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Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen

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Bibliographic data

fullscreen: Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen

Monograph

Identifikator:
1748012967
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-186134
Document type:
Monograph
Title:
Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen
Place of publication:
Berlin
Year of publication:
1926
Scope:
82 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Norwegen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen
  • Title page
  • Contents
  • I. Schweiz
  • II. Norwegen
  • III. Schweden
  • IV. Kanada
  • V. Vereinigte Staaten von Nordamerika
  • VI. Literatur-Verzeichnis

Full text

28 
deutet eine Verringerung um 37 v. H. Der Ver— 
brauch an Gerste 1924,1925 bleibt um 360 000 de 
hinter dem Durchschnitt 1909,1913 zurück. Ver— 
ringerung mithin 21 v. H. Der Verbrauch an 
Hafer 1924,/1985 ist rund 145 000 da geringer als 
im Durchschnitt 1909,1913; das bedeutet eine Ab— 
nahme von 8 v. H. Also in der Gesamtheit der 
Erscheinungen um fast 10 v. H. geringerer Ge— 
samtverbrauch und Verbrauchsminderung bei Rog— 
gen, Gerste, Hafer; gleichzeitig erhebliche Steige— 
rung des Weizenverbrauchs, die jedoch die Ver— 
brauchsminderung bei den anderen Getreidearten 
nicht ausgleicht. Es fällt dies um so mehr auf, als 
der Weizenverbrauch von der Monopolverwaltung 
immer als Luxusverbrauch behandelt und deshalb 
in den Abgabepreisen auch am höchsten belastet 
wurde. Die Verminderung der Einfuhr, die die 
Befürworter des Monopols als einen Erfolg der 
Monopolwirtschaft aufführen, ist nur zum kleineren 
Teil eine Folge der durch das Monopol begün— 
stigten Steigerung des Korneranbaues im Lande 
selbst, zum größeren Teil eine Folge des vermin— 
derten Verbrauchs. Als verbraucht ist dabei die 
Menge gerechnet, die sich aus der Summe von 
Ernteertrag und Einfuhr von Ernte zu Ernte ge— 
rechnet ergibt. Die statistischen Zahlen sind den 
Jahrbüchern des Internationalen landwirtschaft— 
lichen Instituts entnommen. 
Uber die Ursachen der auffallenden Erscheinun— 
gen lassen sich nur Vermutungen aufstellen. Bei 
der Steigerung des Weizenverbrauchs handelt es 
sich vermutlich um Verschiebungen in der Art der 
Volksernährung, die nicht als Wirkungen des Mo— 
nopols, sondern trotz des Monopols eingetreten 
sind, und die eine während der Kriegszeit voll— 
zogene Abkehr von der Verwendung von Gerste 
und Hafer an der Stelle von Brotgetreide in sich 
schließen. Auf die gleichen Zusammenhänge ist es 
vielleicht zurückzuführen, daß der Weizenverbrauch 
seit 1922,1923 ständig wieder abnahm. 
Er betrug: 
1922/238. .. 2,0 Millionen Doppelzentner 
1928/253.L8 
ih248 — 490) 
6. Das norwegische Getreidemonopol 
und der Handel 
Das norwegische Getreidemonopol stellte in höhe— 
cem Grade als das schweizerische Monopol den Fort— 
bestand eines freien Getreidehandels im Lande in 
Frage, weil es neben Weizen und Roggen auch noch 
die Gerste umsaßte und mit dem Monopol auch 
ein Ein⸗ und Ausfuhrverbot für Hafer verbunden 
war, während das schweizerische Monopol nur 
Roggen und Weizen erfaßte und den Handel mit 
allen anderen Getreidearten frei ließ. Der Handel 
war deshalb stets unter den Monopolgegnern 
führend. Er machte geltend“1), die Zentralisierung 
des Getreide- und Mehlhandels ausschließlich in Oslo 
werde im Lande unangenehm empfunden. Als einen 
