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Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen

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Bibliographic data

fullscreen: Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen

Monograph

Identifikator:
1748012967
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-186134
Document type:
Monograph
Title:
Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen
Place of publication:
Berlin
Year of publication:
1926
Scope:
82 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Kanada
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen
  • Title page
  • Contents
  • I. Schweiz
  • II. Norwegen
  • III. Schweden
  • IV. Kanada
  • V. Vereinigte Staaten von Nordamerika
  • VI. Literatur-Verzeichnis

Full text

Nr. 2785 
»indung geht hauptsächlich über Binnenwasser— 
itraßen. Die Aufnahme von Weizen durch die in— 
ändische Mühlenindustrie vermag deshalb in den 
Pintermonaten, während welcher wegen Unter— 
bindung der Binnenschiffahriswege die Ausfuhr un— 
möglich ist, keine Erleichterung für den Mackt zu 
bringen. *7 
Absatzorganisation und Gesetzgebung auf dem 
Gebiet der Getreidewirtschaft bis zur Eutstehung 
der Weizenpools 
In Europa war die landwirtschaftliche Produk— 
tion groß geworden, ehe sich der Handel der Boden— 
erzeugnisse annehmen konnte und die Verbesserung 
der Beförderungsmittel die Bewegung von Massen 
zütern von Land zu Land möglich machte. In 
Nordamerika waren“es der Handel und die Trans— 
borteinrichtungen, die die Landwirtschaft in neue 
Bebiete hinaustrugen. Der Neusiedler, der in den 
anadischen Prärien neues Land unter den Pflug 
nahm, um in den jungfräulichen Boden Weizen 
zu säen, konnte natürlich nicht auf örtlichen Absatz 
ür seine Ernte rechnen. Er erzeugte von Anfang 
in für Verbraucher, die mindestens einige tausend 
dilometer entfernt von ihm lebten, für die wachsende 
Industriebevölkerung des amerikanischen Hstens 
und der europäischen Zuschußländer. Die Anbau— 
läche konnte nur soweit vorgeschoben werden, als 
die Eisenbahn für die einfachen Beförderungsmittel 
des Landwirtes erreichbar blieb und eine Zwischen⸗ 
handelsorganisation zur Aufnahme und Weiter— 
leitung der Erzeugnisse an den fernen Verbraucher 
bereitsland. In den Prärieprovinzen Kanadas 
konnte sich deshalb der Getreidebau so plötzlich ent— 
vickeln, weil Verkehrseinrichtungen und eine Han⸗ 
delsorganifation ihm Bahn brachen, die sich nach 
den Erfahrungen gestaltet hatten, wie sie untet 
gleichartigen Bedingungen vorher in den benach⸗ 
zarten Prärien der Vereinigten Staaten gesammelt 
vorden waren, und die der besonderen Eigenart 
des Getreides als Handelsware und Massengut an— 
zJepaßt waren. Die Ausfuhr zeigte von Beginn die 
Hauptcharakteristika des amerikanischen Getreide— 
jandels: es galt, das technische Prinzip des Trans— 
vorts und der Lagerung in loser Schüttung und das 
cechtliche Prinzißp der Vertretbarkeit ermöglicht 
durch Standardifierung der Erzeugung und Ein— 
reihung des Erzeugnisfses in allgemein anerkannte 
Qualitätsgrade. Im Gegensatz dazu sind die 
Tharakteristika des europäischen Getreidehandels 
heute noch: für die Verkehrstechnik der Grundsatz 
des Kollitransports, für die rechtliche Organisation 
die Nichtvertretbarkeit?). 
Die Eisenbahngesellschaften, die bestrebt sein 
mußten, das Entftehen von Siedlungen an den neu 
vorgeschobenen Linien zu erleichtern, errichteten nach 
em Muster des mittleren Westens der Vereinigten 
Staaten an den Landstationen Getreidesilos, die 
dazu beftimmt waren, das aus den Farmen ange⸗ 
