ob 
diese Staaten ganz in ihrer einfachen, ursprünglichen Form 
wiedererstanden wären. Sie hatten unter den drei Jahr- 
hunderten europäischer Herrschaft ihre innere Zusammen- 
setzung gewaltig verändert. Die Eingeborenen waren durch 
gewaltsame Vernichtung, durch harte Arbeit, der sie unter- 
lagen, durch mißverstandene gewaltsame Kulturübertragung 
oder Christianisierung, durch neue, von den Eroberern ge- 
brachte Genüsse und Krankheiten in ihrem Bestande ge- 
waltig zusammengeschmolzen und politisch ein nicht vor- 
handenes Element. Aber eine neue Schicht hatte sich ge- 
26
	        

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Die Entwickelung Der Fabrikindustrie Im Lateinischen Amerika. Gebauer-Schwetschke, 1910.
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