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Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

Monograph

Identifikator:
1801165386
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-185344
Document type:
Monograph
Author:
Reinhard, Rudolf http://d-nb.info/gnd/14316645X
Title:
Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
Edition:
6., stark erw. und umgearb. Aufl
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Year of publication:
1929
Scope:
279 S.
zahlr. graph. Darst. u. Kt.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Allgemeine politische Erdkunde
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
  • Title page
  • Contents
  • Allgemeine Wirtschaftsgeographie
  • Allgemeine politische Erdkunde
  • Index

Full text

I. DIE ÄUSSEREN MERKMALE DES STAATES 227 
tief und reißend*, die Gebirge infolge Höhe, Paßarmut oder HEis- 
bedeckung schwer überschreitbar, so bilden sie gleichzeitig ein wirk- 
sames Hindernis für die weitere Ausbreitung eines Staates: sie sind 
Endgrenzen. Solche sind in hohem Maße ausgedehnte‘ Wälder, 
große ungangbare Sümpfe und Wüsten. Noch wirksamer ist die Be- 
grenzung durch das Meer, und in vollkommenster Weise geschieht sie 
durch Inlandeismassen. Sofern sich jenseits solcher Grenzen überhaupt 
keine anderen Staatengebilde befinden, sind sie einseitige Grenzen 
im Gegensatz zu den doppelseitigen, 
rein politischen, an denen zwei oder mehrere 
Staatengebilde sich berühren. 
Allerdings können von machtvollen, stark nach 
Ausbreitung drängenden Staaten selbst solche 
Endgrenzen überwunden werden. Schmale Meeres- 
straßen werden verhältnismäßig leicht überschritten. 
So griff das alte Rußland über die Beringstraße 
nach Alaska über, England und Japan faßten Fuß 
auf dem gegenüberliegenden Festland. Aber auch 
das im Durchschnitt 6000 km entfernte Gegen 
gestade des Atlantischen Ozeans wurde von den 
europäischen Kolonialstaaten verhältnismäßig früh 
erreicht. Ja die Union hat durch den Erwerlt 
der Philippinen sogar die gewaltige Fläche des 
Großen Ozeans über den Brückenpfeiler der 
Hawaii-Inseln überschritten, und Japan hat schon 
mehrfach den Versuch gemacht, denselben Schritt 
in umgekehrter Richtung zu unternehmen. Frei- 
lich ganz verlieren derartige natürliche Grenzen 
ihre trennende Wirkung niemals. Es gehören 
ein starker Wille und Machtmittel von der Größe 
der englischen und vereinsstaatlichen dazu, um 
die jenseits solcher Schranken gelegenen Staats- 
teile dauernd festzuhalten, Vielfach gelingt es 
trotz allem nicht, wie die obenerwähnten Bei- 
spiele aus der Koölonialgeschichte zeigen, So 
haben Frankreich, Österreich und Deutschland frühere transalpine Besitzungen 
in Oberitalien längst wieder eingebüßt. 
Natürliche, d. h. gewordene, nicht gemachte Grenzen sind auch die 
völkischen Grenzen, die Berührungsstellen zweier Rassen oder 
Nationen. Wo diese nicht mit den politischen Grenzlinien zusammen- 
fallen, verursachen sie Reibungen, die schließlich zu Grenzveränderungen 
führen. Auf Grund solcher Unstimmigkeiten verlangten die Polen Teile 
Ostdeutschlands, die Italiener österreichische Gebiete (vgl. auch S. 261ff.). 
Grenzsäume und Grenzlinien, Ein wesentlicher Unterschied zwischen 
den natürlichen und künstlichen Grenzen besteht auch darin, daß die 
ersteren immer flächenhaft ausgebildet sind; selbst Flüsse sind keine 
Linien, sondern schmale, langgestreckte Bänder, Natürliche Grenzen 
sind demnach immer Grenzsäume, keine Linien, und gerade auf 
1 Tieflandströme, überhaupt solche mit flachen Ufern sind meist schlechte Grenzen, nicht 
nur, weil sie in der Regel leicht überschreitbar sind, sondern auch, weil natürliche Laufverände- 
rungen des Flusses häufige Verschiebungen der Grenze zur Folge haben (vgl, Abb. 190).
	        

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Weltwirtschaftliche Und Politische Erdkunde. Hirt, 1929.
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