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Die Entwickelung der Fabrikindustrie im lateinischen Amerika

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwickelung der Fabrikindustrie im lateinischen Amerika

Monograph

Identifikator:
1728770173
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-105075
Document type:
Monograph
Author:
Gemmingen, Max http://d-nb.info/gnd/101562608
Title:
Die Entwickelung der Fabrikindustrie im lateinischen Amerika
Place of publication:
Halle a. S.
Publisher:
Gebauer-Schwetschke
Year of publication:
1910
Scope:
197 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VI. Industrie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwickelung der Fabrikindustrie im lateinischen Amerika
  • Title page
  • Contents
  • I. Geographische Verhältnisse
  • II. Geschichtliche Verhältnisse
  • III. Ethnologische Verhältnisse
  • IV. Wirtschaftliche Entwicklung
  • V. Finanzwirtschaft
  • VI. Industrie
  • Schluß
  • Anlage. Darstellung einzelner Länder
  • Inhaltsverzeichnis: Darstellung einzelner Länder

Full text

Industrie. 
Baumwollkultur. sehr geeignet sind. Es fehlt also hier die 
glückliche Wechselwirkung zwischen industrieller Verarbeitung 
und Stofferzeugung, wie wir sie bei den landwirtschaftlichen 
Industrien sahen. Da nun der Handel mit den einzuführen- 
den Rohstoffen in ausländischen Händen liegt, die Absatz- 
gewinne der Industrien, sofern diese in fremdem Besitz sind, 
ebenfalls den fremden Fabrikanten zufließen, so bleibt von 
diesen Industrien, von der jeweiligen Besteuerung abgesehen, 
den betreffenden Ländern nur ein sehr geringer Nutzen. Der 
schwache Bedarf des Inlandsmarktes und der Wettbewerb 
verhindern eine rasche Ausdehnung der Betriebe, den Über- 
Schüssen der Besitzer fehlt also häufig eine genügende Ver- 
wendung und sie gehen deshalb, falls sie im Inlande eine 
nutzbringende Anlage nicht finden, ins Ausland, meist in die 
großen europäischen und nordamerikanischen Betriebe, von 
denen die südamerikanischen oft nur Abzweigungen sind. 
Der einzige wirkliche Nutzen, den die lateinisch-ameri- 
kanischen Länder von einer Zunahme -der Industrie, auch 
durch fremde Unternehmer haben, ist, da die Inlandswaren 
nicht billiger sind als die ausländischen, die Vermehrung 
der Zolleinnahmen für die eingeführten Rohstoffe. 
Wenn bei der Zollpolitik dieser Länder so häufig der Schutz 
der nationalen Industrie betont wird, so liegt darin eine be- 
wußte Verschleierung des Wesens dieser Zölle. Die Staaten 
brauchen Geld, und darum tragen ihre Zölle in erster Linie 
den Charakter von -Staatseinnahmen und. als Nebenwirkung 
den des Schutzes der Industrie. Diese ist ja größtenteils 
nicht national, sondern nur im Inlande, aber von Aus- 
ländern betrieben; die Erschwerung der Einfuhr ausländischer 
Fertigfabrikate kommt also der ausländischen, im Inlande 
angesessenen Industrie zugute, sofern diese nicht auch durch 
die ungerechtfertigten Zollsätze für Rohstoffe und dann, wie 
früher gezeigt, durch die Abnahme des Verbrauchs, die sich 
im Gefolge der Zollerhöhungen durch Preissteigerungen ein- 
stellt, geschädigt wird. 
Eine Anderung dieses Zustandes könnte dadurch herbei- 
geführt werden, daß für einen Teil der Produktion mit dem 
System der Kultivation gebrochen und die für die Erzeugung 
nahezu sämtlicher Bodengewächse geeigneten und an natür- 
lichen Schätzen so unendlich reichen Länder die Fabriken 
selbst mit allen Rohstoffen versorgten, wodurch, auch wenn 
die Industrie noch lange in den Händen von Ausländern 
bliebe, diese wenigstens dadurch dem betr. Lande einen er- 
8"
	        

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Material Zur Lage Der Bergarbeiter Während Des Weltkrieges. [Verband der Bergarbeiter Deutschlands], 1919.
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