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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

349 — 
ersten Stufe ist von Volkswirtschaft noch keine Rede, auch auf der 
zweiten ist eine höhere Entwickelung nicht möglich, es fehlt die 
geistige Regsamkeit, und die Bevölkerung bleibt im Zustande der 
Armut. Erst wenn sich Industrie entwickelt, kommt auch der geistige 
Aufschwung und kann das Land zum Wohlstand gelangen, aber auch 
die Industrie gewinnt erst höhere Bedeutung, wenn sie durch einen 
internationalen Handel erweiterte Aufgaben erhält. Es ist deshalb 
danach zu streben, die letzte Entwickelungsphase, auf der sich nach 
ihm nur England befand, zu erreichen. Deutschland sah er wie die 
Vereinigten Staaten Nordamerikas noch auf der vorletzten, Spanien 
und Italien noch in der Ackerbauperiode stehen. Das Unrichtige 
dieser historischen Darstellung ist schon an anderer Stelle auseinander- 
gesetzt, wir können deshalb hier darüber hinfortgehen. 
List untersucht nun, wie vor allem Deutschland sich auf die 
höchste Stufe emporzuschwingen vermag. HEin jeder solcher Uebergang 
hat seine besonderen Schwierigkeiten, und die Staatsgewalt hat die 
Aufgabe, den Gewerbetreibenden darüber hinfortzuhelfen. Das haupt- 
sächlichste Hilfsmittel dafür ist ein Schutzzollsystem, welches die auf- 
keimenden Unternehmungen gegen die übermäßige Konkurrenz des 
stärkeren Auslandes schützt. Das Freihandelssystem ist hier von 
Unheil. Man muß ein Kind gegen Angriffe eines starken Mannes 
schützen, wenn es nicht unterliegen soll. Nur in der letzten Periode, 
in der sich England befindet, das keinen überlegenen Gegner zu 
scheuen hat, ist der Freihandel gerechtfertigt, der als Endziel aller- 
dings im Auge behalten werden muß. Der Schutzzoll ist nur als 
Mittel und Uebergang anzusehen. Die damit der Gesamtheit aufge- 
legten Opfer machen sich bei verständiger Handhabung sehr wohl be- 
zahlt, dauernd aber wird die Last unerträglich und hat keinen Sinn. 
Sehr lehrreich ist dabei die Auseinandersetzung über die verschiedene 
Wirkung des Zolles, je nachdem fertige Waren, Halbfabrikate oder 
Rohstoffe belastet werden. Mit den Ersteren ist zu beginnen und der 
Nachdruck darauf zu legen. Er bekämpfte die Getreidezölle und reiste 
nach England, um der Herabsetzung derselben durch Robert Peel 
beizuwohnen und Studien darüber zu machen. 
Die Schutzzölle werden aber um so wirksamer sein, je größer 
das Territorium ist, welches sie umschließen; je mannigfaltiger die 
Produktionsverhältnisse und die Produktionszweige innerhalb des ab- 
geschlossenen Kreises sind, um sich gegenseitig ergänzen zu können, 
um so schärfer wird die Abschließung sein können, ohne Nachteil 
für die Bevölkerung, und um so mehr wird erreicht, worauf er den 
ganzen Nachdruck legt, daß alle natürlichen Hilfsquellen des Landes 
zur Verwertung gebracht werden, wodurch der Wohlstand am schnell- 
sten und nachhaltigsten gefördert wird. Denn nicht in den erzielten 
Genußmitteln, wie Ad. Smith es annimmt, sondern in den Produktions- 
mitteln liegt, wie schon oben erwähnt, nach seiner etwas gekünstelten 
Unterscheidung, der Reichtum eines Landes. 
Aus allen diesen Gründen erstrebt er die Erweiterung des 
deutschen Zollvereins, insbesondere auf die Küstenstaaten, die für den 
Exporthandel unentbehrlich seien. 
Um aber alle Produktionsquellen zur vollen Ausnutzung zu bringen, 
ist in dem Inlande nicht nur die Beseitigung aller künstlichen Schranken, 
sondern auch die Verbesserung der Kommunikationsmittel erforderlich, 
um die Transportkosten zu ermäßigen. die verschiedenen Produktions-
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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