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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

— 359 — 
zur le droit de la propriet6@ et sur le vol, considere dans la nature et 
dans la societe 1780. Beide erklären das vorliegende Eigentumsrecht 
als Produkt der Gewalt und Willkür, welches keineswegs in der Natur 
des Menschen seine Begründung finde, - Sie erkennen aber mit 
Rousseau an, daß es nun nicht mehr beseitigt werden könne, weil 
Jarauf die Kultur beruht. Mirabeau sah es allein als Produkt freier 
Uebereinkunft an, welches jeden Augenblick geändert werden könne 
and den Zeitverhältnissen nach auch in den Grundzügen umgestaltet 
werden müsse, Es ist wohl zu beachten, wie auf Grund Rousseau- 
scher Lehren und mit der gleichen Argumentation das Privateigentum 
als die Ursache aller Zeitübel hingesteilt und angegriffen wird. 
Die französische Revolution hatte in der Hauptsache unzweifelhaft 
rein politischen Charakter. Man erstrebte, wenigstens in der stür- 
mischsten Zeit, politische Gleichberechtigung, wirtschaftliche Freiheit, 
soziale Brüderlichkeit und erhoffte damit allgemeine Wohlfahrt und 
Zufriedenheit zu erzielen. Die wirtschaftliche Gleichheit wurde von den 
Einen als selbstverständliche Errungenschaft vorausgesetzt, von den 
Anderen nicht gefürchtet. Es ist daher nicht richtig, wenn neuerdings 
so vielfach behauptet wird, daß überhaupt der Revolutionszeit der 
zozialistische Charakter fern lag, er trat vielmehr wiederholt hervor, 
nur daß er von der herrschenden Partei unterdrückt wurde. 
Robespierre war unbedingt Sozialist, wenn auch ohne Klarheit 
and Konsequenz, Der Grundzug zeigt sich in seiner affektierten 
Schwärmerei für den antiken Staat, seiner Bekämpfung des Testatrechts, 
der Proklamierung des Rechts auf Arbeit und Unterhalt, in der Fassung 
der von ihm aufgestellten Menschenrechte. Den Kommunismus aller- 
Jings bekämpfte er. Saint Just war Kommunist, Marrat vertrat 
aur ein einfaches Beraubungssystem. 
Der Mann aber, der hier unsere besondere Aufmerksamkeit 
beansprucht, ist Gracchus Babeuf, (1760—97), der während 
seiner Gefangenschaft sich ein vollständiges kommunistisches System 
ausdachte und dieses in einem engeren Kreise der „Societ& du Pan- 
‘h6on“ und durch die Zeitschrift „Le Tribun‘“ zu verbreiten suchte, 
Alle Güter, die materiellen und die geistigen, sollen der Gesamtheit 
gehören. Niemand darf mehr genießen als die Uebrigen; ein Jeder 
hat ein Recht auf eine glückliche Existenz, aber auch die Pflicht zur 
Arbeit, die nicht der Willkür der Einzelnen überlassen bleiben darf, 
sondern durch Gesetz geregelt werden muß. Die Zentralgewalt hat 
jeden Menschen dem Beruf, dem Wirkungskreise zuzuweisen, dem er 
gewachsen ist, und ihn zu verpflichten, die Frucht desselben in natura 
in ein gemeinsames Magazin abzuliefern. Ein Verteilungsamt ist ein- 
zurichten, das über alle Individuen und Güter Buch führt, die Lebens- 
mittel in peinlichster Gleichheit verteilt und sie jedem Bürger in sein 
Haus liefert. Die Kindererziehung soll gemeinsam, höchst einfach 
and gleich ohne Rücksicht auf individuelleBegabung sein. Große Städte 
werden nicht geduldet, das ganze Leben ist hauptsächlich auf Landwirt- 
schaft basiert. Kunst und Wissenschaft werden auf ein Minimum reduziert. 
Babeufs Versuch, die Herrschaft in die Hand zu bekommen, mißlang 
bekanntlich, er starb durch die Guillotine, und seine Lehren erlangten keine 
nachhaltige Bedeutung. Die Revolutionszeit und die darauf folgende 
Herrschaft Napoleons unterdrückten die Weiterverfolgung dieser Idee, 
Nach der Restauration tauchten in Frankreich zwei Männer auf, 
denen wir unsere besondere Aufmerksamkeit widmen müssen. Saint- 
1789. 
Babeuf.
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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