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Allgemeine Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Allgemeine Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1823562132
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-217461
Document type:
Monograph
Author:
Sander, Fritz http://d-nb.info/gnd/140473750
Title:
Allgemeine Gesellschaftslehre
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
XVI, 572 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Kapitel. Vergemeinschaftung und Gemeinschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Allgemeine Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Grundwissenschaft und Gesellschaftswissenschaft
  • Kapitel II. Das Wollen
  • III. Kapitel. Das Streben
  • IV. Kapitel. Vergemeinschaftung und Gemeinschaft
  • V. Kapitel. Vergesellschaftung und Gesellschaft
  • VI. Die Macht
  • VII. Kapitel. Die Besonderheiten der Vergesellschaftungs- Werbungs- Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs- Seelenaugenblick hinsichtlich der Vergesellschaftungs-Interesse-Gedanken
  • VIII. Kapitel. Andere Besonderheiten der Vergesellschaftungs-Werbungs-Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs-Seelenaugenblicke
  • IX. Kapitel. Staats-Gesellschaft, Rechts-Gesellschaft und Wirtschafts-Gesellschaft

Full text

Vergemeinschaftung und Gemeinschaft, 195 
bei Wahrnehmung (und auch schon bei Vorstellung) besonderer Worte 
„assoziativ‘“ die Vorstellung besonderer Gegenstände einstellt, wird 
niemand leugnen. Ein „Wort“ kann sich in dieser „,assoziativen 
Funktion‘ finden, aber nicht wegen dieser Funktion ist ein Körper- 
liches „Wort‘, sondern lediglich als „sinnvolles Satzfragment‘“, d. h. 
als ein identisches Körperliches, das als identische wirkende Bedingung 
dafür in Betracht kommt, daß besondere Seelen durch Wahrnehmung 
einer Besonderheit jenes Körperlichen die Vorstellung besonderen 
Gegenständlichens besonderer identischer Behauptungs-Wollen-Augen- 
blicke deshalb gewinnen, weil ihnen das Wissen darum zugehört, daß 
jenes identische Körperliche Sätzen angehört, die als identischer Wir- 
kungsgewinn mit besonderem identischen Behauptungs-Wollen zu- 
sammengehören. Aus irgendeiner ‚Assoziation‘ ist überhaupt „Zeichen- 
gebung“, insbesondere ‚Sprache‘ nicht zu erklären. Denn weckt 
stwa jemandem die Wahrnehmung eines besonders gestalteten Baumes 
„assoziativ‘‘ die Vorstellung eines früher gesehenen „gleichen“ Baumes 
oder weckt etwa jemandem die Wahrnehmung eines Brandes die Vor- 
stellung eines früher gesehenen Menschen, der Brandversicherungsagent 
ist, so wird niemand behaupten, daß die wahrgenommene Baumgestalt 
„Wort“, ‚„Name‘‘, „Bezeichnung“ für den anderen Baum, oder daß 
der wahrgenommene Brand „Wort“, „Name‘“, „Bezeichnung“‘‘ für den 
Brandversicherungsagenten ist. 
Nur in Beziehung zu besonderen Sätzen, die „absichtliche Be- 
zeichnung“, „absichtlicher Ausdruck“ von besonderem identischen Be- 
hauptungs-Wollen sind, kann eben ein Körperliches als „Wort“ gewußt 
und bestimmt werden. So könnte auch selbstverständlich niemand eine 
„fremde Sprache“ erlernen, wenn man ihm bloß sagen würde, daß in 
besonderen Seelen, z. B. den „Franzosen“, bei Wahrnehmung beson- 
deren Körperlichens stets die Vorstellung besonderen Gegenstandes 
„ASSOzliert““ ist, daß also z. B. ein Franzose, wenn er das Gestaltkörper- 
liche „Päme“ wahrnimmt, auch die Vorstellung „die Seele‘‘ gewinnt 
— Solche Berichte über in der Welt vorgefallene ‚„,Assoziationen‘‘ und 
'n der Welt bestehende ‚,Assoziationsmöglichkeiten“ sind niemals „Sprach- 
Unterricht“, Kein Sprachlehrer sagt auch unterrichtend etwa: „Franzosen 
aSsozieren mit der Wahrnehmung des Gestaltkörperlichen ‚Päne‘ die 
Vorstellung eines Esels‘‘, sondern sagt: „Im Französischen bezeichnet 
Man mit dem Worte ‚Päne‘, drückt man mit diesem Worte aus ‚einen 
Esel‘, d. h. solches Gestaltkörperliches findet sich in allen französischen 
Sätzen, die den identischen Wirkungsgewinn in Beziehung zu solchen 
\dentischen Behauptungs-Wollen-Augenblicken bilden, deren identisch 
Behauptetes ein Gedanke an einen Esel ist‘. Wüßte jemand nicht, was 
„Behauptungs-Wollen“ und „Satz“ ist, so könnte man ihm auch keine 
Sprache lehren, und er könnte auch dann, wenn er etwa um alle Körper- 
'x
	        

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Allgemeine Gesellschaftslehre. Verlag von Gustav Fischer, 1930.
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