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Der Bolschewismus

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Bibliographic data

fullscreen: Der Bolschewismus

Monograph

Identifikator:
1851174176
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-297428
Document type:
Monograph
Author:
Gurian, Waldemar http://d-nb.info/gnd/118699369
Title:
Der Bolschewismus
Place of publication:
Freiburg im Breisgau
Publisher:
Herder
Year of publication:
1931
Scope:
XI, 337 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Die geschichtlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen des Bolschewismus.
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Bolschewismus
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung.
  • Erster Teil. Die geschichtlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen des Bolschewismus.
  • Zweiter Teil Eroberung und Ausbau der politischen Macht in Rußland durch die bolschewistische Partei.
  • Dritter Teil. Die Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik des Bolschewismus.
  • Vierter Teil. Die bolschewistische Partei.
  • Fünfter Teil. Die bolschewistische Doktrin.
  • Sechster Teil. Kritik des Bolschewismus.
  • Bolschewistische Dokumente
  • Index

Full text

8 1. Teil. Die geschichtlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen. 
Heer war westeuropäisch geschult, eine von westeuropäischen 
Vorbildern bestimmte Bürokratie wurde geschaffen, die russische 
Gesellschaft sollte sich nach den westeuropäischen Sitten richten. 
Die westeuropäische Bildung mußte schon darum übernommen 
werden, weil ohne sie die Führung der Verwaltung und des Heeres 
nicht möglich gewesen wäre. Aber die westeuropäische Herrschafts- 
technik hatte nicht zu einem Verzicht auf die besondere Legitima- 
tion (Herrschaftsbegründung) geführt. Seit der Regierung Niko- 
laus’ I. (1825—1856) hatte sie sich in aller Klarheit ausgebildet: als 
Grundlagen des russischen Reiches wurden das großrussische 
Volkstum, die ihm entsprechenden Formen der Regierung, das 
Selbstherrschertum, und der Religion, die Orthodoxie, betrachtet. 
Damit war eine scharfe Grenze gegen alle westeuropäischen poli- 
tischen und sozialen Bewegungen aufgerichtet, die zu ziehen im 
18. Jahrhundert noch nicht notwendig gewesen war, da damals 
auch im Westen die absolute Monarchie als selbstverständlich galt. 
Im Namen der nationalen Tradition wurde jede Anpassung an 
die öffentliche Meinung der gebildeten Kreise abgelehnt, der Parla- 
mentarismus und der Konstitutionalismus wurden in allen ihren 
Formen als nichtrussisch hingestellt. Empfand nicht auch das 
Volk den Zaren als seinen Schutzherrn, an den es gegen Über- 
rriffe der bürokratischen Verwaltung appellieren konnte? 
Natürlich war der theoretisch unumschränkt herrschende Zar 
in Wirklichkeit gar nicht allmächtig. Nicht nur die ungeheure 
Masse der Bürokratie stand ihm entgegen, deren verwickelter 
Aufbau nicht mit einem Schlage zu ändern war. Der Zar mußte, 
ob er es wollte oder nicht, auf traditionelle Gesellschaftsschichten 
Rücksicht nehmen. Der grundbesitzende Adel galt neben den 
passiven Bauernmassen und den konservativ eingestellten Gruppen 
der Kleinbürger und der russischen Kaufleute als sicherste Stütze 
des Thrones. Die Völker und Religionen des Landes wurden 
nicht als gleichgestellt behandelt. Die Großrussen und die 
orthodoxe Kirche suchte die Regierung auf jede Weise zu be- 
günstigen; sie waren eben das Staatsvolk und die Staatsreligion. 
Man darf nicht annehmen, daß der Absolutismus jeden Fortschritt 
ausschloß, zähe an einmal gegebenen gesellschaftlichen Formen 
und Ordnungen festhielt. Er betrachtete es — wie am deutlichsten 
die vom Willen Peters des Großen bestimmte Anpassung an West- 
europa bewies — als seine Aufgabe, notwendige Reformen einer 
widerstrebenden Gesellschaft aufzuzwingen. Die Bauernbefreiung 
von 1861 wäre ohne den Zaren Alexander II. nicht durchgeführt 
worden, mochte auch der Verlust des Krimkrieges gegen England
	        

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Der Bolschewismus. Herder, 1931.
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