Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Gesellschaftslehre

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

aPT5hEnnaL 
X 
76 Die sozialen-Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft. 
Sie kann sich insbesondere dem Mitleid beimengen. Kant hat bekannt- 
lich gesagt: auch im Ungemach unserer nächsten Freunde ist etwas, was 
uns keinen Kummer bereitet. In dieser Fassung geht der Sag wohl zu 
weit. Bei normaler seelischer Verfassung gilt er nur für bestimmte Si- 
tuationen, nämlich für solche Fälle, in denen Anlaß zur Feindseligkeit 
besteht. Im vollen Umfang gilt er höchstens für solche Menschen, die 
mit einem verdrängten Schwächebewußtsein und Neid behaftet sind und 
erst durch einen Vergleich ein Bewußtsein ihres Wertes gewinnen; und 
auch bei diesen nur für solche Fälle, die Anlaß zum Vergleich und Neid 
geben. — Ähnlich ist übrigens, beiläufig bemerkt, unsere Mitfreude häufig 
durch einen leisen Hauch von Neid getrübt. Weiter reihen wir hier an 
die Erscheinungen der Quälerei und Grausamkeit. Durch ihre sinnlose 
Wildheit zeigen sie so recht klar den Instinktcharakter des Verhaltens. 
Im Bereich der gesellschaftlichen Unterschiede gewahren wir ferner oft 
im Verkehr von oben nach unten eine Schroffheit und Grobheit, die sich 
schwer aus bloßer Geringschägigkeit oder Nachlässigkeit erklären läßt. 
Ebenso läuft der Bittsteller Gefahr, daß ihm aus seiner bloßen Lage; 
auch wenn sie gänzlich unverschuldet ist, ein Anlaß zur vorwurfsvollen 
oder förmlich feindseligen Behandlung erwächst. Durchgängig wird gerne 
so behandelt der Erfolglose, der Unglückliche, der von der Gesellschaft 
oder vom Staat Gestrafte; ferner der unsicher oder schüchtern Auf- 
ıretende und allgemein derjenige, der in ausgesprochenem Maße den 
Eindruck der Schwäche macht. Aus ihrem Wesen wird diesen Menschen 
gleichsam ein Vorwurf gemacht. Strindberg schildert die Lage eines aus- 
gesprochenen Trägers dieser Eigenschaft einmal mit den Worten: „Ob 
es seine ausländische Geburt war, wußte man nicht; eher war es sein 
Aussehen. Denn in seiner Figur und seinem Gesicht stand ein ganz be- 
stimmtes Schicksal geschrieben. Er war dazu verurteilt, für eigene und 
fremde Schuld zu leiden; und die Menschen fühlten es als eine zwin- 
gende Pflicht, dadurch, daß sie ihn quälten, zur Erfüllung seines Schick- 
3als beizutragen.“ 
Das Gesagte gilt vielfach auch für das Verhalten gegen 
Alte und Kranke. Eine Hilfswilligkeit ist wohl von Hause gegen 
sie vorhanden, ist aber, wie schon oben bemerkt, viel eingeschränkter 
wirksam als gegenüber der Jugend. Die verbreitete Sitte der Alten- und 
Krankentötung bei den Naturvölkern ist schwerlich aus der Nötigung der 
wirtschaftlichen Verhältnisse allein ohne eine Instinktwurzel zu erklären. 
Freilich bedarf es hier noch der Einzeluntersuchungen, um die Tatsachen 
und ihre Verbreitung genau festzustellen. Allgemein verbreitet, wie 
manche Erörterungen es annehmen, ist die Alten- und Krankentötung je- 
denfalls bei primitiven Stämmen nicht. Ebenso wissen wir wenig dar- 
über, in welchem Umfang die entsprechenden Erscheinungen in der Tier-
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the first letter of the word "tree"?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.