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Nationalökonomie (1.1915)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (1.1915)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886443912
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236258
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
1.1915
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1915
Scope:
XVI, 460 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (1.1915)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
  • Index

Full text

310 — 
EEE es Bedeutsam ist nun die Frage, welche Verteilung des Einkommens 
für das einzelne Land, wie für die gesamte Kulturentwicklung am 
zweckmäßigsten ist. Darauf ist zunächst negativ zu antworten: eine 
gleiche Verteilung des Besitzes und Einkommens ist ebenso schäd- 
lich wie eine zu große Verschiedenheit derselben, wobei wenige 
außerordentlich reiche Leute der großen Masse des Proletariats gegen- 
überstehen; und die Konsequenz hieraus ist, positiv gefaßt, daß unter 
Vermeidung der Extreme ein breiter Mittelstand, der ein behäbiges 
Dasein zu führen vermag, aber noch unter dem Druck Jebt, durch 
Arbeit für seinen Unterhalt und sein Fortkommen sorgen zu müssen, 
und zugleich die Mittel besitzt, sich eine bessere Bildung verschaffen 
and seine Arbeitskraft durch Kapital unterstützen zu können, als die 
Hauptgrundlage für die Förderung der wirtschaftlichen wie geistigen 
Kultur das zu Erstrebende ist, 
Jeder Kulturfortschritt wird nach den Ergebnissen der Geschichte 
and der Beobachtung der Gegenwart stets durch Einzelne, die der 
Gesamtheit vorauseilen, angebahnt, und nur langsam können allmäh- 
lich die Massen nachgezogen werden. Solange die Gesamtheit auf 
der gleichen Stufe steht, es an hervorragenden Individuen fehlt, bleibt 
ein Land in Stagnation, weil das gleiche Fortschreiten eines ganzen 
Volkes in der Kultur ebenso erschwert ist, wie der gleichmäßige 
Vormarsch der breiten Front eines Heeres durch einen Urwald, 
während, sobald ein schmaler Weg durchgeforstet ist, unter Vortritt 
Einzelner in schmaler Reihe die Gesamtheit leicht nachrücken, das 
ganze Heer schnell vorwärts kommen kann. Will man der Gesamt- 
heit die gleiche Bildung verschaffen, jedem Einzelnen die gleichen 
Mittel zur Verfügung stellen, so gehören Jahrhunderte dazu, um den 
wirtschaftlichen Wohlstand zu erlangen und den Fortschritt zu er- 
möglichen, den man heutigen Tages bei der Auswahl Einzelner zu 
höherer Bildung und besserer Ausrüstung mit Kapital in wenigen 
Jahren erreicht. Die Differenzierung der Bevölkerung durch die Un- 
gleichheit des Besitzes, daher der Bildung und Leistungsfähigkeit, 
ist die Vorbedingung eines angemessenen Kulturfortschrittes. 
Auf der anderen Seite wird eine zu große Ungleichheit und 
damit Konzentrierung des Besitzes und Einkommens kulturschädlich 
wirken, und zwar um so mehr, je größer der Gegensatz ist, und je mehr 
die große Masse zur Dürftigkeit verdammt ist, die darbend und aus 
der Hand in den Mund lebend nicht die Mittel besitzt, um ihre 
Kräfte zu höherer. Leistung auszubilden, und durch die Sorge um 
den täglichen Unterhalt von jedem höheren Streben zurückgehalten 
wird, während ein sehr großes Einkommen naturgemäß den Erwerbs- 
trieb unterdrückt und überhaupt leicht eine Erschlaffung der Energie 
zur Folge hat. Zugleich entwickelt sich das Streben, die großen 
Summen möglichst zu genießen und infolgedessen einen extremen 
Luxus auszubilden, indem der Versuch gemacht wird, durch Ver- 
größerung der Ausgaben für wertvolle Befriedigungsmittel den Genuß 
zu potenzieren. Solcher Luxus muß natürlich entsprechend die Ver- 
wendung von Mitteln nach anderer Richtung vermindern und wird 
auf Kosten der übrigen Bevölkerung geführt. 
Wir kommen damit zugleich auf die Wichtige Frage, welche 
Ausgaben, resp. welche Lebensansprüche berechtigt sind. welche da- 
yegen nicht. 
Gerechtfertigt werden die Bedürfnisse sein, deren Befriedigung 
Yachteile einer 
gleichen 
Verteilung. 
Schädlichkeit 
ler Konzentra- 
tion des Be- 
qityas
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1915.
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