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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

T 4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
schon unter Napoleon I. erfolgt die Rückkehr zu den indirekten 
Steuern. Während der Revolution von 1848 macht sich wieder 
für kurze Zeit die Abneigung gegen die indirekten Steuern geltend, 
aber nur vorübergehend, dann treten sie wieder in den Vordergrund, 
wodurch die Last von den Schultern der Wohlhabenden auf die 
der Armeren abgeschoben wird. Lehrreich ist hier die Parallele 
zwischen England und Frankreich. England führt in Kriegszeiten 
die Einkommensteuer ein, Frankreich dagegen drückende Ver- 
zehrungssteuern, England fordert immer mehr von den vermögenden 
Klassen den sie betreffenden Teil der Staatslasten, Frankreich 
schont die wohlhabenderen Klassen zum Nachteil der Schwächeren; 
kein Wunder, wenn in England der soziale Friede auf festerer Basis 
ruhte als in Frankreich. 
Die französische Steuerpolitik zeichnet sich dem Gesagten ge- 
mäß namentlich durch ihren starken Konservativismus aus; die 
Grundlagen bleiben bis auf die jüngste Zeit dieselben, die am Ende 
des XVIIL Jahrhunderts gelegt wurden. Folge hiervon, daß die 
Steuerpolitik mit der volkswirtschaftlichen Entwicklung nicht so im 
Einklang steht, wie die englische, ja zum Teil verletzt sie die 
Postulate der volkswirtschaftlichen Entwicklung. Desgleichen zeigt 
sie wenig Empfänglichkeit für die sozialpolitischen Forderungen der 
Zeit, ja aus Furcht vor dem Sozialismus widersetzt sie sich den 
wiederholt gemachten Vorschlägen zur Einführung der Einkommen- 
steuer. Die Aufrechterhaltung der Ertragssteuern, an welche sich 
das französische Volk in Erinnerung der bei den persönlichen 
Steuern des ancien regime erfahrenen Willkür klammert, beraubt 
die direkten Steuern ihrer Entwicklungsfähigkeit. Das Schwer- 
gewicht fällt auf die Verzehrungssteuern und Gebühren, welche zur 
Deckung der in exzessivem Maße steigenden Staatsausgaben sich 
geeignet zeigten. Die indirekten Steuern zeigen bis gegen Ende 
des XIX. Jahrhunderts eine Steigerung von 400 Prozent, die 
direkten Steuern von 200 Prozent. 
3. Preußen. Für die deutsche Steuerpolitik mag Preußen als 
Beispiel dienen. Die Steuerpolitik Preußens zeigt eine stete An- 
näherung an die rationellen Forderungen einer gerechten Steuerpolitik. 
Fournier de Flaix charakterisiert die preußische Steuerpolitik 
folgendermaßen: Die Ideale der französischen Revolution, die Lehren 
der französischen Nationalökonomen, das Buch Adam Smith’s, 
Jakob, Krug, Kraus, die Lehren der Schüler Kant’s be- 
reiteten das Material zur großen Umgestaltung Preußens vor, als 
die Krisis von 1806 ausbrach. Diese schreckliche Krise, welche 
Preußen beinahe vernichtete, bereitete eine wohltätige Reaktion 
336
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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