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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

- 83 — 
wirtschaftlichen Thätigkeit zur Geltung kommt; mehr bei kaufmänni- 
schen als industriellen und landwirtschaftlichen Unternehmungen. 
Dasselbe ist von der natürlichen Formgewandtheit zu sagen, in 
welcher die Germanen gleichfalls den anderen Nationen in noch erheb- 
licherem Maße nachstehen, als in den vorerwähnten Eigenschaften, 
und auch hierin ist die Frau dem Manne bedeutend überlegen. Der 
Engländer und Amerikaner weiß seinen Mangel durch rücksichtslosere 
Handhabung der Ellenbogen zu ersetzen. Der rücksichtsvollere Deutsche 
zieht aber dadurch gegenüber den anderen Nationen im Konkurrenz- 
kampfe des Weltverkehrs zu leicht den kürzeren. Der Slave und 
Romane hat, was er weiß, in jedem Momente präsent und weiß, es in 
gefälliger Form zu verwerten. Sie erscheinen daher bei dem ersten 
Eindrucke leicht mehr als sie sind. Bei dem Germanen pflegt das 
Gegenteil der Fall zu sein, weil er Zeit braucht, um seinen Gehalt 
zur Geltung zu bringen, und dieses meist in unvollkommener und un- 
gefälliger Form zu Wege bringt. Es ist deshalb der größte Fehler, 
wenn gerade in deutschen Familien zu wenig auf die Form gegeben 
wird, denn nur bei Beherrschung derselben kann Sicherheit im Auf- 
treten gewonnen werden, welche die Grundlage für den Erfolg vor 
allem im sozialen Leben bildet. Hierzu gehört auch die Rednergabe, 
die gleichfalls dem Deutschen im großen und ganzen versagt ist, im 
Vergleiche za den benachbarten Nationen. Auch hier ist es nicht 
genug zu beklagen, daß gerade in Deutschland sowohl auf der Schule 
wie auf der Universität für die Ausbildung der Beredtsamkeit geradezu 
unverantwortlich wenig geschieht, zumal in einer Zeit, wo es mehr 
denn je darauf ankommt, nicht nur Kenntnisse zu besitzen, sondern 
sie auch zu verwerten, nicht nur eine eigene Ansicht zu haben, sondern 
sie vertreten zu können. Daß aber durch Schulung auch der Deutsche 
sich die Beredtsamkeit aneignen kann, zeigt die Erfahrung und schon 
die Beobachtung in den parlamentarischen Körperschaften. Bei ver- 
hältnismäßigem Mangel an Gedächtnis, bei langsamem Denken und 
Mangel an natürlicher Formgewandtheit bedarf der Deutsche mehr als 
Angehörige anderer Nationalitäten einer gründlichen Schulung des 
Geistes, um das zu ersetzen, was jenen in die Wiege gelegt ist. Für 
ihn ist die Gymnastik des Geistes durch Erlernung und Uebung der 
alten Sprachen ungleich wichtiger als für Franzosen, Italiener und 
Russen. Jede Verminderung der Schulung nach dieser Richtung 
schließt eine Minderung der Leistungsfähigkeit der Bevölkerung ein, 
zumal erfahrungsgemäß auch ein mittelmäßiger Lehrerstand bei unserer 
Ausbildung des grammatikalischen Unterrichts bei der Masse der Durch- 
schnittsschüler dadurch mehr zu erreichen vermag als durch andere Lehr- 
fächer. Wie Deutschland bei dürftigerem Boden und Klima nur durch 
größere Arbeit wirtschaftlich dasselbe zu erreichen vermag als die mehr 
begünstigten Nachbarländer, so kann es auch nur durch scharfe Arbeit 
seine geistige Leistungsfähigkeit auf der gleichen Stufe erhalten; und 
unser Schulwesen ist mit Recht als die eigentliche Grundlage unserer 
nationalen Existenz hingestellt, und dasselbe in seiner Schaffenskraft 
schwächen, heißt ein Verbrechen gegen die Nation begehen. . 
Die Erfahrung hat aber genugsam bewiesen, daß Deutschland 
trotz der erwähnten Mängel ebenso viel und mehr zu leisten vermag, 
als die anderen Länder. vermöge der jetzt noch zu erwähnenden 
Eigenschaften. ; . 
Die Konzentrations- und Kombinationsgabe und damit 
Jonrad. Grundrifs der pnolit. Oekonomie. I. Teil. 4. Aufl, 8
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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