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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

53 
Klöstern, den geistlichen und weltlichen Herrenhöfen, auf denen einzelne 
Hörige zu bestimmter Thätigkeit angelernt und zur Ausübung derselben 
angehalten wurden. Unter Heranziehung des Kapitals, unter Aus- 
bildung des Großbetriebes ist dann die Differenzierung in den Gewerben 
bekanntlich eine immer größere geworden. Im 13. und 14. Jahr- 
hundert finden sich auch in den größeren Städten nicht mehr als 
25 verschiedene Innungen, die allerdings damals mehrere Gewerbe zu 
umfassen pflegten. Bücher zählte in Urkunden von Frankfurt a. M. 
1387: 148, 1440: 191, Anfang des 16. Jahrhunderts 300 verschiedene 
Gewerbearten. Schon die Handwerkerstatistik Friedrichs des Großen 
zählt über 1400 Rubriken. Die Berufs- und Gewerbestatistik von 1882 
führt 4782 verschiedene Industrielle und 1674 Berufsarten in Handel, 
Verkehr und Beherbergung, die von 1895 zusammen etwa 11000 auf. 
Diese Entwickelung hat zwei verschiedene Ursachen; einmal, wie 
schon an anderer Stelle (S. 22) ausgeführt, in der Entwickelung der 
Bedürfnisse, welche immer verschiedenartigere Arbeit verlangen; dann, 
in der Ausbildung der Arbeitsteilung, indem Arbeiten, welche bisher 
der Haushaltung selbst vorbehalten waren, sich als einzelne Gewerbe 
selbst ausbildeten. Odysseus zimmert sich noch sein Haus- und Wirt- 
schaftsgerät, während Penelope den Tag über webt, Die Herstellung 
nicht nur der Nahrung, sondern auch der Kleidung war noch im Be- 
ginne des Jahrhunderts auch in den bürgerlichen Kreisen den Frauen 
im Hause vorbehalten, während sie heutigen Tages den Bäckern, 
Fleischern, den Spinn- und Webefabriken, Strick- und Wirkfabriken, 
dann den Schneidern u. s. w. immer ausschließlicher übertragen wird. 
Auch da, wo andere Gewerbe Platz gegriffen haben, sträubte man sich 
vielfach, den Gegenstand durch Verkauf in andere Hände übergehen 
zu lassen. Der Bauer brachte sein selbstgebautes Getreide in die 
Mühle, ließ es dort gegen Gebühr vermahlen, und nahm das daraus 
gewonnene Mehl wieder zum eigenen Gebrauche zurück, so lange die 
kleinen Mühlen im Lande verbreitet und ihm nahe waren. Erst bei 
zunehmender Konzentrierung des Gewerbes im Großbetriebe sieht er 
sich genötigt, das Getreide zu verkaufen und Mehl zu kaufen. Wie 
ebenso der Gutsbesitzer noch längere Zeit einen Fleischer zum 
Schlachten zu Hilfe zog, bis er mehr und mehr dazu überging, sein 
Mastvieh zu verkaufen und das Fleisch für den eigenen Bedarf vom 
Schlächter zu beziehen, ebenso das Selbstbacken allmählich aufgab 
und das Brot vom Bäcker bezog. Dies sind Beispiele, daß die Arbeits- 
teilung früher ‘eintritt, als der Tausch, während im allgemeinen der 
Tausch früher Platz zu greifen pflegt, als die Arbeitsteilung. Bei 
primitiven Völkerschaften sind die Tauschartikel zunächst nicht aus- 
drücklich zu diesem Zweck angefertigt, sondern als Reserve für den 
eigenen Gebrauch. Bietet sich aber eine Gelegenheit, so wird eben 
auch jene Reserve als Tauschobjekt benutzt, um z. B. extraordinäre 
Schmuckgegenstände dafür zu gewinnen. Die Bauernfrauen auf dem 
Lande haben noch im Beginn der neueren Zeit bei uns, abgesehen von 
Gemüsen, Eiern ete., Garn und gewebte Stoffe zum Verkauf auf den 
Markt gebracht, wenn sie mehr erarbeitet hatten, als sie für ihre Wirt- 
schaft gebrauchten, ohne daß dieses das Resultat einer Arbeitsteilung 
war, die sich auf dem Lande erst herausstellt, wenn Arbeiten über- 
nommen werden, die mit der Deckung des eigenen Bedarfs nichts zu 
thun haben, wie, wenn der russische Bauer in den Winterabenden aus 
Holz Spielzeug, Küchengeräte schnitzt und dies an städtische Händler
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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