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Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

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Bibliographic data

fullscreen: Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

Monograph

Identifikator:
1885646178
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-253324
Document type:
Monograph
Title:
Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Dürr
Year of publication:
1908
Scope:
VI, 154 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Abschnitt. Die preußische Städteordnung vom 19. November 1808
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erster Abschnitt. Die deutschen Städte im Mittelalter: Ihre Blütezeit
  • Zweiter Abschnitt. Die deutschen Städte im 16. und 17. Jahrhundert: Die Korruption der städtischen Verwaltung
  • Dritter Abschnitt. Die preußischen Städte im 17. und 18. Jahrhundert: Vernichtung städtischer Freiheit
  • Vierter Abschnitt. Die preußische Städteordnung vom 19. November 1808

Full text

5 
gann. In diesem Boden ruht die andere Wurzel unserer heutigen groß⸗ 
städtischen Entwickelung. 
Weiter folgt das bedeutungsvolle Gesetz vom 14. September 1811, 
das die Bauernbefreiung in Preußen vollendete, indem es auch den Bauern 
der Rittergüter freies Eigentum verlieh, wie es den Bauern auf den 
königlichen Domänen schon verliehen war. So können z. B. allein in 
der Mark Brandenburg zu den bisherigen 3148 freien bäuerlichen 
Familien noch 78000 Familien gutsherrliche Bauern — bisher das 
geborene Gesinde der Edelhöfe — fortan zu gleichem, echtem Eigentum 
kommen. Noch unter demselben Datum erging das Edikt zur Beförderung 
der Landeskultur, das jedem Grundbesitzer das Recht gab, sein Gut 
durch Verkauf zu verkleinern oder durch Ankauf zu vergrößern. Es 
sollte hierdurch den sogenannten kleinen Leuten die Möglichkeit gegeben 
werden, ein Eigentum zu erwerben oder nach Kräften zu vermehren. 
Eine lange Reihe grundstürzender Reformen, die die bisherige Ge— 
bundenheit des wirtschaftlichen Lebens vollständig aufhebt. Und diese 
gesamte innere Neugestaltung in einer Zeit, wo immer wieder schwere 
äußere Krisen das Dasein des Staates in Frage stellen. Wahrlich diese 
Männer glaubten an die Zukunft ihres Staates! — 
Wir haben nunmehr einen Überblick über die lange Reihe der 
Reformgesetze gewonnen, von denen wir jedoch nur die wichtigsten nam— 
haft gemacht haben. Herrliches war geleistet. Freiwillig war von der 
Krone dem Volke gegeben, was in Frankreich nur eine Revolution hatte 
zustande bringen können. Ohne in die öde Gleichmacherei der fran— 
zösischen Revolution zu versinken, war eine lebensvolle, staatsbürgerliche 
Freiheitlichkeit geschaffen. 
Freilich oft war man seiner Zeit vorausgeeilt und hatte so in allen 
Ständen der Bevölkerung vielfach mit dem erbittertsten Widerstande zu 
kämpfen gehabt. Es galt oft die heftige Gegnerschaft, ja geradezu den Haß 
des altpreußischen Adels und Beamtentums, die die unerhörten Neuerungen 
kaum fassen konnten und auch an eigener Macht erheblich einbüßten, zu 
besiegen. Die unerschrockenen Reformer haben sich nicht beirren lassen. 
Noch ein Wort über den Unterschied der beiden Minister in ihrer 
Reformtätigkeit: Steins Bestrebungen sind in der Hauptsache stets auf 
die Reform der Verwaltung und ihrer Organisation gerichtet gewesen; 
er wollte eine Neuordnung der Zentral- und Provinzialbehörden; er 
— 
für das platte Land, überall immer mit dem Grundgedanken, daß das 
Staatsbürgertum sich selbsttätig an allen Zweigen der Kommunal- und 
Staatsverwaltung beteiligen sollte. Die Bedeutung Hardenbergs liegt 
mehr auf dem Gebiete der Reform der Wirtschaftsgesetzgebung; er führte 
das Freihandelssystem durch, indem er für Gewerbefreiheit, Teilbarkeit 
des Grundbesitzes, freie Disposition bezüglich der Waldungen, sowie für
	        

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Entstehung Und Bedeutung Der Preußischen Städteordnung. Dürr, 1908.
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