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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

5928 
sie muss daher in der nächsten Sitzung von neuem erwogen und be- 
schlossen werden. Alle 14 "Tage tritt auch die städtische Armen- 
deputation zusammen, wo wiederum die Bezirksvorsteher Bericht zu 
erstatten haben. Die Deputation trifft demgemäss die Entscheidung 
und weist die nötigen Summen an. Sie kontrolliert und kritisiert das 
Verfahren der unteren Organe und sorgt damit für eine angemessene 
Ausgleichung. 
Das Ergebnis dieser Einrichtung war schon nach kurzer Zeit, 
dass sich die Zahl der unterstützten Personen infolge der genauen 
Kontrolle nicht unbedeutend verminderte. Dagegen flossen die frei- 
willigen Spenden weit reichlicher als früher, weil die Bevölkerung 
mehr Vertrauen gewann, dass die Gelder in richtiger Weise verwendet 
würden. Dadurch konnte die Unterstützung eine weit reichlichere und 
angemessenere werden, weil auf Grund genauer Kenntnis der Verhält- 
nisse eine grössere Individualisierung möglich wurde. Grosses Gewicht 
ist auch darauf zu legen, dass eine grössere Zahl von Personen der 
gebildeten Kreise in nähere Berührung zu der unteren Klasse kam, 
auf sie unmittelbar einwirken konnte und selbst Verständnis für sie 
zewann, wodurch der Klassengegensatz am besten gemildert wird, 
Die grundsätzliche Gewährung der Unterstützung nur für kurze Zeit 
nötigt zu fortdauernder Wiederholung der Untersuchung, ob noch die 
alten Ursachen massgebend sind, 
In seinem nunmehr 50 jährigen Bestehen in Elberfeld hat sich das 
System durchaus bewährt, und in den meisten grösseren Städten Nord- 
deutschlands ist dasselbe mehr oder weniger gleichartig zur Anwendung ge- 
langt. Das niederösterreichische Gesetz von 1893 über das Armen- 
wesen beruht in der Hauptsache auf dem Elberfelder System. Immer 
allgemeiner sucht man freiwillige Armenpfleger der gebildeten Klasse 
heranzuziehen. Das Baseler Armengesetz von 1897 verpflichtet bei 
Ordnungsstrafe jeden Einwohner auf Verlangen der Behörde in der 
freiwilligen Armenpflege ein Amt zu übernehmen, und allgemein ist 
man bestrebt, die privaten Wohlthätigkeitsvereine in Konnex mit den 
städtischen Behörden zu bringen und sie zu ihrer Ergänzung zu verwerten. 
$ 101. 
Die Grundprinzipien für die praktische Armenpflege. 
Möglichste 1. Das Almosennehmen erschlafft die Schaffenskraft, stumpft das 
Beschränkung Ehrgefühl ab und wirkt in jeder Hinsicht demoralisierend. Es ist 
es Almosen- deshalb die Aufgabe für Staat und Gesellschaft vor allem vorbengend 
gebens, 71 wirken, dass nur in Ausnahmefällen zu dem Almosengeben gegriffen 
zu werden braucht. Zu diesen Vorbeugungsmitteln gehören überhaupt 
alle Massregeln, welche die Volkswirtschaft heben und speziell der 
unteren Klasse in der einen oder der anderen Weise wirtschaftlich 
nützen können. Es können hier naturgemäss nur die berücksichtigt 
werden, welche unmittelbar der Verarmung entgegenwirken. Dazu ge- 
hören das ganze bereits besprochene Arbeiterversicherungswesen, die 
Sparkassen, ferner öffentliche Leihhäuser, in welchen die Arbeiter- 
bevölkerung gegen Verpfändung einzelner Besitzstücke Darlehen‘ er- 
halten kann, ohne dass man dabei danach strebt, auf Kosten der Dar- 
leiher Gewinne zu erzielen. Die Einrichtung trägt viel dazu bei, zu
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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