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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

Die skeptische Kritik der Erkenntnis. 
225 
zu gehen. Im Akt des Erkennens wird das Ich sich selber ent- 
fremdet; — es verliert sein eigenes Sein, um ein fremdes dafür 
einzutauschen. Die Dinge „begreifen“ heisst von ihnen ergriffen 
werden und in sie untergehen. So gibt es keine Schranke mehr. 
die das Wissen vom — Wahnsinn scheidet: „scire est alienari, 
alienari est insanire et perdere proprium esse et acquirere 
alienum: ergo non est sapere res, prout sunt, sed fieri res et 
alienatio. Sed alienatio est furor et insania, tunc enim insanit 
homo, cum in aliud esse convertitur“.®0°) Vor dieser äussersten 
Paradoxie, die dennoch, wie man erkennen muss, aus der ein- 
mal eingeschlagenen Richtung des Gedankens notwendig folgt, 
macht die Betrachtung Halt. Zwei verschiedene Wege der Lösung 
sind es, auf die wir nunmehr verwiesen werden, indem das eine 
Mal der Begriff des Seins, das andere Mal der des Subjekts, 
indem also auf der einen Seite die Metaphysik, auf der andern 
die Psychologie eine neue Bestimmung erfährt. Das Ich und 
sein Gegenstand sind keine einander fremden Potenzen, sofern sie 
beide aus ein und demselben absoluten Urgrund der Dinge her- 
vorgegangen sind und auf ihn zurückdeuten. Wir erinnern uns, 
wie gerade die Einordnung des Ich in den gesetzlichen Zu- 
sammenhang der Allnatur den Keim und Antrieb zur modernen 
Skepsis in sich barg: denn wie vermöchte der Teil das Ganze, 
dem er selbst ursächlich unterworfen ist, begrifflich zu be- 
herrschen? (S. ob. S 166 f.) Campanella wiederholt diese Frage;®') 
aber ihm ist in der metaphysischen Grundansicht, von der er 
ausgeht, die Antwort bereits implicit gegeben. Die Verwandlung 
des Ich in die Dinge ist nur scheinbar ein Abfall von seiner 
eigenen Natur: sofern alle Objekte Teile und OÖffenbarungen der 
Gottheit sind, in letzter Instanz somit zu dem wahren Quell 
des Selbst zurückführen. So tritt die spekulative Theologie 
in die Lücke ein, die die Logik nicht zu schliessen vermochte, 
Das Einzelwesen besitzt nur insofern Bestand und Halt, als es die 
ursprünglichen Bestimmungen des absoluten Seins, als es die 
drei „Primalitäten“ der Macht, Weisheit und Liebe in sich 
enthält und je nach dem Maasse seiner Vollkommenheit teilt. 
Die Ausführung, die Campanella diesem Gedanken gibt, verknüpfi 
in: eigentümlicher Mischung die neuen naturphilosophischen 
Prinzipien mit der metaphysischen Psychologie der Liebe, wie 
RR
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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