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Neuzeitliche Krüppelfürsorge

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Bibliographic data

fullscreen: Neuzeitliche Krüppelfürsorge

Monograph

Identifikator:
1768152721
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-148079
Document type:
Monograph
Title:
10 Jahre Wiederaufbau
Place of publication:
Wien
Publisher:
Wirtschaftszeitungs-Verlags-Ges. M.B.H.
Year of publication:
1928
Scope:
664 S.
Ill.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Das österreichische Tabakmonopol
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Neuzeitliche Krüppelfürsorge
  • Title page
  • Contents
  • Allgemeines und Geschichtliches zur Krüppelfürsorge von Univ-Prof. Dr. Weber, Münster i. Westf.
  • Die Krüppelfürsorge in der Provinz Westfalen
  • Krüppelfürsorge und Gesetzgebung
  • Über das Krüppeltum, seine Ursachen, Verhütung und Behandlung
  • Die Aufgaben und die Tätigkeit der Krüppelfürsorgestellen unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse des Industriebezirkes
  • Vorbeugung des Krüppeltums, Überwachung des Heilverfahrens und Entlastung der Krüppelfürsorge
  • Ambulante Krüppelfürsorge als Aufgabe der Bezirksfürsorgeverbände
  • Erziehung und Berufsausbildung der jugendlichen Krüppel
  • Die Lehrlinge im Krüppelheim und die modere Berufsschule
  • Nachgehende Fürsorge und Arbeitsbeschaffung für Krüppel
  • Welche Krüppel gehören in ein Krüppelhem, welche in ein Siechenheim?
  • Psychiatrie und Krüppelfürsorge
  • Das orthopädische Schulturnen als Mittel zur Bekämpfung der Rückenschwäche und Wirbelsäulenverbiegungen
  • Die wichtigste Literatur über das Krüppelwesen

Full text

Der Kriegsausbruch stellte der Krüppelfürsorge natürlich neue 
und größere Aufgaben. Die zahlreichen Kriegskrüppel gaben der me- 
dizinischen Wissenschaft mancherlei Probleme auf und boten die Ver- 
anlassung zu intensiverer Beschäftigung mit orthopädischen Fragen. 
Auch in sittlicher und wirtschaftlicher Hinsicht war die Versorgung der 
schwerbeschädigten Krieger eine sehr schwierige Frage. Mit welcher 
Energie und welcher Zielsezung man an die Lösung dieser Aufgabe 
herantrat, beweist die im Auftrage der „Deutschen Vereinigung für 
Krüppelfürsorge“ und der „Deutschen orthopädischen Gesellschaft“ von 
Professor Dr. Biesalski 1915 im Verlage von Leopold Voß, Leipzig 
herausgegebene Schrift „Kriegskrüppelfürsorge“ (Ein Aufklärungs- 
wort zum Troste und zur Mahnung). 
Das Ziel, das man sich steckte, war die Überwindung des Krüppel- 
tums. „Es gibt kein Krüppeltum, wenn der eiserne Wille vorhanden 
ist, es zu überwinden!“ (A. a. O., S. 4.) 
Den 6. Kongreß hielt die Vereinigung für Krüppelfürsorge An- 
fang September 1920 im Wohlfahrtsministerium zu Berlin ab. Gerade 
dieser Kongreß zeigte sehr deutlich, mit welcher Zielstrebigkeit von der 
Deutschen Vereinigung gearbeitet wird und beweist auch, wie im Ver- 
gleich zur Vorkriegszeit das Interesse an den Fragen des Krüppel- 
wesens gewachsen ist (vgl. den von Biesalski herausgegebenen steno- 
graphischen Bericht über diesen Kongreß, der bei Leopold Voß, 
Leipzig im Jahre 1921 erschien). 
Bis in die allerjüngste Zeit haben Staat und Kommune keine 
wesentliche Arbeit auf dem Gebiete der Krüppelfürsorge geleistet. Wie 
schon erwähnt, ist in Bayern die erste katholische Anstalt 1832 ge- 
gründet, die später vom Staat übernommen wurde. Auch Oldenburg 
hat seit einiger Zeit staatlicherseits Krüppelfürsorge betrieben. In 
Preußen bildete bislang die Fürsorge für die hilfebedürftigen Krüppel 
keinen besonderen Zweig der öffentlichen Armenpflege (vgl. § 32 a 
des Unterstützungswohnsitzgeseßzes vom 30. 5. 1908 und § 31 des 
Preuß. Ausführungsgesetzes). Die Krüppelfürsorge regelte sich nach 
den allgemeinen armenrechtlichen Bestimmungen. Infolgedessen war 
entweder der Orts- oder Landarmenverband, je nach dem Unter- 
stüßungswohnsitz des Krüppels der Träger derselben. Namentlich 
unter dem Druck der erwähnten Vereinigungen für Krüppelfürssorge 
trat in den leßten Jahren das Bestreben hervor, diesen bedeutsamen 
Fürsorgezweig den Ortsarmenverbänden zu nehmen und auf die 
leistungsfähigeren Schultern der Landarmenverbände zu legen. 
Am 28. 2. 1918 ging dem vormaligen Abgeordnetenhause ein 
entsprechender Antrag zu (Antrag Hinsmann und Genossen, 22. Legis- 
laturperiode, 3. Session, 1916/17, Drucksache Nr. 442), der auch An- 
nahme fand. Die Annahme des Antrages wirkte jedoch infolge der 
Staatsumwälzung sich praktisch nicht mehr aus. In veränderter Form 
1.0
	        

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Neuzeitliche Krüppelfürsorge. Aschendorff, 1926.
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