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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

342 
Descartes. 
Charakter eines Axioms. Idvzwv % bdola KpötovV Xal Ad Kal YVosı, 
xat ypöv. Alle anderen Merkmale treten erst nachträglich an 
dem so bestimmten Sein auf. „Die erzeugende Substanz (Ör0xei- 
psvov) ist das eigentliche Subjekt des Urteils; alles andere nur 
nebenbei; und wie im Wirklichen die Sache oder Eigenschaft 
entstanden, so soll sie im Prädikate ausgesagt werden.“12) Wenn 
wir von den Beziehungen der Quantität und Qualität sprechen, so 
müssen wir sie doch immer bestimmten Dingen „anhaftend“ denken, 
wenn wir von Verhältnisbegriffen, wie von denen des „Grossen 
und Kleinen“ ausgehen, so dürfen wir doch nicht, mit Platon, 
glauben, in ihnen Elemente des Wirklichen erfasst zu haben. 
Das wissenschaftliche Ideal, das dieser Anschauung entspricht, ist 
im Grunde die systematische Klassifikation der Objekte: es 
gilt, die verschiedenen „Formen“ der Natur gegen einander abzu- 
grenzen und ihre Eigenschaften in bestimmte Ordnung zu 
stellen (s. ob. S. 44f). Die Gefahr, die der Physik aus dieser 
Auffassung erwuchs, ist bekannt. Zwar auch ihr mag man noch 
die Erforschung der Substanz als Aufgabe stellen; ist es doch 
ihr Ziel, das Bleibende im Wechsel der Erscheinungen zu be- 
stimmen und festzuhalten. Der fundamentale Irrtum aber ent- 
steht, wenn sie dieses Bleibende selbst in der Form des Dinges, 
nicht in der der Regel des Geschehens Sucht; wenn sie, mit 
andern Worten, den Gesetzen die „Qualitäten“ und „Wesenheiten“ 
als die realen Ursachen unterschiebt. Wie diese Anschauung 
überall überwunden sein musste, ehe die moderne Physik und 
Astronomie einsetzen konnte, haben wir im Einzelnen verfolgt: 
wir sahen, wie Kepler den Begriff der Kraft durch den Begriff der 
Funktion klärte und umbildete, wie Galilei, von dem Wesen 
der Erscheinung absehend, das Gesetz als den einzigen Inhalt und 
Fragepunkt der Naturwissenschaft feststellte. Descartes zieht so- 
mit nur das philosophische Facit der wissenschaftlichen Gesamt- 
entwicklung, wenn er eine allgemeine Logik der Relationen 
fordert, die aller Betrachtung der besonderen Objekte voran- 
geht. Er erfüllt bereits mit der ersten Formulierung seiner Auf- 
gabe die Forderung, die er an sich gestellt hat: eine Logik, nicht 
der Beschreibung und Darlegung von Tatsachen, sondern der 
Entdeckung und Forschung zu geben. 1») Er selbst hebt es als 
das Charakteristische seiner Kategorienlehre hervor. dass sie
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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