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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

4492 — 
dungenen Entschädigungspreis aus. Schon schärfer tritt die Versiche- 
rungsidee im modernen Sinne in den ältesten Brandkassen hervor, die 
sich bis in das 12, Jahrhundert zurückverfolgen lassen, z. B. in Is- 
land, Norwegen und Schweden, vereinzelt in Deutschland schon An- 
fang des 15. Jahrhunderts. Zu gleicher Zeit tauchen bei den Zünften 
Massregeln auf, den Brandschaden, welcher ein Zunftmitglied trifft, 
durch gemeinsames Eintreten zu decken und zugleich durch Kranken- 
und Begräbniskassen Not zu verhüten. Die Form war noch eine 
ausserordentlich rohe, und infolge dessen auch die Leistung meistens 
eine sehr unvollkommene. Die Reserve der Kasse blieb gewöhnlich 
aur eine geringe. Hauptsächlich wurden die Summen durch das 
Umlageverfahren nach dem Eintritt des Unglücks zusammen ge- 
>racht, indem nach Vernichtung von Wohnungen durch Feuer, oder 
1ach dem Tode eines Mitgliedes die aufzubringende Summe unter den 
Mitgliedern repartiert und der Anteil eines jeden eingefordert wurde. 
Natürlich kam es dann häufig bei der Lokalisierung der ganzen Ein- 
richtung vor, dass bei einem Brande sämtliche Mitglieder in Mitleiden- 
schaft gezogen waren, oder nur so wenige unversehrt blieben, dass eine 
Repartition gegenstandslos war, und ebenso zeigte sich oft genug, dass 
5ei dem Eintreten von Epidemien, namentlich in ärmeren Örtschaften, 
die Zunftmitglieder zur Zahlung der ganzen Beiträge ausser stande 
waren. 
Neuere Zeit, Alle diese letzterwähnten mittelalterlichen Versuche beruhten 
auf Gegenseitigkeit. Der eigentliche Aufschwung des Versiche- 
rungswesens ist dagegen durch die Bildung von Aktiengesell- 
schaften herbeigeführt, welche im Grossen die Versicherung zunächst 
gegen Seeunfall für die Kaufmannschaft als Geschäft übernahmen. 
Dies geschah in England im Anfang des 18, Jahrhunderts, und zu 
gleicher Zeit entstanden grosse Gesellschaften für Feuer- und Lebens- 
versicherung. In England fanden sie in verhältnismässig kurzer 
Zeit eine rege Beteiligung, da sie einem offenbaren Bedürfnis entgegen 
kamen. Sehr viel später gewann das Versicherungswesen in Deutsch- 
land Boden, wo die Entwicklung durch ein sehr streng gehand- 
habtes Konzessionssystem aufgehalten wurde. Dagegen bildeten sich 
in Deutschland dem herrschenden Polizeisysteme entsprechend die 
öffentlichen Societäten aus, welche auf Gegenseitigkeit beruhten, teils 
von Gemeinden, teils von Provinzen gegründet wurden, und unter 
Staatsaufsicht standen; ihnen wurde für die Immobiliarversicherung ein 
besonderer Halt geboten, dadurch, dass man ihnen den Beitrittszwang 
verlieh, der in Preussen erst 1837, in einzelnen deutschen Staaten aber 
noch heutigen Tages nicht völlig beseitigt ist. Gerade dieses damit 
verbundenen Monopols wegen waren die Einrichtungen zunächst lange 
Zeit ausserordentlich primitiv, auf dem Umlageverfahren beruhend und 
.n eine ganz geringe Zahl von Gefahrenklassen geschieden. Die ersten 
privaten Feuerversicherungsgesellschaften wurden in Deutschland 1812 
in Berlin, 1819 in Leipzig auf Aktien gegründet. 1821 ist die erste 
egenseitigkeitsgesellschaft in Gotha von Ärnoldi geschaffen. 
Der erste Versuch der Lebensversicherung im engeren Sinne ist 
von einem italienischen Arzte Lorenzo Tonti 1653 in Frankreich in 
ler Form von Gesellschaften zur gegenseitigen Beerbung gemacht. Es 
‘raten eine Anzahl Personen zu einer Gesellschaft zusammen, und Jeder 
\nfänge der 
Lebensver- 
sicherung.
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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