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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

S_ 4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
gegen Spanien auf, als Alba den zehnten Pfennig einführte *). 
Auch finanziell sind die schweren Steuern nachteilig, denn. in 
einzelnen Fällen verringern sich sogar die Einkünfte des Staates 2). 
Als Colbert die Taille von 52 auf 32 herabsetzte, stiegen die 
staatlichen Einnahmen von 89 auf 115 Millionen, da viele Mißbräuche 
abgestellt werden konnten. Vor 1789 verblieben den. Bauern in 
Frankreich von 100 Frank Einkommen *°) bloß 18, später 79. Im 
Jahre 1535 — sagt ein ungarischer Historiker — wurde den Leib- 
eigenen Pferd, Vieh weggenommen, so daß sie den Acker kaum 
bestellen konnten; an vielen Orten hatten zwei oft auch vier Leib- 
eigene nur einen Pflug*). Am Ende des XVIL. Jahrhunderts trieb 
die österreichische Regierung, obwohl das Land fortwährend Kriegs- 
schauplatz war, von 1683—1698, 30 Millionen Gulden an Steuer 
ein, in 7 Jahren mehr als der Türke in 100 Jahren. Im Jahre 1699 
wurden auf alle Länder der Monarchie 10,8 Millionen Gulden aus- 
geworfen, hiervon auf Ungarn-Siebenbürgen 4'/„ Millionen. Im 
Winter 1688—89 in einer kalten Nacht entflohen zwischen Stuhl- 
weißenburg und Komorn fünf Dörfer bis zum letzten Manne der 
Exekution. Manche begingen Selbstmord, andere verkauften Kind 
und Weib als Sklaven den Türken, um ihre Steuer zu bezahlen. 
Bezüglich der Höhe der Steuer stellt Leroy-Beaulieu 
folgende Regel auf: Unter gewöhnlichen Verhältnissen soll die Steuer 
5 Prozent nicht übersteigen, es ist aber nicht nötig, daß sie unter 
4 Prozent sinke, da die Staatsbürger dies leicht ertragen können; 
zwischen 5—9 Prozent ist die Steuer noch immer leicht zu ertragen 
und einzuheben, über 10 Prozent beginnen aber nach allen Richtungen 
hin die Schwierigkeiten; schon gefährlich ist der Zustand, wenn 
die Steuer über 15 Prozent steigt. Diese Verhältniszahlen haben 
in der Nachkriegszeit eine wesentliche Revision erfahren. Der 
ungarische Staatsmann Sz6chenyi sagte: „In Hinsicht der Steuer 
kann nicht die Masse der Bedürfnisse den Maßstab bilden, wie hoch 
die Steuer sein soll und wofür überhaupt gezahlt werde, sondern 
1) Als der König von Frankreich in Rheims gekrönt wurde, wünschte 
Jeanne d’Arc nichts anderes, als daß ihrem Geburtsorte die drückenden 
Steuern erlassen werden sollen. 
?) Im Jahre 1787 wird in England die Hundesteuer — zur Deckung der 
Kosten der Kriegsvorbereitung — von 5 Schilling auf 6,7 Schilling erhöht, man 
erwartete ein Einkommen von 100000 Pfund. Die Erwartung ging nicht in 
Erfüllung, denn die Steuer wurde ausgespielt, teils ließ man die Hunde zugrunde 
gehen, „untimely death of many friends of man“ (Buxton, Finance and politics II, 
S. 249). Anstatt 1400000 Hunden wurden bloß 896000 angemeldet. Un 
3) Taine, La France en 1800 (Revue des deux Mondes, 1880, S. 520). 
- 4) Acsädy, Die Finanzen Ungarns unter Ferdinand I. (in ungarischer 
Sprache), S. 207. 
+96
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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