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Nationalökonomie (1.1915)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (1.1915)

Monograph

Identifikator:
1738045803
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-113913
Document type:
Monograph
Title:
Grundteilungsgesetz
Place of publication:
[Berlin]
Year of publication:
1914
Scope:
getr. Pag
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Nr 035 A / Grundteilungsgesetz / Vorläufig festgestellter Bericht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (1.1915)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
  • Index

Full text

— 452 — 
\nffassung des 
Stnatas 
ethische Moment dabei zu kurz gekommen ist und eine richtige 
Beurteilung wirtschaftlicher Fragen nur möglich ist, wenn der Mensch 
als gesittetes Kulturwesen aufgefaßt wird, dessen Handlungen ebenso 
von ethischen Rücksichten geleitet werden, wie von denen der mate- 
riellen Bedürfnisbefriedigung. Diesen Anschauungen schloß sich auf 
das entschiedenste Bruno Hildebrand an. Sie sind in der ganzen 
neueren deutschen Schule grundlegend gewesen. Hiermit steht 
im engsten Zusammenhange die Auffassung des Staates und seiner 
Aufgaben und die Anerkennung, daß ohne den Staat eine Volks- 
wirtschaft nicht gedacht, geschweige denn richtig aufgyefaßt werden 
kann. 
Wie bereits Sismondi im Gegensatz zum Smithianismus dem 
Staate höhere Kulturaufgaben stellte, die Harmonie zwischen Privat- 
und Gesamtinteresse leugnete und das Eingreifen der Staatsgewalt 
zum Schutze des Schwächeren in dem allgemeinen Konkurrenzkampf 
für unumgänglich notwendig erachtete, so standen auf diesem Boden 
voll und ganz die alte historische Schule und dann die neuere deutsche 
Richtung. Sie tritt aber damit in einen entschiedenen Gegensatz 
zum Sozialismus, daß sie sich auf den Boden des Individualismus 
stellt, die individuelle Freiheit und Selbständigkeit im allgemeinen als 
etwas Selbstverständliches voraussetzt, und nur als Ausnahmen durch 
Gesetzgebung und Verwaltungsmaßregeln Schranken eintreten lassen 
will. Die Erkenntnis hat sich immer allgemeiner durchgerungen, daß 
die höheren Kulturzwecke nur durch den Staat erreicht werden können, 
dem damit wieder eine höhere Stellung mit idealeren Aufgaben ge- 
geben ist, als sie die alte Schule anerkannte. Auf der anderen Seite 
wird dem Menschen nicht das Aufgeben seiner Individualität und 
Menschenwürde und ein völliges Aufgehen im Staate zugemutet, wie 
es der Sozialismus verlangt. Die neuere sozialpolitische oder realistische 
Schule perhorresziert deshalb mit besonderer Schärfe das schranken- 
lose Sich-Selbst-Ueberlassen des Einzelnen, wie es der Anarchismus 
erstrebt, und akzeptiert den modernen Staat, um das Zurückfallen 
in das Chaos nnd die Versumpfung in den kulturlosen Zustand zu 
vermeiden. Sie erkennt als das zu lösende Problem an: die Indirvi- 
dualitätderEinzelnenzurvollen Entwicklung zu bringen 
und in möglichster Freiheit das Gefühl der Selbstver- 
antwortlichkeit in jedem Mitgliede der Gesellschaft 
zu pflegen, aber doch die gesamte Kulturin erster Linie 
zu fördern, das Interesse des Einzelnen stets dem Ge- 
samtinteresse unterzuerdnen.
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1915.
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