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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

480 
in stärkerem Masse gewachsen ist. Die Grundlage hierfür bietet natür- 
lich die Hebung der persönlichen Leistungsfähigkeit der produktiven 
Bevölkerung im Durchschnitte, so dass sie mit den vorhandenen 
Mitteln mehr zu erreichen vermag: in der Landwirtschaft durch ratio- 
1ellere Ackerwirtschafi, zweckmässigere Ernährung und Züchtung des 
Viehstandes, besonders aber durch Beschaffung neuer Hilfsmittel und 
Entdeckung neuer wirksamerer Wirtschaftsmethoden, in der Industrie 
lurch Hinzuziehung von Maschienen, Motorkräften, welche die Arbeits- 
sraft des Einzelnen zu vervielfältigen vermögen. Aber freilich die 
Schaffung neuer Güter allein ist nicht ausschlaggebend, es muss auch 
Bedarf hierfür vorhanden sein und dadurch das Produkt einen ent- 
sprechenden Wert erhalten. Darin lag der Fehler der alten Schule, 
Malthus und Ricardo an der Spitze, dass sie diesen Bedarf in der 
Hauptsache als feststehend und beschränkt ansahen, während derselbe 
namentlich auf einer höheren Kulturstufe fortdauernd an Ausdehnung 
zewinnen kann und durch die ausserordentliche Entwicklung der 
Lebensansprüche, namentlich im letzten Jahrhundert, gewonnen hat. 
Dadurch sind auch der wachsenden Bevölkerung immer neue Aufgaben 
gestellt, so dass sie trotz der gewaltigen Steigerung der Produktion 
ausreichende Beschäftigung und Absatz gefunden hat. Aber freilich 
ist hier noch ein weiteres Moment hinzugetreten, welches gerade in 
der neueren Zeit immer höhere Bedeutung gewonnen hat, das ist die 
Arbeit für den Export, indem eine Menge Waren im Auslande einen 
höheren Wert hatten, und durch den Verkauf in das Ausland die heimische 
Arbeit besser bezahlt wurde. So ist nach dieser Richtung auch für 
die Zukunft noch eine bedeutende Ausdehnung möglich und eine Grenze 
schwer abzusehen. . . 
Diese erwähnten Momente waren hier nur anzudeuten, nicht aber 
ausführlich zu behandeln. Dagegen sind zwei Massregeln der un- 
mittelbaren Finwirkung hier zur Sprache zu bringen, d. s. die staatliche 
Ehebeschränkung und die Wanderungen, sowohl die Binnenwanderungen 
zur Ausgleichung der Volksdichtigkeit und Verteilung der Arbeits- 
kräfte, als auch die Auswanderung als Mittel, die heimische UVeberfülle 
zu vermindern. 
Rinspruchs- 
recht des 
Staates, 
Die Ehebeschränkung aus wirtschaftlichen und 
sanitären Gründen. 
Ss 89. 
Schon aus dem bisher Gesagten geht genugsam hervor, von 
welch’ ausserordentlicher Bedeutung der Akt der Kheschliessung für 
die Familie ist, welcher dadurch ein neues Glied zuwächst, für die 
Gemeinde, die möglicherweise mit für den Unterhalt zu sorgen hat, 
ünd schliesslich für den Staat, denn dessen Gedeihen ist durch die 
Bevölkerungsverhältnisse bedingt, welche wieder auf der Ehe beruhen, 
Wenn man daher anerkennt, dass die Gesamtheit wie der Staat höhere 
Kulturaufgaben zu erfüllen haben, und dass der Staat die Interessen der 
Gesamtheit zu wahren berufen ist, denen die Privatinteressen unterzu- 
ırdnen sind, so wird man auch einräumen müssen, dass die Ehe- 
schliessung nicht als ein Urrecht des Menschen anzusehen und unter 
allen Umständen seinem freien Ermessen zu überlassen ist. sondern
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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