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Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Bibliographic data

Object: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

Monograph

Identifikator:
867134585
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-46150
Document type:
Monograph
Author:
Stefani, Alberto de'
Title:
L' ofelimità del denaro
Place of publication:
Venezia
Publisher:
Ferrari
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (S. 618-638)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges
  • Title page
  • Contents

Full text

335 
zu unterschreiben, daß sie gewillt sind, für bis zu 2 Mark weni 
ger Lohn, als wie sie ihn in gesunden Tagen verdient haben, gu. 
arbeiten. In der Lohnfrage wollen wir uns noch folgende Hin 
weise gestatten: Bei der anscheinend übergroßen Zahl von Be 
amten auf den Saargruben hält man es für angebracht, diese 
Beamten 
zur Kontrolle an den einzelnen Arüeitspnnkten 
zu verwenden. Das geschieht natürlich auch mit der Absicht, die 
Gedinge auszuprobieren. Was geschulten Steigern auf Grund 
von Erfahrungen m wenigen Stunden gelingen müßte, dazu 
bedarf es auf den Saargruben mehrerer Beamten und mehrerer 
Tage. Wie es dabei getrieben wird, dafür folgendes typisches. 
Beispiel: 
Im Arbeitsbetrieb, Flöz 4, Strebe 1t, Westl. Abteil. 111, 
Schüttelrutschenarbeit, hatte die Kameradschaft bei guter An 
strengung im Monat März 8,95 Mark, im Monat April nur noch. 
8,09 Mark Gedinge- bzw. Nettolohn verdient. Als Ursache des. 
niedrigen Lohnes wird das niedrige Gedinge (3,40 Mark für 
die Tonne Kohlen), hauptsächlich aber das schlechte Gebirge an 
gegeben, das dem Eisen- und Stempelausbau stark im Wege 
stand. Unter solchen Umständen verlangte die Kameradschaft ein 
besseres Gedinge -- mehrfach ist das geschehen — mit dem Er 
folg, daß am 7. Mai in der Frühschicht der Fahrsteiger Grösser,, 
der Steiger Milding und noch ein Aufseher vor der Arbeit er 
schienen und die Kontrolle der Arbeit übernahmen. Was sonst 
fehlte, wurde unter der neuen Aufsicht und Mitwirkung heran 
geschafft, Holz und Eisen; es wurden noch zwei Mann zur .Koh 
lengewinnung hinzukommandiert und andere Aenderungen ge 
troffen. die zur Hebung der Förderung dienten. Die Kontrolle 
hat drei Tage gedauert, die Kohlen wurden da genommen, wo 
sie am besten fielen; statt mit Eisen wurde mit Holz verbaut, der 
Bergevorsatz wurde vernachlässigt, Nebenarbeiten so gut wie gar 
nicht gemacht, und die Sicherung in einer Weise behandelt, wie 
das bisher vor dieser Arbeit noch nicht passiert war. Aber, was 
die Beamten wollten, erzielten sie. Es wurden so viel Kohlen 
gefördert, daß der Gedingelohn um 2 bis 3 Mark an den drei 
Tagen stieg, so daß nach Auffassung der Beamten an eine Auf 
besserung des Gedinges nicht zu denken war. Die Kamerad 
schaft konnte dem gegebenen Beispiel nicht folgen, denn kauin 
hatten die Beamten ihre Kontrolle beendet, als 
der ganze Arbeitsort gänzlich zu Bruch ging und dem Werk 
nach Schätzung mehrere zchntauscnde Mark Schaden ent 
standen ist. 
So war bei der Kontrolle gewirtschaftet worden. Mahnungen 
aus der Kameradschaft, daß es soweit mit einer solchen Kontrolle 
kommen würde, wurden nicht beachtet Der Fahrsteiger hat er 
kläre: „Ich übernehme die Verantwortung!" Die ihm schwer
	        

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Material Zur Lage Der Bergarbeiter Während Des Weltkrieges. [Verband der Bergarbeiter Deutschlands], 1919.
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