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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

Der. Begriff des. Logos. 
75 
gend ist: aber es enthüllt sich in ihr ein charakteristisches Motiv 
der inneren Entwicklungsgeschichte des Systems. Cusanus glaubt 
die Existenz Gottes erwiesen zu haben und hat doch nur den Begriff 
der Wahrheit erhärtet; er glaubt eine unerschütterliche absolute 
Existenz gegründet zu haben und hat in Wirklichkeit bewiesen, 
dass jede Frage der Erkenntnis eine innere Gewissheit in sich 
birgt. Seine Problemstellung wurzelt im Mittelalter: sein Ergebnis 
aber führt ihn bis unmittelbar an die Schwelle der neuen, der 
Cartesischen Philosophie. 
An die griechische Philosophie, an ihre Entwicklung des 
Gegensatzes des „Einen und Vielen“ knüpft Cusanus an. Den Ge- 
halt der antiken Spekulation über dieses Problem hat Platon im 
Philebus in klassischer Weise zusammengefasst und gedeutet. Das 
ist ihm die Grundfrage, ob man solche Einheiten, wie den Men- 
schen selbst, das Rind selbst, das Schöne selbst, das Gute selbst 
als wahrhaft seiend anzunehmen hat: sodann aber, wie es mög- 
lich ist, dass sie, während sie doch stets mit sich selbst identisch 
bleiben und weder Entstehen noch Vergehen zulassen, sich den- 
noch in das Werdende und Unendliche auflösen und gleichsam 
zerteilen, „Denn das ist doch wohl das Unmöglichste, dass. sie, 
als ein und dasselbe, zugleich in dem Einen und in dem Vielen 
sind. Diese Einheit und Vielheit, nicht jene in den Sinnendingen, 
ist es, die zum Grund aller Schwierigkeiten wird, wenn man sie 
nicht zutreffend erklärt, dagegen zur Lösung jedes Zweifels, wenn 
sie richtig bestimmt wird“. Das Auseinandergehen in den Ge- 
gensatz und die Rückkehr zur Einheit also ist kein willkürlich 
aufgegriffenes Problem, sondern es stellt sich in ihm die grund- 
legende Eigentümlichkeit des logischen Prozesses selbst dar: 
„es wird niemals aufhören, noch stammt es etwa erst von heute, 
sondern es ist das unsterbliche, nie alternde Begegnis der Be- 
griffe selbstin uns.“ (töv Adımv adt&v davatcv Tı xoi dyhpOv dos 
iv piv.) Wirklich ist auch innerhalb der scholastischen Philosophie 
das Interesse an dieser dialektischen Grundfrage nirgends erstor- 
ben, wenngleich ihr eigentlicher logischer Kern unter mannig- 
[achen dogmatischen Hüllen sich verbirgt. Auch Cusanus erfasst 
das Problem in dieser Begrenzung; die Schwierigkeit im Begriffe 
der Trinität, die Einheit der drei göttlichen Personen ist es, auf 
der sein Blick zunächst verweilt. Hier liegt sein innerer Zu-
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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