lieferte Getreide anzusammeln, bis di zum Beladen 
eines Güterzuges ausreichende Menge zusammen— 
Schumacher: Volkswirtschaftliche Studien. Leib— 
zig 10116 4 
zebracht war. Zur Erleichterung der übernahme 
ius der Karre des Farmers und der Verladung 
n die Eisenbahnwagen waren die Silos mit mecha⸗ 
nischen Transporteinrichtungen und Wiegevorrich⸗ 
ungen versehen, nach denen die ganze Anlage Ele— 
»ator genannt wurde. Handelsgesellschaften, die 
—D——— Getreidemenge an 
ich zu bringen und den Absatz nach den fernen 
Närkten zu übernehmen, schufen gleiche Anlagen. 
der Eisenbahnbau war zeitweise der Entwicklung 
»orausgeeilt. Die Rentabilität der zum Teil unten 
ich konkurrierenden Linien machte Schwierigkeiten. 
Die Eisenbahnen traten deshalb vielfach wieder ihre 
slevatorenanlagen an Handelsgesellschaften ab, 
der sie verpachteten die ihren eigentlichen Aufgaben 
remden, in der pfleglichen Behandlung des Ge— 
reides besondere Fachkenntnisse erfordernden Be— 
riebe an die Handelsgesellschaften, die mit der Uber— 
ahme zur Weiterbefoͤrderuug zugleich den Aufkaus 
es Getreides verbinden konnlen. Der Farmer war 
urch diese Einrichtungen der Sorge für Lagerung, 
Reinigung, Pflege und Verfrachtung der Eruͤte em 
sjoben. Die Schaffung eigener Lageeinrichtungen 
uuf der Farm hätte viel Anlagekapital erfordert, 
as der Neusiedler in der Regel nicht besaß und das 
udem bei, den großen Schwankungen der Ernte— 
erträge häufig ganz oder teilweise ungenußt ge⸗ 
lieben wäre. Durch die Beförderung und Lage⸗ 
ung in loser Schüttung wurde an Betriebskapilal 
»er Sackbestand erspart, der in einem industrie⸗ 
irmen Ausfuhrlande, in dem ebensowenig auf eine 
illige Herstellung im Inland wie auf eine billige 
kückbefoͤrderung der gebrauchten Säcke gus denn 
luslande gerechnet werden konnte, einen erheblichen 
Losten ausmachte. Die Handhabung des offenen 
setreides als trockenflüssige Masse ermöglichte 
beiter noch die Anwendung mechanischer Transport⸗ 
inrichtungen unter Ausnußuug der Schwerkraft 
ind damit die Ersparung teuerer Arbeitskraft bei 
er Erntebewegung. Sie machte aber auch das Zu— 
ammenschütten der vom Farmer angelieferten 
ẽinzelmengen nach Klassifizierung nach bestimmten 
dlgemein anerkannten Qualitätsmerkmalen not⸗ 
oendig. Nur die Durchführung der Vertretbarkeit 
n Verbindung mit der Beförderung in loser 
S„chüttung sicherte dem Handel bei dem Absatz nach 
em entfernten ausländischen Markte die not 
vendige Beweglichkeit und ermöglichte die Verein— 
achung aller Handelsmaßnahmen?). 
Diese Einrichtungen kommen den Bedürfnissen 
»es Farmers entgegen, sie machen ihn, aber auch 
n hohem Grade von dem Zwischenhandel abhängig. 
Ddas führt zu einer scharfen Kampfstellung zwischen 
darmern und Händlern. Die Händler suchen durch 
zusammenschlüsse aus ihrer Vormachtstellung mög 
ichst Nutzen zu ziehen. Es entsteht die Tendenz der 
Monopolisierung des effektiven Getreidehandels in 
er Hand der Lagerhausgesellschaften. Als Gegen⸗ 
ewicht entstehen Selbsthilfeorganisationen der 
Landwirte. Die Gesetzgebung sieht sich genötigt, in 
den Kampf einzugreifen. Der Kampf ist noch 
mmer im Gang. Die Gegensätze sind schärfer aus 
jeprägt, als in den Vereinigten Staaten, weil 
Schumacher, a. a.O. S. 212.
	        

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Denkschrift Über Die in Der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada Und Den Vereinigten Staaten von Nordamerika Getroffenen Maßnahmen Zur Preisstabilisierung Des Getreides Sowie Über Die Dabei Gemachten Erfahrungen. 1926.
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