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Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen

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Bibliographic data

fullscreen: Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen

Monograph

Identifikator:
1811126022
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-195283
Document type:
Monograph
Title:
Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Mittler
Year of publication:
1929
Scope:
VII, 137 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Teil IV. Abhilfemaßnahmen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Lage der Landwirtschaft in Ostpreussen
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung: Die Gebietsveränderungen und ihre wirtschaftlichen Folgen
  • Teil I. Produktion und Absatz
  • Teil II. Betriebsergebnisse und öffentliche Lasten
  • Teil III. Vermögen und Verschuldung
  • Teil IV. Abhilfemaßnahmen
  • Schlußbemerkung

Full text

70 
in Ostpreußen 444 Betriebe über 100 ha Größe nicht mehr sanierungsfähig sein. 
Nach den Ermittlungen der Landwirtschaftskammer sind etwa 10 % aller Betriebe 
über 100 ha als gefährdet anzusehen; das würden etwa 344 Betriebe mit einer land- 
wirtschaftlich genutzten Fläche von rund 100 000 ha sein. Von diesen Betrieben 
dürfte aber ein Teil noch auf dem unter 1. und 2. angegebenen Wege dem bisherigen 
Besitzer erhalten werden können. Bei vorsichtiger Schätzung wird man wohl 
annehmen dürfen, daß etwa 10% der rund 400 gefährdeten Betriebe bei Eingreifen 
ler Organisation unter Aufrechterhaltung des bisherigen Besitzverhältnisses saniert 
werden können. Alesdann käme man dahin, daß rund 300 Betriebe mit einer Fläche 
von etwa 90000 ha den. Besitzer wechseln müssen. Nach den Erfahrungen der 
OIstpreußischen Landgesellschaft sind etwa. ein Viertel der angebotenen Betriebe zur 
Siedlung geeignet. Im vorliegenden Fall würden dies rund 90 Betriebe mit etwa 
23 000 ha sein. Diese 90 Betriebe wären der Ostpreußischen Landgesellschaft zur 
Verfügung zu stellen. Wie von der Leitung der Ostpreußischen Landgesellschaft 
dem Unterausschuß mitgeteilt wurde, wäre die Gesellschaft, falls ihr die erforder- 
lichen Kredite zur Verfügung gestellt werden, durchaus in der Lage, diese 23 000 ha 
zu erwerben und in kurzer Zeit zu besiedeln. Die Gesellschaft hat im Jahre 1926 
allein 14 707 ha aufgenommen und davon noch im gleichen Jahre 1862 ha fertig 
besiedelt. Im Jahre 1928 sind im ganzen durch die Landgesellschaft 606 Siedler 
auf 9000 ha angesetzt, für 1929 sind rund 800 Stellen in Vorbereitung, und das 
Ergebnis kann technisch ohne Schwierigkeiten auf 1000 Stellen gesteigert werden, 
wenn sich die erforderlichen Käufer mit dem notwendigen Eigenvermögen finden. 
Es ist also eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen der Organisation und 
der Landgesellschaft erforderlich, 
4. Es bleibt nun noch zu klären, was mit den verbleibenden Betrieben ge- 
schehen soll. Es würden dies unter Zugrundelegung der bisherigen Schätzungen 
etwa 250 Betriebe mit 63000ha sein. Ob diese Betriebe vor oder nach der 
Zwangsversteigerung verwertet werden, ist generell nicht zu entscheiden. Dies 
wird im wesentlichen von der Höhe und Art der Schulden, von dem Ergebnis der 
Verhandlungen mit den Gläubigern über die Art ihrer Befriedigung, sowie vom 
Zustande des Bodens und des noch vorhandenen Inventars abhängen. Ein Weg 
würde darin bestehen, zur Verminderung der Schuldenlast einen Teil des Bodens 
an Anlieger zu verkaufen. Der Rest könnte dann tüchtigen Landwirten überlassen 
werden. Gegebenenfalls wird auch der gesamte Besitz einem geeigneten Landwirt 
verkauft werden können. Dann wird es sich darum handeln, daß die Organi- 
sation aus den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln Kredite gibt, um tüchtigen 
Landwirten die Übernahme zu erleichtern. Ferner wird sie sich bemühen, diesen 
Leuten für eine gewisse Übergangszeit Erleichterungen auf steuerlichem und 
Änanziellem Gebiete zu verschaffen, um das Wiederingangbringen des Betriebes 
zu ermöglichen. Voraussetzung ist allerdings, daß sich der neue Erwerber einer 
Wirtschaftsberatung und Wirtschaftskontrolle unterwirft. 
5. Ein weiterer Weg besteht darin, daß ganze Betriebe oder Teile davon in 
das Eigentum des Forst- und Domänenfiskus übergeführt werden, falle es nicht 
nöglich sein sollte, den bisherigen Besitzer zu halten. 
Eine eigene Siedlungstätigkeit der zu schaffenden Organisation kommt da- 
gegen nicht in Betracht. Sie würde an das schwierige und lange Erfahrungen er- 
fordernde Siedlungsgeschäft völlig unvorbereitet und ohne eingearbeitetes Personal 
herangehen müssen, denn brauchbare Siedlungsbearbeiter reifen erst nach lang- 
jähriger Tätigkeit bei Siedlungsbehörden und -trägern heran, und an solchen er- 
fahrenen Persönlichkeiten herrscht heute ein empfindlicher Mangel. Es wäre eine 
völlie irrtümliche Annahme. daß auch devastierte Grundstücke, und dazu wird
	        

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Citation recommendation

Bilanztechnik Und Bilanzkritik. Walter de Gruyter & Co., vormals G.J. Göschen’sche Verlagshandlung - J. Guttentag, Verlags-Buchhandlung - Georg Reimer - Karl J. Trübner - Veit & Comp., 1923.
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