20) Bulletin de statique des Internationalen Landwirt— 
schaftlichen Instituts in Rom vom März 1986. 
) Innstilling fra den forsterkede landbrukskomite om 
utferdigolse av en lov om landets kornforsyning. 8. 34f. 
Nachteil des Monopols konnte er auf den Verlust 
an Steuereingängen hinweisen, den Staat und Ge— 
neinde dadurch erlitten, daß der private Einfuhr— 
sjandel außer Tätigkeit gesetzt war. Die Haupt— 
chwierigkeit, mit der die inländischen Getreide— 
»rzeuger vor dem Kriege zu kämpfen hatten, der 
nangelnde Absatz, war, wie die Wortführer des 
dandels hervorheben, für die hauptsächlichste Körner— 
ruchtart Norwegens, den Hafer, der mehr als 
30 v. H. des gesamten Körnerertrages der heimi— 
ichen Landwirtschaft darstellt, nicht beseitigt, seit— 
»em die Abnahmepflicht des Staates für Hafer auf— 
gehoben war. Seit 1920 waren die Preise im In— 
and für Hafer sehr schwankend. Viele Landwirte 
nußten ihren Überschuß an Hafer unter Weltmarkt— 
zreis verkaufen, weil die Absatzvermittlung versagte 
ind die preisausgleichende Wirkung der Ausfuhr 
ehlte. Der Handel weist darauf hin, daß die Frage 
»er Haltung von Reservebeständen an Getreide fuͤr 
Notzeiten durch Anlegung von Vorratsspeichern einer 
Monopolverwaltung den besonderen Verhältnissen 
)es Landes nicht gerecht werde. Der Handel einp— 
iehlt, die alte norwegische Staburlagerung in den 
Bauernhöfen als Grundläge für die Vorratsbildung 
nöglichst beizubehalten und dadurch zu fördern, daß 
den Hofbesitzern für die Vorratshallung monatlich 
eine kleine Vergütung gegeben werde. Auf diesem 
Wege lasse sich zugleich die Verteilung der Vorräte 
über das ganze Land erreichen, die bei den weiten 
Entfernungen und schwierigen Transportverhält— 
tissen unbedingt notwendig sei. 
In den Kämpfen für und wider das Monopol 
pielten wie in der Schweiz die Behauptungen eine 
Rolle, daß eine Monopolverwaltuug wegen ihrer 
yöheren Kreditfähigkeit und überlegenen Kapitalkraft 
zünstigere Preise eingeräumt bekomme und die 
Marktkonjunktur besser wahrnehmen könne als der 
private Handel. Der Gang der Entwicklung in Nor— 
vegen machte es den Verfechtern des freien Handels 
nicht schwer, darauf hinzuweisen, daß es vor allem 
auf die richtige Einschätzung der Marktlage und der 
Weltkonjunktur ankomme, daß die überlegene Kapi— 
ralkraft allein keinen Vorteil biete und daß die Not— 
vendigkeit, einen dringenden Bedarf zu decken, auch 
ine Monopolverwaltung als Einkäufer unter Um— 
tänden in schwierige Lage bringen könne. Wenn 
zugunsten des Monopols angeführt werde, daß da— 
zurch die Brotversorgung des Landes der privaten 
Spekulation entzogen werde, so sei darauf zu er— 
vidern, daß die inländische Spekulation sich immer 
n bescheidenen Grenzen werde bewegen müfsen und 
daß der ausländischen, die Märkte der Haupterzeu⸗ 
Jungsgebiete beherrschenden Spekulation gegenuͤber 
elbst die Monopolverwaltung machtlos sei So sei 
»ie Monopolverwaltung im Jahre 1924 das Opfer 
)er amerikanischen Spekulation geworden. Was da— 
nals aus Norwegen in die Taschen der ameri— 
anischen Spekulanten geflossen sei, lasse sich auf 
30 Millionen Kronen berechnen. 
Die Regelung, die nach den Beschlüssen des 
Storthing vom Mai und Juni 1926 an die Stelle 
des Monopols getreten ist, ist zwar von dem Zu⸗ 
sttand des freien Handels mit Getreide noch weit 
ntfernt. Der Handel hat jedoch das Zustande— 
ommen dieser Regelung im Zusammenwirken mit 
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