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Holländische Wirtschaftsgeschichte

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Bibliographic data

fullscreen: Holländische Wirtschaftsgeschichte

Monograph

Identifikator:
1744885710
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-117895
Document type:
Monograph
Author:
Baasch, Ernst http://d-nb.info/gnd/117692018
Title:
Holländische Wirtschaftsgeschichte
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
VI, 632 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Kapitel. Aufstieg und Niedergang der holländischen Wirtschaft zur Zeit der Republik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Holländische Wirtschaftsgeschichte
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Aufstieg und Niedergang der holländischen Wirtschaft zur Zeit der Republik
  • II. Kapitel. Die Übergangzeit
  • III. Kapitel. Sttillstand und Wiederaufbau unter dem Königreich der Niederlande
  • Index

Full text

$ 4. Gewerbe und Industrie, 
Wie in Deutschland, so war auch in den Niederlan- 
den, den südlichen wie nördlichen, im Mittelalter das Ge- 
werbe im allgemeinen zünftlerisch organisiert, 
Das Ziel und der Zweck dieser Organisation war sowohl die kirch- 
lich-religiöse und gesellige Zusammenfassung der in einem Berufe 
vereinigten Genossen als auch die Fürsorge für die Berufsinteressen 
des einzelnen Gewerbes. Für dieses Ziel finden wir hier so 
ziemlich alles das wieder, was das deutsche Zunftwesen kenn- 
zeichnete: die Beschränkung der Produktion durch gewisse Vor- 
schriften mit dem Zweck, jedem Zunftmitgliede sein Auskommen 
zu sichern und die innerzünftliche Konkurrenz möglichst auszu- 
schließen; die Einschränkung der Arbeitskräfte und Produktions- 
mittel, d. h. der Gesellen und Lehrlinge und der Werkzeuge, auf 
eine jenem Zweck entsprechende Art; die Tendenz, jede Konkurrenz 
außerhalb der Zunft zu unterdrücken, ein zünftlerisches Monopol 
herzustellen und zu behaupten; das Streben, die Erzeugnisse des 
Handwerks auf einer gewissen, dem Ruf des Gewerbes zuträglichen 
Höhe zu halten. Alle diese Forderungen fanden in den Ordnungen 
der städtischen Obrigkeiten, auf deren strenge Beobachtung gesehen 
wurde, ihren formellen, gesetzgeberisch wirkenden Ausdruck!). Auch 
in den Niederlanden gipfelte die Idee der Zunft in dem Zunftzwang, 
d. h. der Befugnis jeder Gilde, die Ausübung ihres Gewerbes allen 
anderen Personen zu verbieten und die Übertreter zu bestrafen ?). 
In den Niederlanden hatten aber im Mittelalter die Gilden 
und Ämter auch einen nicht unerheblichen politischen Einfluß, der 
wiederholt in die Wagschale gelegt wurde, wenn es sich in den 
Städten um Machtkämpfe handelte, eine Erscheinung, die ja auch 
in den deutschen Städten keine Seltenheit gewesen ist. Noch 1650 
hat Amsterdam den Schutz der Gilden gegen Wilhelm II. in 
Anspruch genommen?). 
Einen Einfluß, der weit über das gewöhnliche Maß hinausging, hatten die 
Gilden in Groningen. Diese Stadt behauptete seit dem Mittelalter ein sehr 
ı) Vgl. S. Muller, De Gilden etc., S. 490 ff.; Brouwer Ancher, 
S. 169. Muller unterscheidet Ämter und Gilden; für unsere Darstellung ist 
diese Unterscheidung unwesentlich. 
2) Muller, S. 500; 
3 Brouwer Ancher,/S. 259f. Über den großen politischen Einfluß 
der Gilden im mittelalterlichen Dordrecht vgl. Blok, Eene holl. Stad., I, 202 f. 
75
	        

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Holländische Wirtschaftsgeschichte. Fischer, 1927.
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