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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

292 Die Entstehung der exakten Wissenschaft. — Galilei. 
das Fernglas zu blicken, weil dies „seinen Kopf nur verwirren 
würde“.101) Der leeren Allgemeinheit des Schulbegriffs tritt die 
Forderung exakter Einzelbeobachtung, der „trockenen Abstrak- 
tion“ das konkrete sinnliche Bild des Seins entgegen.1®) Wahr- 
nehmung und Denken, Naturwirklichkeit und Verstandesbegriff: 
in der Trennung und Gegenüberstellung dieser Momente scheint 
nunmehr das Problem der neuen Wissenschaft und das Schicksal 
des neuen Erfahrungsbegriffs beschlossen zu sein. 
Dennoch ist in dieser Formel, die die Renaissance bevor- 
zugt, nur der subjektive Ausdruck des Gegensatzes gegeben, ist 
gleichsam nur der Affekt beschrieben und festgehalten, in dem 
sich die neuere Zeit vom Mittelalter loslöst. Die selbständigen, 
positiven Ziele der Forschung indes werden durch sie nicht auf- 
gehellt, der systematische Sinn der neuen Fragestellung wird 
durch sie nicht umgrenzt. Denn einmal ist der Reichtum an em- 
pirischem Gehalt, der sich im Aristotelischen Natursystem ver- 
lichtet hat, wie auch die Schätzung, die dem Faktor der Er- 
fahrung im Ganzen der Aristotelischen Erkenntnislehre zufällt, 
unverkennbar: Galilei und Kepler selbst sind es, die diesen Um- 
stand hervorheben und die ihn den modernen Peripatetikern ent- 
zegenhalten.1®) Sodann aber — und dies ist die entscheidende 
sachliche Erwägung —: wie wäre es möglich, die „Abstraktion“ 
zu verbannen und von der Grundlegung der Wissenschaft auszu- 
schliessen? Gilt es nicht vielmehr, sie in einem neuen, frucht- 
bareren Sinne zu behaupten und zu festigen? In der Tat ist es 
lehrreich zu verfolgen, wie die Einwände, die an diesem Punkte 
zegen das Schulsystem erhoben werden, von ihm aus sofort eine 
aigenartige Rückwendung erfahren. Immer von neuem 
wird gegen Galilei der Vorwurf erhoben, dass er in seinem 
Bemühen, die Natur unter allgemeinen Gesetzen und Prin- 
zipien zu begreifen, den Einzelfall in seiner Unterschiedenheit 
and Bestimmtheit vernachlässige. Die Kraft und Eigentümlich- 
keit des Besonderen werde verkannt, wenn man, wie er, alle 
denkbaren Fälle der Bewegung von Körpern, wenn man den 
Flug der Vögel, wie das Schwimmen der Fische, die Fortbewe- 
gung der „einfachen“ und der „zusammengesetzten“ Körper, in 
eine einzige Formel zusammendrängen und in ihr gleichsam unter- 
‚ehen lassen wolle. Sei es doch eben das Auszeichnende der
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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