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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

32 
sam benutzt wurden. Aehnlich wie die Wiesen, pflegte auch der Acker 
für bestimmte Zeit an die Mitglieder vergeben zu werden, und jedes 
Mitglied hatte den Anspruch auf einen bestimmten Anteil, wie sich 
das in vielen Kantonen der Schweiz, aber auch in Baden, überhaupt 
in Süddeutschland in manchen Gemeinden erhalten hat. Ursprünglich 
war das Recht von dem Grundbesitze abhängig und vielfach durch 
die Grösse desselben bedingt, so dass Zuzügler, auch wenn sie nach- 
träglich gerodetes Land erwarben, oder ohne Besitz zur politischen 
Gemeinde gehörten, einen Mitanspruch auf diese Nutzung nicht hatten. 
Wollten sie Vieh mit auf die Weide schicken, so mussten sie dafür 
an die ursprüngliche Gemeinde entsprechende Zahlung leisten. Viel- 
fach wurde aber später in dieser Beziehung die Abschliessung nicht 
30 scharf durchgeführt, so dass selbst besitzlose Gemeindemitglieder an 
der Nutzung partieipierten. 
Dieser Art des privatrechtlichen Gesamtbesitzes der Gemeinde- 
mitglieder steht der öffentliche Besitz der Gemeinde gegenüber, aus 
welchem in erster Linie die Leistungen der Gemeinde bestritten wer- 
den, und erst, wenn sich über die Deckung der Gemeindelasten noch 
ein Ueberschuss ergiebt, gelangt dieser zur Verteilung. Ursprünglich 
war eine solche Scheidung nicht vorhanden, weil es keinen Gemeinde- 
haushalt und keine andern gemeinsamen Gemeindeaufgaben gab, als wie sie 
unmittelbar durch Naturalleistungen gedeckt wurden, zur Besserung 
der Wege, Brückenbauten etc. In der neueren Zeit dagegen sind auch 
die Aufgaben der ländlichen Gemeinden ausserordentlich gestiegen, und 
sie erfordern erhebliche Geldsummen, wofür dieser Besitz der Gemeinde 
eine vorzügliche Grundlage bietet. Hiervon hat dann natürlich die 
ganze politische Gemeinde den Vorteil und der Besitz ist wesentlich 
anders zu beurteilen, als der vorher erwähnte. Hauptsächlich kommt 
dabei Waldbesitz in betracht, aber es fehlt auch nicht an Gemeinde- 
besitz an Acker, Wiesen und Weiden. 
Die Gesetzgebung hat sich diesem Gemeindebesitz gegenüber der 
erwähnten Entwickelung entsprechend in den verschiedenen Zeiten 
sehr ungleich verhalten. Während man ursprünglich von der Wirt- 
achaftsgemeinde ausging, lag es nahe, die Aufteilung des Gemeinde- 
landes als das Natürliche anzusehen, wodurch die Selbständigkeit des 
Einzelnen hergestellt, sein Land vermehrt und er deshalb ohne Schaden 
veranlasst werden konnte, auf seine Gerechtsame den Nachbaren gegen- 
über zu verzichten. Man gestattete deshalb auch dem Einzelnen seine 
Abfindung in Land zu verlangen und damit aus dem Verbande nach 
dieser Richtung hin auszuscheiden, wovon früher namentlich die Guts- 
besitzer Gebrauch machten, um damit von der Bauerngemeinde getrennt 
zu werden. In späterer Zeit, wo der Gemeindebesitz als ein öffent- 
licher angesehen wurde, konnte man den Gemeindemitgliedern nicht 
mehr einen privatwirtschaftlichen Anspruch zuerkennen und man ver- 
bot die Aufteilung des Landes; freilich vielfach erst, als es zu spät 
war. So namentlich in dem preussischen Osten, 
Gemeinheits- Friedrich der Grosse hat durch das Reglement von 1771 für 
teilung Fried- Schlesien grundlegend für die Gemeinheitsteilung gewirkt und die Be- 
ichsd.Grossen. + m mungen desselben sind nicht nur für Prenssen, sondern auch für 
andere Länder massgebend geworden. Die Regierung stellte selbst ver- 
eidete Kommissare, Feldmesser an, um Vermessungen, Kartierungen
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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