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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

Die Verdinglichung der geistigen Funklionen. 461 
quasi in fasciculum collegerit, ipsa illa apprehensione 
at collectione unum dicitur“.2) So sind allgemein die funda- 
mentalen Begriffe nicht dingliche Eigenschaften, die den Objekten 
ainverleibt und von ihnen abzunehmen wären, sondern Ergeb- 
nisse ursprünglicher gedanklicher Synthesen. Wir müssen die 
festen Gebilde, um ihre Herkunft und ihre Tragweite zu ver- 
stehen, zuvor in die Operationen auflösen, aus denen sie ent- 
standen sind, wir müssen vom „Unum“ zur „unio“, vom‘ „Totum“ 
zur „totatio“ zurückgehen.®) Am reinsten und fruchtbarsten be- 
währt sich diese Vorschrift gegenüber dem Begriff der Substanz. 
Wenn diese in der Aristotelischen Definition als das letzte „Sub- 
jekt“ bezeichnet wird, auf das alle Aussagen sich beziehen, ohne 
dass es selbst wieder zum Prädikat einer Aussage werden könne, 
so sehen wir nunmehr, dass damit ein sprachlicher und gram- 
matischer Gesichtspunkt zur Norm und zum Untergrund der 
realen empirischen Wissenschaft gemacht wird. Der Grundgegen- 
satz, an den Aristoteles seine Physik wie seine Metaphysik an- 
knüpft, löst sich für die genauere Betrachtung und Zergliederung 
in die triviale Unterscheidung des Substantivums und Adjectivums 
auf.%) Damit schon hat Geulincx einen entscheidenden Gesichts- 
punkt gefunden, unter dem er nurmehr die Kritik an der ge- 
zamten scholastischen Kategorienlehre durchführen kann. Es ist 
die Sprache, ihre Eigentümlichkeit und ihre Forderungen, deren 
Leitung sich Aristoteles in der Entdeckung der einzelnen Grund- 
begriffe überlässt. Die Einteilung, die Ordnung und Zahl dieser 
Begriffe erklärt sich, sobald man ihren grammatischen Ur- 
sprung erkannt, sobald man in ihnen Abstraktionen aus dem 
einfachen Satze und seinen Grundbestandteilen wiedergefunden 
hat.”) Damit aber verschärft sich der bisherige Einwand; denn 
nicht nur werden hier Beziehungen und Setzungen des Denkens 
zu Eigenschaften an sich bestehender Dinge umgedeutet; es wird 
auch das Denken selbst nicht in seiner unmittelbaren Betätigung, 
sondern getrübt durch ein fremdes Medium ergriffen, Man ziehe 
diese äusseren Zutaten, die von der gemeinen, durch keine Wissen- 
schaft kontrollierten Vorstellung stammen, ab und die gesamte 
Peripatetische Metaphysik muss in sich selber zusammenfallen. 
An diesem Punkte, an dem der kritische Gedanke des Geu- 
linex zu seiner Vollendung gelangt, gilt es indes zugleich die
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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