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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

„ 314 — 
GdournaYy. 
Die thatsäch- 
lichen Ver- 
hälfnisse. 
fördern. Ihre Aufgabe geht deshalb nur dahin, alle Hemmnisse zu 
beseitigen, natürliche Verhältnisse herzustellen, die Natur auch im 
wirtschaftlichen Leben herrschen zu lassen. Daher stammt der Name 
Physiokratie, und der Hauptsatz, durch den die Lehre nachhaltige 
Bedeutung gewonnen hat, liegt in der Direktive „laissez faire, laissez 
yasser, le monde va de lui möme“. 
Dieses neue System erregte in Frankreich außerodentliches Auf- 
sehen und fand dort sehr ausgedehnte Zustimmung. In gleicher Rich- 
ng, in der Hauptsache schon vor Quesnay, trat Vincent Gournay 
“1712—1759), Intendant der Handelskammer, in einer Reihe von Schriften 
auf. Im freien Handel wird nach seiner Ansicht stets das vernünftige 
Privatinteresse mit dem Gesamtinteresse verbunden. Er räumt übrigens 
der Industrie produktive Kraft ein, weicht also damit von Quesnay ab. 
Ein bedeutender Anhänger der physiokratischen Lehre war der ältere 
Mirabeau. Im Grunde auf demselben Boden stand der zeitweilige 
Finanzminister Turgot in seinen Röflexions sur la formation et la 
distribution des richesses, 1766, der sich aber ebenso wie Colbert 
von den Extravaganzen des Colbertismus, von denen des Physiokra- 
sismus fernhielt und nicht mit Unrecht als ein Vorläufer, besonders 
Vorarbeiter des Adam Smith bezeichnet ist. Die oben erwähnte 
Schrift hat er in klassischer Form zum Unterricht für zwei Chinesen 
yeschrieben, die in ihre Heimat zurückgekehrt für Frankreich wirken 
sollten. Turgot zeigt sich zunächst als Schüler Quesnays, indem er 
die Gesellschaft in drei Klassen teilt; 1. die produktive, d. s. die 
Bauern, 2. die unproduktive, d. s. die Industriellen und Handwerker, 
3. die disponible Klasse der Grundbesitzer, Rentiers und Beamten. 
Auch nach ihm liefert nur die Landwirtschaft Ueberschüsse. Dagegen 
zeigt er sich freier, umsichtiger und seiner Zeit voraus in der 
Würdigung der Arbeitsteilung, des Geldes, des Kapitals und Lohnes, 
wo er vielfach schon Lehren aufstellte, die später erst durch Adam 
Smith und Ricardo allgemeine Verbreitung erlangt haben. 
Sehr segensreich hat Turgot 13 Jahre als Intendant in Limoge 
gewirkt. Unter Ludwig XVI. zum Finanzminister berufen, griff er 
wohl zu tiefgehend und energisch die allerdings nötigen Reformen an, 
um der bisherigen Verschwendung zu steuern, was ihm übermäßige 
Feindschaft zuzog. Erfolgreich hatte er mit der Herstellung der Handels- 
reiheit für Getreide begonnen, Er dekretierte auch die Beseitigung 
Jer Zünfte, setzte sie aber nur vorübergehend für Paris durch. Die 
zroßen Hoffnungen, die von vielen Seiten auf seine Berufung gesetzt 
vurden, gingen nicht in Erfüllung. 
Die Anschauungen des Physiokratismus sind naturgemäß aus den 
Verhältnissen der Zeit erwachsen. Anfang der zwanziger Jahre hatte 
in Frankreich der Schotte John Law das Experiment gemacht, 
durch eine kolossale Vermehrung des Geldes vermittels Noten- 
emission den Wohlstand des Landes zu heben. Der klägliche Zusammen- 
bruch seines Unternehmens hatte ebenso deutlich die Unhaltbarkeit 
der merkantilistischen Lehre vom Gelde erwiesen, wie die Verar- 
mung Spaniens trotz der Anhäufung der Edelmetalle im Lande, Das 
Elend der Bauern und in der Hauptsache auch des Handwerkerstandes 
in Frankreich trotz der merkantilistischen Praxis zeigte deutlich, daß 
sie nicht gehalten, was man von ihr erwartet hatte. Quesnay war 
auf dem Lande aufgewachsen und hat sich eine besondere Vorliebe für 
die Landwirtschaft sein ganzes Leben hindurch bewahrt. Schon im
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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