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Der Bolschewismus

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Bibliographic data

fullscreen: Der Bolschewismus

Monograph

Identifikator:
1851174176
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-297428
Document type:
Monograph
Author:
Gurian, Waldemar http://d-nb.info/gnd/118699369
Title:
Der Bolschewismus
Place of publication:
Freiburg im Breisgau
Publisher:
Herder
Year of publication:
1931
Scope:
XI, 337 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Die geschichtlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen des Bolschewismus.
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Bolschewismus
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung.
  • Erster Teil. Die geschichtlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen des Bolschewismus.
  • Zweiter Teil Eroberung und Ausbau der politischen Macht in Rußland durch die bolschewistische Partei.
  • Dritter Teil. Die Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik des Bolschewismus.
  • Vierter Teil. Die bolschewistische Partei.
  • Fünfter Teil. Die bolschewistische Doktrin.
  • Sechster Teil. Kritik des Bolschewismus.
  • Bolschewistische Dokumente
  • Index

Full text

ERSTER TEIL. 
Die geschichtlichen und gesellschaftlichen 
Voraussetzungen des Bolschewismus. 
Die absolute Monarchie. 
DS alte kaiserliche Rußland, das Rußland der Zaren, war eine 
absolute Monarchie *. Der Absolutismus war unter dem Ein- 
(luß des von Byzanz übernommenen orthodoxen Christentums und 
vor allem der Tatarenherrschaft (1224-1480) entstanden, die den 
Feudalismus sich nicht hatten entwickeln lassen. Durch die von 
oben, von Peter dem Großen, veranlaßte Europäisierung wurde 
er endgültig gefestigt. Selbst die durch das Oktobermanifest von 
1905 angekündigte Verfassung kann man nur als eine mehr oder 
minder äußerliche, unwesentliche Einschränkung des Selbst- 
herrschertums ansehen. Max Weber hat das auf ihr beruhende 
Regime mit Recht als „Scheinkonstitutionalismus“ bezeichnet, denn 
nach wie vor konnte der Zar und die nur von seinem Vertrauen 
abhängige Regierung über alle wichtigen Angelegenheiten durchaus 
selbständig entscheiden, ohne sich um die Meinung der Volks- 
vertretung, der Duma, zu kümmern. Diese Monarchie hatte sich 
aus dem Moskauer Großfürstentum entwickelt. Sie hatte es ver- 
standen, ihr Herrschaftsgebiet durch fortwährende Eroberungs- 
kriege bis weit nach Westeuropa und über einen großen Teil 
Asiens auszudehnen. Nach der Abschüttelung des Tatarenioches 
im Jahre 1480 eroberte das Moskauer Zarentum im Jahre 1552 
Kasan an der Wolga. 1667 und 1686 wurde die Ukraine links des 
Dniepr gewonnen. Den langen Krieg Peters des Großen mit 
Schweden beendete 1721 ein Frieden, der Rußland den größten 
Teil der Ostseeprovinzen sicherte. In den drei Teilungen Polens 
1772, 1793 und 1795 bekam Rußland den Löwenanteil. Fünf Kriege 
mit der Türkei von 1774 bis 1878 führten zu Gebietserweiterungen. 
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Eroberung des Kau- 
kasus abgeschlossen. Die russische Herrschaft über Sibirien war 
bereits im 16. Jahrhundert gesichert und im 19. Jahrhundert durch 
Gewinnung von Mittelasien und Ausdehnung bis zum Stillen Ozean 
abgerundet worden. 
Die absolute Monarchie hatte seit dem 18. Jahrhundert, seit 
Peter dem Großen, die westeuropäische Herrschaft und Verwal- 
tungstechnik. als Grundlage ihres Staatswesens übernommen. Das
	        

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Der Bolschewismus. Herder, 1931.
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