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Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

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Bibliographic data

fullscreen: Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

Monograph

Identifikator:
1742735827
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-120327
Document type:
Monograph
Title:
Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Reimar Hobbing
Year of publication:
1927
Scope:
574 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Die neuere Finanzentwicklung der Vergleichsländer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Grundlegung
  • Zweiter Teil. Die neuere Finanzentwicklung der Vergleichsländer
  • Dritter Teil. Die Staatsausgaben in der Gliederung nach Ausgabezwecken
  • Vierter Teil. Die Staatsausgaben in ihrer Gliederung nach Ausgabearten
  • Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Sachregister

Full text

GL 
als der Tätigkeitsbereich des Staates erweitert worden war, ohne daß der Verwaltungsapparat entsprechend 
vervollständigt wurde. Die Erfolge der Sparkommission zeigten sich schon im Etatjahre 1923, in dem die 
ordentlichen Ausgaben nur etwa in demselben Verhältnis stiegen, wie die Kaufkraft der Währungseinheit 
fiel. Die Zahl der Beamten und Angestellten der Staatsverwaltung (ohne Erwerbsbetriebe) verringerte 
sich bis zum 30. April 1924 um 6 554, obwohl die Steuerreform eine Vermehrung der Steuerbeamten not- 
wendig machte. Die reinen Verwaltungskosten wiesen bei Berücksichtigung der Kaufkraftverschiebung 
1921 gegenüber 1913 eine Steigerung um 227 vH auf, 1924 dagegen nur noch 134 vH. 
Die Sanierung der Finanzen schritt verhältnismäßig schnell vorwärts. War 1920 im ordentlichen Haus- 
halt noch ein Defizit von fast 25 vH vorhanden, so schloß er für 1922 schon mit einem Überschusse. Erst 
1925 erschien erneut ein Defizit, da in diesem Jahre die oben erwähnte Umstellung des Zinsendienstes von 
den Depenses Recouwvrables zum ordentlichen Budget erfolgte, die fortschreitende Valutaentwertung den 
Zinsendienst der Auslandsschuld erhöhte, und das Preisniveau im Lande sich erneut hob. 
Bis zum Jahre 1924 einschließlich zeigen die Abrechnungen ein relativ günstiges Bild. Es wurde bis 
1923 ein steigender Teil der Gesamtaufwendungen des Staates aus seinen regelmäßigen Einkünften gedeckt, 
so daß nur die Finanzierung des Wiederaufbaues und gewisse einmalige außerordentliche Aufwendungen 
auf die Inanspruchnahme von Krediten angewiesen waren. Als 1924 der ordentliche Etat erweitert 
wurde, sank naturgemäß sein Überschuß sehr erheblich. Der Investierungsbedarf der Betriebe und ihre 
Unterbilanz mußte daher im Gegensatz zu den Vorjahren ebenfalls aus Anleihen finanziert werden. Im 
Jahre 1925 trat die Krise der belgischen Finanzwirtschaft offen zutage. 
Abrechnung Voranschlag Abrechnung 
1924?) 1925 19251) 
in Millionen fr, 
Ordentliche Ausgaben .............. 4.075 4 247 5 258 
Außerordentliche Ausgaben ......... 453 621 487 
Rückzuerstattende Ausgaben ....... 2 868 (977) 3612 
Unterbilanz der Betriebe ......... 469 282 764 
Gesamtausgaben ....0.0..000440 7 865 6127 10 121 
Ordentliche Einnahmen ......... 4 132 4 268 4 869 
Außerordentliche Einnahmen ..... 19 110 125 
Reparationen ..............0+100+44 1964 977 1.108 
Betriebsüberschüsse?) .............: 2 — — 
Gesamteinnahmen +.............+.. 6117 4 268 6 102 
Me 1 748 1 859 4 019 
Die Gegenüberstellung von Voranschlag und Abrechnung für 1925 stößt auf Schwierigkeiten, da in den 
Depenses Recouvrables des Voranschlages die Aufwendungen der Wiederaufbaugesellschaften nicht ent- 
halten sind. Aber auch bei Ausschaltung dieses Ausgabenkomplexes zeigen sich die Schwierigkeiten, denen 
sich die Regierung im Jahre 1925 gegenübersah. Die Ausgaben des ordentlichen Budgets lagen etwa um 
{ Milliarde höher, als sie im Voranschlag eingesetzt waren. Das Schuldenabkommen mit den Vereinigten 
Staaten war im Voranschlag nicht berücksichtigt worden, doch beeinflußten die daraus erwachsenden Ver- 
pflichtungen schon die Finanzgebarung von 1925. Die fortschreitende Währungsverschlechterung trug 
wesentlich zur Erhöhung der Ausgaben bei. Die ordentlichen Einnahmen konnten, trotz der Einführung 
neuer Steuern und Erhöhung der bestehenden, nur um 600 Millionen gesteigert werden. Ersparnisse bei 
den außerordentlichen Ausgaben vermochten das Defizit nicht ganz zu beseitigen. Die Erhöhung der 
Depenses Recowvrables beruht allerdings zum größten Teil lediglich auf einer Änderung in der Finanzierung 
des Wiederaufbaues, die schon das Ergebnis von 1924 beeinflußt hat. Im Jahre 1924 übernahm die 
neugegründete Association des Industriels et Commercants die Verpflichtung, die Vorschüsse der Soci&te de 
Cr6dit 4 U Industrie auf Schadensersatzansprüche zurückzuzahlen. Diese Transaktion, die Houtart zu den 
Staatsausgaben rechnet, erforderte die Aufnahme einer Anleihe von 3 Milliarden fr., die teils 1924, teils 
{925 mobilisiert wurde. Trotzdem erfordern die Deöpenses Recowvrables auch nach Berücksichtigung der 
deutschen Zahlungen immer noch erhebliche Staatsmittel. 
Die Situation des Jahres 1925 wurde noch dadurch verschärft, daß gleichzeitig mit der allgemeinen 
Verschlechterung der Finanzlage durch die erforderliche Schuldenkonsolidierung besondere Anforderungen 
an den Staatsschatz gestellt wurden. 
*) Nach Houtart. a. a. 0. 
*) Überschuß des Budget de Ravitaillement. 
a? 
{19
	        

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