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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

“14 
Frankreich. 
dem Inhaber. Die Feststellung des Ertrages geschieht durch die alte 
Behörde der „Overseers“, die vom Friedensrichter ernannt werden. Sie 
haben auch die Einziehung der Steuern zu bewirken. Im Jahre 1896/97 
wurden 7,6 Millionen £ Armensteuer erhoben, also nicht viel mehr 
als 1832, pro Kopf der Bevölkerung mithin erheblich weniger. 
Wir sahen, dass die zur Unterstützung verpflichtete Gemeinde im 
Laufe der Zeit gewechselt hat. Auch jetzt ruht die Last auf dem 
Orte, in dem der Betreffende heimatberechtigt ist, und der Hilfsbedürf- 
tige kann dorthin zurückgewiesen werden. Aber schon nach einem 
Aufenthalte von einem Jahr erlangt derjenige, der in der ganzen Zeit 
keine Unterstützung beansprucht hat, wie wir uns ausdrücken würden, 
den Unterstützungswohnsitz. Vorübergehende Hilfsbedürftigkeit infolge 
von Krankheit, Unfall ete,, berechtigt nicht zur Ausweisung, Im 
Jahre 1897 wurden in England und Wales 836 000 Arme ans Öffent- 
lichen Mitteln unterstützt, 2,72 9%, 1849 aber 6,2 % der Bevölkerung. 
Mit grossem Nachdruck wird darauf hingewirkt, wie erwähnt, 
dass Arbeitsfähige nur in Anstalten Versorgung erhalten, nur ausnahms- 
weise ist „outdoor relief“ gestattet. Die Guardians können persönlich 
zum Ersatz angehalten werden, wenn sie solche Unterstützung ausser- 
halb der Anstalt unberechtigterweise gewähren. Die Unterstützung 
im Hause muss zur Hälfte in Nahrungsmitteln oder Feuerungsmaterial 
oder dergl. geschehen; an Arbeitsfähige nur gegen bestimmte Arbeits- 
leistungen. Die Ausbildung der Verpflegungsanstalten hat infolge dieser 
Bestimmungen ‘ eine grosse Ausdehnung erhalten. Die Workhouses 
haben dabei vielfach den Charakter einfacher Hospitäler in unserem 
Sinn angenommen. Nur wenig über ein Viertel der Verpflegten ist 
in Anstalten untergebracht; trotz aller enigegengesetzten Bestrebungen 
werden drei Viertel der Armen „out door“ versorgt, Eine Ergänzung 
erhält die Öffentliche Fürsorge durch die vortrefflich ausgebildete 
Privatwohlthätigkeit, die mit den Organen der öffentlichen Armenpflege 
Hand in Hand geht. Fast in allen grösseren Städten befinden sich 
Öharity-Organisationsocieties. Diese suchen die Zersplitterung der Privat- 
vohlthätigkeit zu verhüten, die gespendeten Mittel zu vereinigen und 
dorthin zu leiten, wo eine Ergänzung der öffentlichen Unterstützung 
wünschenswert und wohlthätig ist, 
Die Organisation der Armenpflege in Frankreich zeigt den 
schärfsten Gegensatz zur englischen. Sie bildet nur eine Fortsetzung 
des altkirchlichen Armenwesens und beruht in der Hauptsache noch jetzt 
auf Freiwilligkeit. Die eigentlichen Organe der öffentlichen Armen- 
pflege sind die „burean de bienfaisance“, welche in den einzelnen 
Arrondissements die Versorgung der Armen und zwar besonders mit 
Naturalien übernehmen, Sie sind freiwillige Organisationen, welche 
auf Beschluss des Gemeinderates unter Genehmigung. des Präfekten 
(seit dem Gesetz von 1867) errichtet werden können. 
Im Jahre 1885 existierten 14454 solcher Bureaus, die 1,6 Mill. 
Bedürftige mit einem Gesamtaufwande von 26,5 Mill. Fres. unterstützten, 
wovon 17,5 Mill. auf Naturgaben entfielen (Handw. d. St., Münsterberg). 
1888 waren noch 19111 Gemeinden ohne solche Bureaus, die also auf 
die Privatwohlthätigkeit oder vorhandene Stiftungen angewiesen waren. 
Hieraus schon ergiebt sich die ausserordentliche Ungleichheit, welche 
in der Armenpflege an den verschiedenen Orten stattfinden muss.
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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