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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

255 
Konsumtionskraft, die kaum in Frage kommt, oder doch nur eine 
solche, die bei weitem nicht imstande ist, die geschaffenen Werte zu 
absorbieren. Daher sieht sich der Kapitalist genötigt (Flürscheim), 
einen erheblichen Teil des gewonnenen Wertes zu kapitalisieren und 
wiederum zur Produktion zu verwenden, wodurch die Ueberproduktion 
noch immer mehr verschärft wird. 
Es ist nun ohne Weiteres zuzugestehen, daß es kein besseres Maßregeln 
Mittel giebt, jede Ueberproduktion zu vermindern, als die Steigerung gegenKrisen. 
der Kaufkraft der Bevölkerung, aber nicht nur der einfachen 
Arbeiterbevölkerung , sondern der verschiedenen Klassen des Volkes. 
Nicht genügend berücksichtigt wird aber, daß auch der Kapitalist 
durch seine Ersparnisse eine erweiterte Nachfrage nach den mannig- 
faltigsten Produkten herbeiführt, wenn er neue Fabrikunternehmungen 
unterstützt, Gelder für neue Kommunikationswege beiträgt und dergl. 
mehr. Denn nicht nur die Konsumtion, auch die Produktion absorbiert 
Güter aller Art. Wenn aber diese Neuanlage nur zu einer weiteren 
Ueberproduktion führte, so müßte dieselbe in Permanenz geschehen, 
was durchaus nicht der Fall ist. Sie tritt vielmehr nur zeitweise ein, 
als Uebergang. Man kann auch nicht sagen, daß eine fortdauernde 
Steigerung der Ueberproduktion zu beobachten ist, vielmehr tritt eine 
Krise doch nur infolge von Ueberspekulation und Ueberschreitung des 
gewöhnlichen Maßes ein, nicht schon bei regulärer Produktion, wo 
natürlich auch Schwankungen in den Konjunkturen eintreten, aber ohne 
akuten Charakter. 
Auf die Einseitigkeit der sozialistischen Auffassung hat schon 
Lexis in Schönbergs Handbuch aufmerksam gemacht, denn eine Lohn- 
erhöhung, durch welche die Kaufkraft des Arbeiters gesteigert wird, 
erweitert nicht die Nachfrage nach allen Produkten gleichmäßig, 
vielmehr nur einseitig, nach bestimmten Bedarfsartikeln gerade des 
Arbeiters; und auch bei diesem durchaus nicht bei allen Artikeln. 
Die Nachfrage nach Kartoffeln wird sich vermindern, dagegen nach 
Fleisch vermehren, ebenso nach groben Zeugen weniger zunehmen als 
nach feineren. Hat in der Seidenindustrie eine zu starke Produktion 
stattgefunden, so wird sie auch der besser situierte Arbeiter nicht min- 
dern. Sind mehr Schienen gemacht, ist überhaupt mehr Eisen aus den 
Hochöfen hervorgegangen, als momentan verwendet werden kann, und 
das kann außerordentlich leicht geschehen, so ist auch die allgemeinste 
Lohnerhöhung dagegen keine Abhilfe, also auch dann nicht, wenn, wie 
bei Proudhon, jeder thätige Mensch unter die Arbeiterklasse gerechnet 
wird. Der gesunde Kern, der in jener Grundanschauung liegt, ist durch 
die Verschiebung ins Extrem zu einem krankhaften Zerrbild geworden. 
Alle Maßregeln, welche einer Ueberspekulation entgegenwirken, 
eine Gründung und Erweiterung von Aktiengesellschaften allein zu 
Spekulationszwecken verhindern, werden in angemessener Weise den 
Krisen entgegenwirken. Jede Einrichtung, welche über die Verände- 
rungen der Produktions- und Bedarfsverhältnisse orientiert, z. B. genaue 
Berichte der Konsulate, wie sie in England und den Vereinigten Staaten 
geliefert werden, aber leider viel zu wenig in Deutschland, werden 
dazu beitragen, Ueberproduktionen zu verhindern. Besonders wichtig 
ist es, die Folgen der Krisen in höherem Maße von der Arbeiterklasse 
abzulenken, denn es bleibt eine übermäßige Härte und Ungerechtigkeit, 
daß der Fabrikant, der aus den hohen Preisen mit Hilfe einer großen 
Zahl von ihm aus anderen Thätigkeiten herangezogener Arbeiter Gewinn
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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