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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

298 Die Entstehung der exakten Wissenschaft. — Galilei. 
und zwingenden Beweisgründen fügen. Erst dann, wenn diese 
Rückführung auf notwendige Erkenntnisse vollzogen ist, haben 
wir die Wirklichkeit, haben wir somit die Materie in ihrem 
wahren Begriffe erfasst und bewältigt. Von allen sinnlichen Be- 
sonderheiten und Eigenschaften des Stoffes wird abgesehen: — 
festgehalten werden von ihm nur diejenigen Bestimmungen, nach 
denen er mit den logischen Bedingungen und Erfordernissen der 
Wissenschaft zusammenstimmt. . Die Mannigfaltigkeit der wahr- 
naehmbaren Körper und Veränderungen als Modifikation eines 
zinheitlichen, ursprünglichen Urstoffes aufzufassen: diese Forde- 
rung besagt für Galilei nichts anderes als die Aufgabe, die 
zhaotische Vielheit der Erscheinungen auf ein letztes unveränder- 
liches Element zu beziehen und in ihm: erkennbar zu machen. 
Der „Materialismus“, den seine kirchlichen Gegner ihm vorwerfen, 
ist daher nichts anderes, als die Behauptung des allseitigen und 
ausnahmslosen Rechtes der wissenschaftlichen Vernunft: der Be- 
ariff der Materie ist das unentbehrliche Correlat des Begriffs der 
Notwendigkeit. 19) 
An diesem Punkte lässt sich der genaue Zusammenhang 
armessen, der Galilei mit der antiken Spekulation verbindet. Die 
zedankliche Verwandtschaft Galileis mit Demokrit ist mit Recht 
hervorgehoben worden!®); aber sie erweist sich nicht sowohl 
'n seiner Atomistik, die, so interessant und problemreich sie 
st, im Ganzen des wissenschaftlichen Systems doch nur ein 
\ussenwerk bleibt, als vielmehr in den logischen Funda- 
nenten seiner Physik. Auch der antike Materialismus ist ge- 
schichtlich nicht direkt aus der physikalischen Beobachtung, son- 
lern aus dialektischen Problemen und Erfordernissen herausge- 
wachsen. Es ist der Eleatische Gegensatz des Einen und Vielen, 
les Denkens und der Sinneswahrnehmung, der in ihm zugleich 
geschärft und geschlichtet werden sollte, Die Forderung des 
reinen Begriffs, der Anspruch der strengen unveränderlichen 
[dentität war fixiert: nun galt es, sofern eine Wissenschaft 
der Phänomene möglich sein sollte, die Erscheinungen derart zu 
vpestimmen und zu deuten, dass in ihnen selber ein Ewiges und Un- 
wandelbares sich darstellte und heraushob, (Vgl. ob. S. 31 {f.) Es 
ıst dieselbe Aufgabe, wenn auch in unvergleichlich grösserer Ein- 
dringlichkeit und Bestimmtheit gefasst, mit der Galileis Denken
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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