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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

m 
wirts, sowohl die Zugtiere, wie das Milch- und Mastvieh, während 
Luxustiere daraus ausscheiden. 
Nachdem wir unseren Standpunkt in dieser Weise klar zu legen Verschiedene 
zesucht haben, wollen wir eine Anzahl Definitionen hervorragender Auffassung 
Autoritäten dem gegenüberstellen. Turgot und Mac Culloch legen “1° Kapitals. 
den ganzen Schwerpunkt auf das Vielhaben. Sie verstehen darunter 
sinen großen Vorrat zur Nutzung, Adam Smith, Schäffle, Mac- 
3leod nehmen die Art der Verwendung zur Grundlage und zum Aus- 
gangspunkt. Roscher nennt Kapital jedes Produkt, das zu fernerer 
Produktion aufbewahrt wird, während uns nicht das Aufbewahren das 
Charakteristische zu sein scheint, sondern die Bestimmung des Gegen- 
standes. Adolf Wagner versteht darunter Erwerbsmittel vom Stand- 
punkt des Besitzers, wonach also auch die Naturkräfte und inneren 
Eigenschaften als Kapital erscheinen. Nach Knies ist Kapital der 
für eine Wirtschaft vorhandene Bestand von Gütern, welcher zur Be- 
friedigung des Bedarfs in der Zukunft verwendbar ist. Hiernach umfaßt 
das Kapital nicht nur Produktionsmittel, sondern auch mit. Wagner 
Erwerbsmittel, und noch darüber hinaus Konsumtionsmittel, also alle 
Bestandteile des Vermögens. Hermann nennt Kapital die Grundlage 
einer Nutzung, die Tauschwert hat. Diese Richtung hat Karl Menger 
weiter verfolgt und in origineller Weise eine eigene Definition auf- 
zestellt, die unzweifelhaft sich dem Sprachgebrauch am meisten nähert. 
Er versteht darunter Geldbeträge, welche der. Einkommensbildung ge- 
widmet sind. Nach seiner Auffassung ist nicht der Ursprung das 
Maßgebende, sondern die Nutzung. Er sieht von der wirtschaftlichen 
Form ab und berücksichtigt allein den Wert. Es fällt nach ihm das 
Kapital mit dem Begriff des Stammvermögens einer Erwerbswirtschaft 
zusammen, und nur der Teil des Vermögens ist von ihm nicht als 
Kapital angesehen, der unmittelbar zum Verbrauche bestimmt ist. Der 
Vorteil, der darin liegt, daß die Definition sich dem Sprachgebrauche 
anschließt, ist unverkennbar. Als Kapitalist wird derjenige bezeichnet, 
der aus einem größeren Vermögen ohne eigene Arbeit genügendes 
Einkommen bezieht, um davon zu leben, und sein werbend angelegtes 
Vermögen, in Geld ausgedrückt, ist sein Kapital. Es scheint uns aber 
sine große Gefahr mit dieser Definition verbunden zu sein, eine Ver- 
mengung von Geld und Kapital herbeizuführen, während gerade diese 
Scheidung dem Anfänger besondere Schwierigkeit macht und die Ver- 
wirrung im Publikum allgemein eine bedenkliche Rolle spielt. Außer- 
Jem fällt hiernach der Begriff des Kapitals mit dem des Stamm: 
vermögens, wie erwähnt, völlig zusammen. 
Wir müssen uns aber noch den Unterschied zwischen Geld und 
Kapital vergegenwärtigen,. 
Im gewöhnlichen Leben spricht man von dem Vermögen oder der 
Erbschaft einer Person nur, indem man den Wert in Geld ausdrückt, also 
atwa 100,000 Mk. Die Summe ist indessen natürlich nicht in klingender 
Münze in der Hand des Betreffenden, sondern eventuell in Form eines 
Hauses für 50000 Mk., für 10000 Mk. Eisenbahnaktien, für 10000 Mk. 
Aktien einer Spinnerei, für weitere 10 000 eines Bergwerks, außerdem eine 
Hypothek und Staatsobligationen. So ist das Kapital des Betreffenden 
in der mannigfaltigsten Weise wirtschaftlich angelegt, volkswirtschaft- 
lich wirksam und für ihn selbst nutzbar. Das Geld, in dem der Ge- 
samtwert ausgedrückt ist, kommt selbst dabei gar nicht in Betracht, 
sondern nur das dahinter stehende Kapital in mannigfaltigster Form.
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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