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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

— 336 — 
Besserung 
ler Lage der 
Arbeiter. 
Geld. 
großen Masse der Bevölkerung einer fortdauernden Verbesserung ent- 
zegengehe, aber nicht einer Verschlechterung, womit er den Pessi- 
misten wie ebenso den Sozialisten in der gleichen Weise wie Bastiat 
antgegentritt, Er begründet diese Auffassung noch durch eine be- 
sondere Auffassung des Wertbegriffes und des Wertgesetzes. Der Wert 
wird nach ihm bestimmt durch den Widerstand, der zu überwinden ist, 
um die Gegenstände zu erlangen. Je mehr die menschliche Kraft die 
Natur zu überwinden zunimmt, um so geringer wird der Wert der 
Güter. Der Wert der Güter richtet sich nicht, wie Ricardo an- 
aahm, ‚nach den Produktionskosten, sondern nach den Reproduktions- 
kosten. Man schätzt den Wert einer Sache nicht nach dem, was 
bisher zur Beschaffung aufgewendet werden mußte, sondern nach dem, 
was zur Neubeschaffung erforderlich ist. Wenn durch eine Erfindung 
irgend ein Gegenstand, sagen wir Bessemerstahl, mit der Hälfte der 
Unkosten hergestellt werden kann, so wird niemand für einen Stahl- 
vorrat den bisherigen Preis bieten, sondern nur noch die Summe, mit 
welcher nach der neuen Erfindung der Stahl hergestellt werden kann. 
Es ist dies unzweifelhaft richtig, aber er überschätzt die Bedeutung 
lieses Umstandes, die nur dann groß sein kann, wenn gerade besonders 
große Fortschritte gemacht werden, wie sie allerdings zu seiner Zeit 
in Amerika vorlagen. 
Auch hierdurch beleuchtet er die Fortschritte der neueren Zeit 
durch die Preisermäßigung aller Bedürfnisse infolge der Erfindungen, 
lie der Gesamtheit, besonders auch der Arbeiterklasse zu gute kommen. 
Das dritte Argument für seinen Optimismus sieht Care y in der 
historischen Entwickelung, die klar ergebe, daß im Laufe der Zeit die 
Lage der Arbeiterklasse sich fortdauernd verbessert habe. Im Alter- 
um, wie bei den primitiven Völkerschaften herrschte Sklaverei, im 
Mittelalter Hörigkeit, weil der Inhaber der Arbeitskraft ohne Anteil 
ım Besitz seine Selbständigkeit nicht zu wahren vermochte. Je mehr 
Kapital geschaffen wird, um so mehr Bedeutung erlangt die persön- 
;iche Arbeitskraft, ohne welche das Kapital nicht zu verwerten ist. 
Je stärker sich das Kapital anhäuft, um so mehr macht es sich selbst 
Konkurrenz, drückt damit den Zins und den Kapitalgewinn, während 
ler Arbeitslohn gesteigert wird. Damit erlangt der Arbeiter nicht 
aur seine Freiheit und Selbständigkeit, sondern eine wachsende Macht 
m Staat und in der Volkswirtschaft. Ihm fällt auf Kosten der 
Xapitalisten und Grundbesitzer ein immer größerer Teil des National- 
srtrages zu. Carey belegt diese Behauptung auch für die neuere 
Zeit durch den Nachweis der Lohnsteigerung in seiner Heimat. 
Einen eigentümlichen Rückschlag auf den Merkantilismus zeigt 
Carey in seiner Beurteilung der volkswirtschaftlichen Wirkung des 
Geldes und der dabei zu Tage tretenden UVeberschätzung desselben. 
Er faßt es als Cirkulationsinstrument auf, wogegen nichts zu sagen 
ist; mißt ihm aber einen sehr viel größeren Einfluß als allen ähnlichen 
Cirkulationsmitteln bei und hält daher die Vermehrung des Geldes 
für den besten Weg, gewissermaßen als Selbstzweck, um den Volks- 
wohlstand zu heben, Auch dieses entspringt der Beobachtung seiner 
Umgebung, wo es überall an Geldmitteln fehlte, um die überschüssige 
Naturkraft zu verwerten, und er läßt sich dadurch verleiten, dieses 
allgemein vorauszusetzen. Das Verhängnisvolle der Generalisierung 
der lokalen Beobachtung für die Wissenschaft tritt hier schlagend 
1erroar
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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