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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

m 337 — 
Fast noch mehr ist dieses aber bei seiner Bekämpfung der Bekämpfung 
Ricardoschen und Malthusschen Lehre zu beobachten. Gegen der Grund- 
lie Ricardosche Grundrentenlehre wendet er ein, daß nach seinen Tente. 
Beobachtungen in Amerika die Ansiedelung und der landwirtschaft- 
iche Betrieb sich ganz anders entwickeln, als Ricardo es annimmt, 
der in England eine höhere Kulturstufe zum Ausgangspunkt seiner 
Betrachtungen nimmt. Die Pioniere, welche sich in unkultivierten 
Gegenden vereinzelt niederlassen, wenden sich den höher gelegenen 
Grundstücken mit leichterem Boden zu, den sie allein zu bewältigen 
vermögen. HErst wenn die Zahl der Ansiedler wächst, die sich zu ge- 
meinsamer Thätigkeit vereinigen können, sind sie im stande, frucht- 
barere Niederungsgegenden in Angriff zu nehmen, um Entwässerungen, 
Eindämmungen der Flüsse und Bäche durchzuführen, und erst, wenn 
ihnen bessere Maschinen und Hilfskräfte zur Verfügung stehen, ver- 
mögen sie die großen Baumriesen zu bewältigen, die auf dem besten 
Boden stehen und diesen erfolgreich gegen die ersten Ansiedler 
verteidigen, Dieser bessere Niederungsboden belohnt dann aber jeden 
Aufwand von Arbeit reichlicher, als der ursprünglich occupierte. Die 
ersten Ansiedler leben unter den dürftigsten Verhältnissen. Mit der 
größten Anstrengung können sie nur dürftig ihr Leben fristen; erst 
allmählich wird auf dem erwähnten Wege ihre Arbeit reichlicher be- 
lohnt. Die Erträge wachsen, nehmen aber nicht ab, wie Ricardı 
voraussetzt. 
Mit der gleichen Argumentation wendet er sich gegen Malthus. 
Die Zunahme der Bevölkerung erschwert dem Einzelnen nicht die 
Existenz, sondern erleichtert sie ihm. Der isoliert lebende Mensch 
vermag die Natur nicht zu bewältigen, er ist von ihr abhängig und 
gerät leicht in Not; erst wenn eine größere Zahl von Menschen bei- 
3ammenwohnt, können sie sich durch Association unterstützen, Kom- 
munikationsmittel schaffen und geistigen Austausch bewirken; erst bei 
stärkerer Bevölkerung wird höhere Kultur möglich. Größerer Wohl- 
stand, behagliches Leben sind im Osten der Vereinigten Staaten zu 
finden, Armut und Not im dünnbevölkerten Westen, Große Strecken 
Landes sind in den verschiedensten Weltteilen disponibel für die nur 
erwünschte Volkszunahme. Er stellt außerdem die durchaus uner- 
wiesene Behauptung auf, daß die Entwickelung und Anspannung der 
geistigen Kräfte die Reproduktionskraft vermindern. Der Malthus- 
sche Pessimismus ist seiner Ansicht nach gegenstandslos. 
Wer wollte leugnen, daß diese Ausführungen den thatsächlichen 
Verhältnissen entnommen wurden und in hohem Maße beachtenswert 
sind. Sie beweisen unzweifelhaft, daß der Ricardo-Malthussche 
Pessimismus nicht allgemeine Berechtigung hat. Aber ebenso klar ist 
a8, daß auch Carey in der Generalisierung seiner Beobachtungen zu 
weit geht, daß auch sie nur für bestimmte Verhältnisse in der Ent- 
wickelung eines neuen Landes zutreffend sind, während in den alten 
Kulturländern mit mehr geschraubten Verhältnissen die Malthus- 
Ricardosche Auffassung recht behält. 
Es ergiebt sich, daß wir es überall in dem bisher HErörterten 
nicht mit allgemeinen Naturgesetzen zu thun haben, sondern nur mit 
Regeln, die unter ganz bestimmten Verhältnissen Platz greifen. Wir 
haben es nicht mit allgemein gültigen Wahrheiten zu thun, sondern 
nur mit Erfahrungen auf beschränktem Gebiete, die darum aber doch 
Z3onrad, Grundrifs der polit. Oekonomie. I. Teil. 4. Aufl. 22 
Gegner des 
Malthus. 
Krltik.
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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