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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

- 406 — 
damit die nötigen Reparaturen auszuführen. In Frankreich wurden 
die Abgaben, wie erwähnt, 1880 beseitigt, ebenso in Holland durch 
Gesetz vom 22. Juli 1899, wodurch 608,050 Gulden der Einnahmen 
aufgegeben wurden. In Russland wird dagegen 1!/, Proz. des dekla- 
rirten Wertes der Waaren erhoben. 
Um einen dauernden Riegel vorzuschieben, dass das Zollwesen 
zur Bereicherung der Staatskasse sich nicht wieder einbürgert, hat man 
durch die deutsche Reichsverfassung in & 54 bestimmt: Die Abgaben, 
welche für die Benutzung künstlicher Wasserstrassen erhoben werden, 
dürfen die „zur Unterhaltung und gewöhnlichen Herstellung dieser An- 
atalten und Anlagen erforderlichen Kosten“ nicht übersteigen. Auf 
allen natürlichen Wasserstrassen dürfen Abgaben nur für Benutzung 
besonderer Anstalten, die zur Erleichterung des Verkehres bestimmt 
sind (Schleusen etc.), erhoben werden. 
Die Fassung des Paragraphen ist etwas unklar, und es besteht 
ein Streit darüber, ob die Abgaben danach auch so hoch bemessen 
werden dürfen, dass eine Verzinsung des Anlagekapitales damit er- 
reicht wird, oder nur die Instandhaltung und laufende Wiederherstellung. 
Indess berührt uns dies hier nicht, und es ist auch von keiner grossen 
Bedeutung, da das erstere doch kaum zu erreichen sein dürfte, und 
zine Verfassungsänderung sicher leicht zu erzielen sein wird, wenn ein 
Bedürfniss danach ernstlich hervortritt. 
Berechtigung Wir haben nun der Frage näher zu treten, ob die Erhebung einer 
ler Gebühren-Gebühr auf den künstlichen Wasserstrassen berechtigt ist oder nicht. 
erhebung, Wir möchten vor allem daran erinnern, dass der Vater der National- 
5konomie Adam Smith Wegeabgaben von demjenigen, der die Wege be- 
nutzte, als die gerechteste Art der Kostendeckung anerkannte, Erst 
in späterer Zeit erklärte die Freihandelsschule sich prinzipiell dagegen, 
eine Auffassung, die bis in die neuere Zeit hin auch in der Praxis 
massgebend gewesen ist. 
Unter welchen Umständen wird man von der Abgabenerhebung 
absehen können? Einmal, wenn die betreffenden Strassen von aller 
Welt derartig benutzt werden, dass man im grossen Ganzen annehmen 
kann, der Vorteil derselben komme der Gesamtheit gleichmässig zu 
zute, nicht aber einzelnen besonders bevorzugten Individuen und 
Gegenden. Das wird bei den allgemeinen Landstrassen der Fall 
sein, die derartig dem allgemeinen Verkehre dienen, dass sie einem Jeden 
zu Gute kommen, in dem, was er thut und geniesst. Ausserdem wird 
anan von der Erhebung Abstand nehmen müssen, auch wenn es sich um 
Strassen handelt, die einzelnen Landesteilen, Produzenten, sonstigen 
[ndividuen in hervorragender Weise Nutzen bringen, wie das unzweifelhaft 
bei Chausseen und sonstigen Kunststrassen vielfach der Fall ist, wenn 
die Erhebung derartige Schwierigkeiten, Umstände und Kosten ver- 
arsacht, dass diese in keinem Verhältniss zu den Einnahmen stehen. Das 
war der Fall bei den Chausseen, wo in Preussen nachgewiesen wurde, 
dass 17—30 %, der Einnahmen durch die Erhebungkosten absorbiert 
wurden, und man entschloss sich deshalb, die Erhebung aufzugeben, 
obgleich der Staat dadurch eine Einbusse von 4'/, Millionen Mk. er- 
fuhr. Durch Gesetz von 1874 wurde diese Erhebung im allgemeinen 
antersagt,
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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