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Finanzen und Steuern im In- und Ausland

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzen und Steuern im In- und Ausland

Monograph

Identifikator:
1823190766
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-220010
Document type:
Monograph
Title:
Finanzen und Steuern im In- und Ausland
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Hobbing
Year of publication:
1930
Scope:
896 S
graph. Darst.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Hauptteil. Deutsche Finanz- und Steuerstatistik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

210 
Zweites Buch. Die Gegner. 
gepredigte Nichteinmischung der Regierung ohne Berechtigung. Die 
Gesellschaft muß im Gegenteil eingreifen, den individuellen Initiativen 
eine Grenze ziehen und ihre Mißbräuche korrigieren. Sismondi ist so 
der erste der Interventionisten. 
Nach seiner Ansicht sollte die Tätigkeit des Staates zunächst auf 
eine Eindämmung des Überflusses an Produkten hinzielen und die zu 
schnelle Vermehrung neuer Erfindungen hemmen. Sismondi träumt 
von einem Fortschritt, der sich in langsamen Etappen vollzieht, ohne 
jemanden zu schädigen, ohne irgendein Einkommen zu verringern, und 
ohne sogar den Zinsfuß zu senken 1 )- Seine Empfindsamkeit macht ihn 
furchtsam. Seine Gegner lächeln über seine Philanthropie. Sogar die 
Saint-Simonisten, die doch gewissen Ansichten Sismondi’s sympathisch 
gegenüberstanden, werfen ihm vor, „daß ihn seine Philanthropie in die 
Irre führe“ 2 ). Dieser Charakterzug drückte sich sogar in seinen Lebens- 
gewohnheiten aus: „Er hatte“, so erzählt Sainte-Beuve 3 ) „einen Schlosser, 
der so schlecht und so ungeschickt arbeitete, daß niemand ihn mehr be 
schäftigen wollte; er aber behielt ihn bis zum Ende, trotz allen Schadens, 
um ihn nicht auch seinen letzten Kunden verlieren zu lassen.“ Er hätte 
gewünscht, daß die Gesellschaft das gleiche mit Hinsicht auf die be 
drohten, alten Industrien tue. Er vergleicht die Gesellschaft mit Gandalin, 
dem Zauberlehrling des Märchens, der, nachdem er durch das magische 
Wort den automatischen Wasserträger herbeigerufen hatte, sieht, wie 
ein Eimer Wasser nach dem anderen das Haus überschwemmt, ohne 
doch das Wort finden zu können, mit dem er ihm Einhalt gebieten kann. 
Anstatt die Produktion zu begünstigen, sollte die Regierung dem „blinden 
Eifer“ Einhalt tun 4 ). Er fleht die Gelehrten an, mit ihren Erfindungen 
langsamer vorzugehen und sich an das Wort der Ekonomisten „laisseh 
faire, laisser passer“ — gehen lassen, vorübergehen — hinübergehen 
lassen — zu erinnern, und so" auch „den überflüssig gewordenen Gene 
rationen Zeit zu lassen, — „vorüber hinüberzugehen!“ Für die 
alte Ordnung der Zünfte und der Gilden hat er eine geheime Sympathie; 
wenn er sie auch, als mit den Interessen der Produktion im Gegensatz 
1) Sismondi wendet auf das Sinken des Zinsfußes die gleichen Grundsätze an, 
wie auf das Wachstum der Produktion und auf die Maschinen: „Die Vermehrung der 
Kapitalien ist nur insoweit wünschenswert, als auch die Verwendung, die man von 
ihnen machen kann, zur gleichen Zeit größer wird. Jedesmal nun, daß der Zinsfuß 
fällt, ist das ein sicheres Zeichen, daß die Verwendung proportional zur Menge der 
Kapitalien geringer wird, und dieses Sinken des Zinses, worin stets ein Vorteil für irgend 
jemanden liegt, ist auch stets mit Nachteil für einen anderen verbunden, sei es unter 
den Landsleuten, deren Einkünfte sinken, sei es unter den Ausländern, deren Arbei 
es unterbricht“ (N. P., I, S. 393). „ 
2 ) Vgl. die Revue der Saint-Simonisten: Le Producteur, IV, S. 567—5o°- 
3 ) Sainte-Beuve, Nouveaux Lundis, VI, S. 81. 
*) fitudes sur 1’ljSconomie Politique, I, S. 60—61.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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