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Allgemeine Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Allgemeine Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1823562132
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-217461
Document type:
Monograph
Author:
Sander, Fritz http://d-nb.info/gnd/140473750
Title:
Allgemeine Gesellschaftslehre
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
XVI, 572 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VII. Kapitel. Die Besonderheiten der Vergesellschaftungs- Werbungs- Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs- Seelenaugenblick hinsichtlich der Vergesellschaftungs-Interesse-Gedanken
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Allgemeine Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Grundwissenschaft und Gesellschaftswissenschaft
  • Kapitel II. Das Wollen
  • III. Kapitel. Das Streben
  • IV. Kapitel. Vergemeinschaftung und Gemeinschaft
  • V. Kapitel. Vergesellschaftung und Gesellschaft
  • VI. Die Macht
  • VII. Kapitel. Die Besonderheiten der Vergesellschaftungs- Werbungs- Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs- Seelenaugenblick hinsichtlich der Vergesellschaftungs-Interesse-Gedanken
  • VIII. Kapitel. Andere Besonderheiten der Vergesellschaftungs-Werbungs-Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs-Seelenaugenblicke
  • IX. Kapitel. Staats-Gesellschaft, Rechts-Gesellschaft und Wirtschafts-Gesellschaft

Full text

Die Besonderheiten der Vergesellschaftungs-Werbungs-Seelenaugenblicke usw. 403 
sagt: „Ein Gesuch wird angenommen“, und zwar deshalb nicht, weil 
man nicht klar erkannt hat, daß ein „Gesuch“ kein „Anspruch“ ist, 
vielmehr das „Gesuch“ als einen besonderen Anspruch behandelt. Zu- 
nächst wird ein „Gesuch“ leicht mit einer „Bitte“ verwechselt, die, wie 
noch darzulegen ist, stets einen „Anspruch“ darstellt, in welchem darauf 
gezielt wird, daß der Andere sich in besonderer Weise in der Absicht 
verhalte, „daß dem Ansprucherheber nicht besondere Unlust als auf den 
Adressaten bezogener Unwert zugehörig wird“. Jener, der eine Bitte 
erfüllt, kann dabei sehr wohl wissen, daß er den den Bittenden betreffen- 
den Interessengesamtzustand verschlechtert, wie wenn z. B. A dem B 
über dessen Bitte Kokain gibt, um Unlust des B an der Enttäuschung 
der Bitte zu verhindern. Insbesondere in der Rechts- und Staatslehre 
und in den „Staatsgesetzen“ herrscht große Unsicherheit und Unklar- 
heit im Gebrauche der Worte „Bitte“ und „Gesuch“ und ferner noch 
des Wortes „Antrag“, so daß etwa — um nur ein Beispiel aus zahl- 
reichen Beispielen herauszugreifen. — unbefangen von einer „Klage- 
bitte“ oder von einem „Klagegesuche“ oder auch von einem „Klage- 
antrage“ oder schlechtweg von einem „Klageanspruche“ gesprochen 
wird. Dieser schwankende Wortgebrauch läßt sich nicht dadurch be- 
schönigen, daß man sagt, „man könne doch sprechen, wie man wolle“, 
denn in Wahrheit schreibt sich jenes Schwanken des Wortgebrauches 
nur von der Unklarheit des Wissens um die Arten der 
Verhalten-Werbung her, so daß man einfach nicht weiß, was 
jener tut, der mit der Klage um besonderes Verhalten des „Richters“ 
wirbt, und überhaupt nicht weiß, in welch’ verschiedener Weise um 
amtliches Verhalten von staatlichen Angestellten geworben werden 
kann, vielmehr alle Fragen flott mit den Worten „Rechtsanspruch“, 
„Recht“, „subjektives Recht“, „Norm“, „Sollen“ u. dgl. aus dem Felde 
schlägt. Eine Werbung um besonderes amtliches, d. h. seiner Pflicht 
entsprechendes Verhalten eines staatlichen Angestellten ist aber niemals 
„Bitte“, da kein staatlicher Angestellter dazu angestellt ist, jemandes 
Verhalten-Werbung deshalb Folge zu leisten, weil er bloß Unlust des Ver- 
halten-Werbers verhindern will, und eine solche Verhalten-Werbung ist 
nur dann „Gesuch“, wenn darauf gezielt wird, daß der staatliche An- 
gestellte sich in besonderer Weise kraft seiner Überzeugung verhalte, 
daß durch sein Verhalten der eine von ihm verschiedene Seele betreffende 
Interessengesamtzustand verbessert bzw. Verschlechterung solches Inter- 
essengesamtzustandes vermieden wird. So ist z. B. die Werbung um das 
Verleihen einer „Gewerbekonzession“ ein „Gesuch“, wenn der „Gesetz- 
geber“ vom betreffenden Beamten nicht beansprucht hat, daß er über 
jemandes besondere Werbung eine „Konzessionsurkunde“ ausstelle, viel- 
mehr den Beamten nur beauftragt hat, dem Werber eine Konzessions- 
urkunde auszustellen, wenn er, der Beamte, durch Prüfung der „Lokal- 
Dax
	        

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Allgemeine Gesellschaftslehre. Verlag von Gustav Fischer, 1930.
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