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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

—- 239 — 
diesem Streben in weitgehendster Weise dienten. Das ist ersichtlich 
aus den Kämpfen der Zünfte mit dem Rate der Stadt, welcher die 
Konsumenten gegen Ueberteuerung durch die Zünfte zu schützen 
suchte, wie in den Kämpfen mit den Gesellenverbänden, die ihrerseits 
ihre Lage den Meistern gegenüber dnrch scharfes Zusammenhalten zu 
verbessern suchte. Das ist ersichtlich aus der Gesetzgebung, durch 
welche der Staat die Macht der geschlossenen Zünfte zu brechen für 
nötig hielt. So ist es begreiflich, daß bei der modernen Entwickelung 
des Großbetriebes sich Erscheinungen herausbildeten, die nun in groß- 
artigem Maßstabe dasselbe Ziel zu erreichen suchten. Die modernen 
Unternehmerverbände sind nicht, wie vielfach behauptet wird, ein Pro- 
dukt der Schutzzölle, sondern vielmehr des Freihandels. Der gänz- 
liche Mangel einer Organisation in der Produktion, eine damit ver- 
bundene extreme Konkurrenz, die sich als vielfach ruinös erwies, führte 
naturgemäß zu dem Gedanken, statt sich gegenseitig in dem Konkur- 
renzkampf aufzureiben, sich zu gemeinsamem Handeln zu organisieren 
und die Produktionsverhältnisse, wie die Preise und Löhne auf Grund 
gemeinsamer Verabredung so zu gestalten, wie sie den Verhältnissen 
antsprachen und wie sie eine gedeihliche Wirksamkeit für alle Teile 
gestatten. 
Sie sind ebenso gefördert und mitunter zu einer Notwendigkeit 
zeworden durch die Arbeiterbewegung und insbesondere die Strikes, 
um der organisierten Arbeitermasse gleichfalls in geschlossener Weise 
antgegentreten zu können. 
Der Gedanke ist daher an und für sich ein wirtschaftlich gesunder 
und den Zeitverhältnissen entsprechender. Wie all dergleichen Unter- 
nehmungen können aber natürlich auch diese ins Extrem ausarten 
ınd schließen Gefahren ein. 
Sind derartige Organisationen vereinzelt auch in Eungland schon 
im‘ vorigen Jahrhundert zu Tage getreten, wo zuerst auf Grund wirt- 
schaftlicher Freiheit der Großbetrieb erwuchs und zugleich die Arbeiter- 
klasse am frühesten sich zu organisieren begann, so ist doch das 
moderne Kartell erst in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts zu 
einer selbständigen wirtschaftlichen Existenz und zu allgemeiner Be- 
deutung gelangt. 
Die Aufgaben, welche sich die Kartelle stellen, sind verschieden- 
artig und schon hiernach die Form derselben verschieden, und noch 
mannigfaltiger gestaltet durch die wirtschaftlichen Verhältnisse und 
die Gesetzgebung der einzelnen Länder. 
Die verbreitetste Aufgabe derselben ist die, die Preisregulierung Beeinflussung 
zu beeinflussen, insbesondere durch die Verabredung eines Minimal- der Preise. 
satzes, unter dem die sich vereinigenden Unternehmer sich verpflichten, 
Ware nicht abzugeben. Namentlich in Zeiten einer wirtschaftlichen 
Depression, wo die Preise in wachsendem Rückgange begriffen sind, 
ist‘ es eine sehr gewöhnliche Erscheinung, daß die konkurrierenden 
Etablissements sich gegenseitig zu unterbieten streben, nur um noch 
Bestellungen zu erhalten und damit ihre Thätigkeit, die Verwendung 
der vorhandenen Maschinen etc. fortsetzen zu können. Insbesondere 
ist es eine sehr verbreitete Erscheinung, daß. Unternehmer, die ihren 
Ruin vor Augen sehen, nur um sich noch eine Zeit lang zu halten, 
sich mit Schleuderpreisen begnügen und dadurch auch die soliden 
Firmen zwingen, ev. unter die Herstellungskosten in ihren Forderungen 
herabzugehen, wodurch auch ihre Stellung erschüttert wird. Unter
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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