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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

930 
Historische 
Entwicke- 
lune. 
und dann den Betrag einzukassieren. Das Börsengeschäft besteht 
darin, Wechsel billig zu kaufen und zu einem höheren Preise wieder 
zu verkaufen. Die Bank will nur den Zins in Anspruch nehmen, die 
Börse am Wechselkurse gewinnen, Die Erstere sieht deshalb auf be- 
sondere Sicherheit, die zweite nur auf erfolgreiche Absetzbarkeit des 
Wechsels. 
Die Bank handelt mit flüssigen Betriebskapitalien, die im laufen- 
den Geschäftsbetriebe umgesetzt werden, die Börse dagegen mit An- 
lagekapitalien. Auch hier will die Bank nur den Zins beziehen und 
an der Differenz des Zinses für Depositen und Darlehen profitieren. 
An der Börse will man an dem Kurse der Papiere gewinnen. Die 
Bank kauft nur sichere Papiere zur Anlage von Reservekapitalien, die 
Börse spekuliert mit Vorliebe mit unsicheren Papieren. Das Kaufen 
der Papiere, um sie mit Vorteil zu verkaufen, ist kein bankmäßiges, 
wohl aber ein hauptsächliches Börsengeschäft. 
Von den kleineren Bankiers ist nun schon lange eine Vereinigung 
beider T’hätigkeiten durchgeführt. In der neueren Zeit haben sich, wie 
erwähnt, große Aktienbanken zur Aufgabe gestellt, gerade Börsen- 
geschäfte zu machen, während sie es dabei nicht verschmähen, auch 
die gewöhnlichen Bankgeschäfte für einen dauernden Kundenkreis zu 
übernehmen, Das Bedenkliche dieses Vorgehens liegt vor allem darin, 
daß die Sicherheit der Banken durch die Uebernahme von Börsen- 
geschäften mehr und mehr gefährdet wird, und damit auch die Sicher- 
heit für die Depositen der Bankkunden und die Unterstützung der 
Geschäftswelt durch angemessenen Kredit. Auf der anderen Seite liegt 
lie Gefahr einer einseitigen Beeinflussung der Börse durch jene großen 
Anstalten vor, wie dann der Begünstigung von Gründungen aller Art 
ıllein zum Zwecke der Spekulation. Wir haben deshalb diesen eigen- 
Ümlichen Unternehmungen näher zu treten. 
Als Vorläufer dieser modernen Art von Banken ist wohl die 
Gründung von John Law 1717 bei dem Uebergange seiner Banque 
generale in die Banque royale anzusehen, mit der er die Aktien der 
Mississippi-Gesellschaft an der Pariser Börse unterzubringen suchte. 
Auch die von Friedrichdem Großen 1772 gegründete Seehandlungs- 
3ocietät hatte den gleichen Charakter, indem sie von vornherein sich 
an industriellen Unternehmungen beteiligte und Emissionen von Staats- 
papieren übernahm. Indessen hat sie sich von eigentlichen Spekulationen 
von je her fern gehalten, die ihr nach der Umwandlung in eine Staats- 
anstalt 1810 naturgemäß prinzipiell untersagt waren. Dann ist die 
1822 in Brüssel von König Wilhelm II. gegründete Soci6&t& generale 
hier anzuführen, die ausdrücklich den Zweck hatte, industrielle Unter- 
nehmungen zu unterstützen und ins Leben zu rufen. Aber der Aus- 
gangspunkt der eigentlichen Spekulationsbanken ist in dem 1852 von 
den Gebrüdern Pereire in Paris gegründeten „Credit mobilier“ zu 
sehen. Die Veranlassung zu dieser Gründung bot das Streben, die 
Uebermacht des Hauses Rothschild zu brechen und ihm ein mit 
ähnlichen Mitteln ausgerüstetes Institut entgegen zu stellen, welches 
sich an allen größeren Börsenspekulationen beteiligte, um davon zu 
profitieren. Das Aktienkapital betrug anfangs 60 Mill. Fres., während 
außerdem noch der zehnfache Betrag durch Ausgabe verzinslicher 
Obligationen aufgebracht werden sollte, was aber nicht zur Ausführung 
gelangte, da die Regierung den Mißbrauch dieser Kapitalsmacht be- 
fürchtete und die Ausgabe nicht gestattete. Aher auch das Stamm-
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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