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Fortschritt und Armut

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Bibliographic data

fullscreen: Fortschritt und Armut

Monograph

Identifikator:
1823562132
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-217461
Document type:
Monograph
Author:
Sander, Fritz http://d-nb.info/gnd/140473750
Title:
Allgemeine Gesellschaftslehre
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
XVI, 572 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Kapitel. Vergesellschaftung und Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Fortschritt und Armut
  • Title page
  • Contents
  • Buch I. Arbeitslohn und Kapital
  • Buch II. Bevölkerung und Unterhaltsmittel
  • Buch III. Die Gesetze der Verteilung
  • Buch IV. Die Wirkung des materiellen Fortschnitts auf die Güterverteilung
  • Buch V. Das Problem gelöst
  • Buch VI. Das Heilmittel
  • Buch VII. Die Gerechtigkeit des Heilmittels
  • Buch VIII. Die Anwendung des Heilmittels
  • Buch IX. Die Wirkungen des Heilmittels
  • Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
    Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
  • Schluß. Das Problem des individuellen Lebens

Full text

398 
Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes. 
Buch X. 
die Luft füllte sich mit neuen Wunderkräften, der Boden mit frischer 
Fruchtbarkeit, für jeden jetzt wachsenden Grashalm sproßten zwei und 
die sich jetzt fünfzigfach vermehrende Saat gebe einen hundertfachen 
Ertrag! Würde die Armut dadurch vermindert oder das Elend gelindert 
werden? Offenbar nein! Alle Vorteile, die erwachsen könnten, würden 
nur vorübergehend sein. Die neuen, das Weltall durchströmenden 
Kräfte könnten nur vermittels des Grund und Bodens nutzbar gemacht 
werden. Und da derselbe Privatbesitz ist, so würden die Klaffen, welche 
jetzt die Gaben des Schöpfers monopolisieren, auch alle die neuen für 
sich in Beschlag nehmen. Die Grundbesitzer allein würden den Nutzen 
davon haben. Die Renten würden steigen, aber die Löhne noch immer 
nach dem Pungerpunkte hinstreben! 
Dies ist nicht bloß eine nationalökonomifche Folgerung; es ist eine 
Sache der Erfahrung, wir wissen es, weil wir es gesehen haben. In 
unserer eigenen Zeit, unter unseren eigenen Augen hat jene Macht, 
die über alles, in allem und für alle ist; jene Macht, von der das ganze 
Weltall nur die Ausstrahlung ist; jene Macht, die alle Dinge erschaffen 
hat und ohne welche nichts geschaffen ist, die den Menschen zum Genuß 
verliehenen Gaben so wirklich und wahrhaftig vermehrt, als wenn 
dis Fruchtbarkeit der Natur erhöht worden wäre, In dem Geiste des 
einen erwachte der Gedanke, welcher den Dampf für den Dienst der 
Menschheit anschirrte. Dem inneren Ohre des anderen wurde das Ge 
heimnis zugeflüstert, welches den Blitz zwingt, eine Botschaft um die 
Erde zu tragen. In jeder Richtung sind die Gesetze des Stoffes enthüllt 
worden; auf jedem Gebiete der Industrie sind Arme von Eisen und 
Finger von Stahl entstanden, deren Wirkung aus die Güterproduktion 
genau dieselbe war wie eine Zunahme der Fruchtbarkeit der Natur. 
Was war das Resultat? Einfach, daß die Grundbesitzer den ganzen Gewinn 
erlangen. Die erstaunlichen Entdeckungen und Erfindungen unseres 
Jahrhunderts haben weder die Löhne erhöht noch die Mühsal erleichtert. 
Die Wirkung war einfach die, die wenigen reicher und die vielen hilfloser 
zu machen. 
Ist es gerecht, daß die Gaben des Schöpfers derartig ungestraft 
in Beschlag genommen werden dürfen? Ist es eine so geringe Sache, 
daß die Arbeit ihres Verdienstes heraubt werden darf, während die 
Habsucht sich in Reichtum wälzt —daß die vielen Mangel leiden müssen, 
während die wenigen übersättigt sind? Man wende sich zur Geschichte, 
und auf jeder Seite kann man die Lehre lesen, daß solches Unrecht 
nicht unbestraft bleibt, daß die Nemesis, die der Ungerechtigkeit folgt, 
niemals ausbleibt oder schläft! Man blicke um sich. Kann dieser Zustand 
der Dinge so fortgehen? Können wir auch sagen: „Nach uns die Sint 
flut !" Nein, die Pfeiler des Staates zittern schon jetzt, und die Grund 
lagen der Gesellschaft selbst fangen an, von den darunter eingeschlossenen 
glühenden Kräften zu beben. Der Kampf, der entweder neues Leben
	        

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Fortschritt Und Armut. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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