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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

95 
in England bestand und die Basis für die internationalen Zahlungen 
bildete. So lange Deutschland die Silberwährung hatte, war es darauf 
angewiesen, die Vermittelung der englischen Banken bei allen über- 
seeischen Zahlungen in Anspruch zu nehmen, wo das Gold die Grund- 
lage bildete. Erst nachdem auch Deutschland die Goldwährung accep- 
tiert hatte, hat es begonnen, direkt die Zahlungen zu bewirken, und 
erspart damit die Vermittelungsgebühr, die es bisher an die englischen 
Banken zahlen mußte. Sehr begreiflich ist es daher, daß in der Gegen- 
wart auch die anderen Länder danach streben, dieselbe Basis für die 
internationalen Zahlungen zu erlangen. 
Der zweite Grund zur Acceptierung der Goldwährung liegt in 
dem schon früher berührten Umstande, daß bei der wachsenden Wohl- 
habenheit mehr und mehr das Bedürfnis hervortritt, zu einem wert- 
volleren Zahlungsmittel überzugehen, weil bei den bedeutenderen Be- 
trägen, die fortdauernd auszugleichen sind, die Kaufkraft des Silbers 
sich als zu gering erweist, Es entspricht daher dieser Vebergang zur 
Goldwährung nur der natürlichen historischen Entwickelung. Deutsch- 
land fand Anfang der 70er Jahre nicht nur auf dem Weltmarkt das 
nötige Quantum Gold, sondern erhielt zum großen Teile durch die 
Milliardenzahlung unmittelbar die nötige Kaufkraft, um die 700 000 Pfund 
Gold, ‚die es zur Ausprägung des Bedarfs an Goldmünzen gebrauchte, 
vom Auslande zu beziehen. Ebenso liegen in der Gegenwart die 
nötigen Quantitäten Gold infolge der gewaltigen Produktionssteigerung 
in diesem Metalle vor, um es auch den anderen Ländern, wie Oester- 
reich und Rußland leicht zu machen, den nötigen Bedarf zum 
Uebergange zur Goldwährung zu beschaffen. Wenn so unzweifelhaft 
augenblicklich Bedenken gegen die allgemeinere Annahme der Gold- 
währung nicht vorliegen, und sich irgend welche schlimmen Folgen 
bisher in keiner Weise ergeben haben, so ist nicht gesagt, daß nicht 
für die spätere Zukunft Umstände zu erwarten sind, welche das gegen- 
wärtige Vorgehen bedenklich erscheinen lassen und eine Aenderung 
nötig machen. Diese Aenderung könnte nur nach der Richtung der 
Doppelwährung gehen, aber niemals dahin, wieder das Silber an die 
Stelle des Goldes zu setzen. Wir haben deshalb die Frage zu erörtern. 
ob und unter welchen Verhältnissen die Durchführung der Doppelwäh: 
rung möglich, und unter welchen Verhältnissen sie wünschenswert ist 
Die alte Schule ging von dem Grundsatze aus, daß die Fixierung 
des Wertverhältnisses zwischen Gold und Silber ebensowenig durch- 
führbar sei, wie die zwischen Weizen und Roggen, Kupfer und Eisen ete, 
Nun unterliegt es keinem Zweifel, daß der moderne Staat mit seinen 
gewaltigen Mitteln und seinem mannigfaltigen wirtschaftlichen Bedarf 
wohl imstande wäre, auch ein bestimmtes Wertverhältnis bei anderen 
Waren für eine lange Zeit aufrecht zu erhalten, wenn nicht außerge- 
wöhnliche Umstände eintreten und der Bedarf der Produktion und 
umgekehrt entsprechend angepaßt werden kann. So wird die Sache 
auch bei dem Golde und Silber aufzufassen sein. Falsch ist es, zu 
meinen, daß das einfache Gebot des Staates schon ausreicht, ein solches 
wirklich statuiertes Verhältnis künstlich dem Markte zu oktroyieren 
und ganz gewiß nicht ein solches, das dem Werte auf dem Weltmarkte 
widerspricht. Die Geschichte hat. nun bewiesen, daß die Doppel- 
währung für sehr lange Zeit durchführbar ist und sogar erhebliche Ver- 
schiebungen in den Produktionsverhältnissen zu überstehen vermag, wie 
in England fast 3 Jahrhunderte hindurch bis zur Mitte des 17. Jahr- 
Vorzüge der 
Gold- 
währung. 
Doppel- 
währung
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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