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Deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik

Monograph

Identifikator:
1761960571
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-144401
Document type:
Monograph
Title:
Deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Selbstverl. des Reichsverb. der Dt. Industrie
Year of publication:
1925
Scope:
67 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Begründung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik
  • Title page
  • Contents
  • Vorschläge
  • Begründung

Full text

Schließlich müssen die Löhne 
auch dem Wohlstand einer Volks: 
wirtschaft angepaßt sein. Die gro» 
Ben Verluste in unserem Volksver- 
mögen und Volkseinkommen in 
Verbindung mit den Reparations- 
i{asten können auch auf die Ent: 
lohnung der menschlichen Arbeits: 
kraft in unserer Wirtschaftslage 
aicht ohne Einfluß sein. Der Lohn 
ist mit der Wirtschaftskurve und 
mit der Wohlstandskurve engstens 
verknüpft. 
Es liegt nahe, den heutigen Lohn 
mit dem Friedenslohn zu verglei- 
chen und daraus Schlüsse für die 
Unzulänglichkeit der heutigen Lohn: 
entwicklung zu ziehen. Eine der- 
artige Betrachtung verkennt die 
Wirtschaftsgrundlagen und ist abwe- 
ig. Jeder Reallohnvergleich ist über- 
dies an Indexrechnungen gebunden, 
deren Fehlerquellen eine praktische 
Verwendung bedenklich machen. Es 
mag in gewissem Umfang zutreffen, 
daß der Lohn in Deutschland nicht 
allgemein den Reallohn von 1913 er: 
reicht hat, obwohl er ihm auch in 
zahlreichen Industrien nahe gekom- 
men ist oder ihn überschritten hat. 
Wir können die Lohnhöhe von 1913 
nicht als die Norm für die heutige 
Lohnpolitik ansehen, weil wir heute 
eine andere Wirtschaftsgrundlage 
haben, die nicht mit den Lebens: 
und Produktionsverhältnissen des 
Jahres 1913 vergleichbar ist. Wir 
können nicht dort anfangen, wo wir 
1913 aufgehört haben, und die da- 
zwischen liegende Zeit einfach ver: 
neinen. Maßgebend für die Ber 
messung und Bewertung unserer 
Lohnhöhe ist deshalb nicht die 
Frage, ob der Friedensreallohn er- 
reicht ist oder nicht. Entscheidend 
ist vielmehr neben den anderen 
Wirtschaftsgrundlagen für den heu- 
tigen Stand der Wirtschaft, daß da, 
wo ein höherer Reallohnstand noch 
nicht gewonnen ist, er nur mit 
Zleichzeitiger Steigerung der allge- 
meinen Produktivität erreicht wer: 
len kann. Dabei ist eine weitere 
/oraussetzung, daß die mit größ- 
:er Produktivität der Wirtschaft 
7erbundene Verbilligung und Stei- 
jerung der Produktion auch Hand 
n Hand mit einem entsprechen: 
len Güterumsatz geht. Lohn: 
‚r”höhungen, die ohne diese Vor- 
‚ussetzungen eintreten, sind wirt: 
ıchaftlich untragbar. Sie bewirken 
las bekannte währungs: und wirt: 
‘chaftspolitisch gleichermaßen ver: 
ıängnisvolle Rennen zwischen Lohn 
ınd Preis. 
Wir beabsichtigen mit unserer For- 
ierung nach klarer Erkenntnis unse 
er Lohngrundlage mit Betonung des 
‚eistungslohnes keinen Angriff auf 
je Lohnbasis und die Lebenshaltung 
ler Arbeiterschaft. Die Lohnpolitik 
ler Industrie verfolgt keinen unwirt: 
ichaftlichen Druck auf den Lohn, 
‚ondern sie geht im Interesse der 
‚eistung wie der Hebung der Kauf- 
zraft nach weiterer Steigerung des 
Aeallohnes. Überdies würdigt auch 
lie Industrie durchaus die Bedeu- 
ung eines hohen Einkommens für 
le Teile der Bevölkerung als eines 
vichtigen Faktors zur Belebung der 
Nirtschaft. Wir sind mit der Ar- 
‚jeiterschaft über das wichtige Er: 
ordernis der Bildung neuen Kapitals 
inig. Neues Kapital kann durch Er: 
parnis aus dem Einkommen gewon- 
ıen werden, so daß also die Be- 
nessung des deutschen Lohnes zwei: 
ellos auch von hoher Bedeutung für 
ıen Grad der Spartätigkeit und da- 
nit für die Wiedererlangung des 
erlorenen Kapitals der deutschen 
Tolkswirtschaft aus eigener Kraft 
les deutschen Volkes ist. Eine Vers 
irößerung des Einkommens ist aber 
nit dem Mittel der Schöpfung uns 
undierter Kaufkraft durch Lohn; 
;rhöhungen nicht möglich. Die 
Jnterlage dafür muß vielmehr durch 
lie Produktivität unserer Arbeit und 
Jurch den Ertrag unseres Güterum» 
satzes gefunden werden. Die heuti:
	        

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Die Frau Und Die Arbeit. Eugen Diederichs, 1914.
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