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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

378 — 
and hat damit ein ungleich grösseres Kapital in dem Geschäfte stecken. 
Der englische Fabrikant erhält unmittelbar nach Ablieferung der Ware 
auch die Bezahlung in Form von acceptierten Wechseln, die nach 
4-6 Wochen fällig sind. Er kann damit unmittelbar die ganze Summe 
bar erhalten und darüber geschäftlich disponieren. Der deutsche 
Fabrikant, der direkt mit den Detaillisten Geschäfte macht, muss diesen 
vierteljährlichen Kredit gewähren, und diesen noch oft genug prolon- 
zieren. Treten ungünstige Verhältnisse ein, so machen eine Anzahl 
ler Abnehmer Bankrott und ihm geht ein Teil der Summe völlig ver- 
oren. Auf diese Weise ist das Risiko des Fabrikanten in Deutschland 
ain ungleich grösseres als in England. Die Sicherheit der Industrie 
nuss deshalb eine weit geringere sein, was sicherlich nur als schädlich 
ıngesehen werden kann. Die Ausbildung der Arbeitsteilung wird auch 
ıer ihre grossen Vorzüge haben. Natürlich ist der Unterschied zwischen 
»eiden Ländern nicht in allen Branchen der gleiche, er tritt vielfach 
vesentlich abgeschwächt auf. Die charakteristische Verschiedenheit 
jegt eben in der erweiterten Heranziehung des Zwischenhandels in 
Ingland und damit in der Verminderung des Geschäftsrisikos für die 
[ndustrie. 
Werfen wir hiernach noch kurz einen Blick auf die historische 
Entwicklung des Handels in den hauptsächlich in Betracht kommenden 
Ländern. 
Handel in Als erstes bedeutsames Beispiel ausgedehnten Handelsverkehrs 
ilterer Zeit. jest bekanntlich der der Phönizier zu erwähnen, der einen ausser- 
ordentlich ausgedehnten Küstenhandel in sich schloss und sich jeden- 
lalls bis nach England, wo nicht bis in die Ostsee hinein erstreckte, 
Der erhebliche Handel Griechenlands mit seinen mannichfaltigen 
Kolonien und durch dieselben wurde bereits erwähnt. Schon in der 
iltesten Zeit pflog Rom einen regen Verkehr mit Karthago, der 
später sich zu einer scharfen Konkurrenz ausbildete, die zu extremster 
Feindschaft führte. Zur Zeit der Blüte Roms und der Ausdehnung 
seiner Herrschaft war der Handel nach allen Richtungen hin ein 
iusserst lebhafter und durchgreifender, dessen hohe Bedeutung heutigen 
Tages nur schwer vollständig zu würdigen ist. Er dehnte sich bis 
jef nach Aegypten, Persien, Indien hin, auf der anderen Seite nach 
Spanien, Gallien und Germanien und umfasste die verschiedensten 
Artikel, wie namentlich Metalle und Metallwaren, Gewürze und 
Spezereien, Farbstoffe, aber auch Zeuge, dann Sklaven. Der Verfall 
les römischen Reiches und die Völkerwanderung brachten eine voll- 
ständige Stockung in diesen Verkehr, und in Mitteleuropa musste er 
aus den primitivsten Anfängen auf völlig neuer Grundlage sich von 
Neuem entwickeln. Hier waren es vor allem die italienischen Städte, 
in erster Linie Venedig, Genua, Livorno, die zunächst einen regen 
Seeverkehr pflegten und die Verbindung des Orients mit dem Oceident 
vermittelten, wobei Konstantinopel den Zentralpunkt bildete. An diesen 
Seehandel schloss sich ein immer weiter um sich greifender Landtrans- 
port, der über die Alpen nach Deutschland hineindrang, besonders seit 
durch die Kreuzzüge sich Heerstrassen durch Deutschland nach dem 
Orient gebildet hatten. Sie gingen von den italienischen Städten nach 
Augsburg, Nürnberg, Strassburg, am Rhein entlang nach Frank- 
reich und Flandern, dann über Halberstadt, Merseburg, Magde-
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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